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Fraport nicht zeichnen




28.05.01 00:00
GoingPublic-Online

Die Analysten von GoingPublic-Online empfehlen die Aktien von Fraport (WKN 577330) nicht zu zeichnen.

Noch bis zum 7. Juni würden die Aktien des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport gezeichnet werden können. Die Erstnotiz für die zwischen 32 und 37 Euro angebotenen Aktien des MDAX-Kandidaten sei für den 11. Juni geplant. Insgesamt würden bis zu 26,1 Mio. Stückaktien (inkl. Greenshoe von 3,4 Mio. Stück) aus einer Kapitalerhöhung im Amtlichen Handel Frankfurt platziert werden sollen. Privatanleger, die bis zum 1. Juni zeichnen würden, würden einen Preisvorteil von 1 Euro auf den Ausgabepreis erhalten. Nach vollständiger Ausübung des Greenshoes würde sich der Free Float auf 29,0 % belaufen.

Neben dem reinen Flughafenbetrieb biete Fraport weitere Dienstleistungen an. Im Geschäftsfeld Ground Services seien die Flugzeugabfertigung, das Passagier-Handling sowie der Gepäck- und Frachttransport zusammengefasst. Hier sei Fraport die europäische Nummer eins sowie weltweit unter den Top Ten. Namhafte Kunden seien die Deutsche Post AG, FedEx, DHL und TNT. Das dritte Geschäftsfeld sei der Bereich Einzelhandelskonzessionen, in denen die Vermietung von Ladenflächen auf dem Flughafengelände beinhaltet sei. Last but not least sei Fraport gefragter Partner bei Planung, Entwicklung und Betrieb neuer Terminal- und Flughafenprojekte in aller Welt. So seien die Frankfurter zusammen mit der Amsterdamer Schiphol-Gruppe über das Joint Venture „Pantares“ an den Flughäfen von Brisbane und Hongkong beteiligt. Auch in Antalya, Manila und Lima sei Fraport als Flughafenbetreiber tätig.

Mit den Erlösen aus dem Börsengang solle die Marktposition des Standortes Frankfurt/Main ausgebaut werden. Dazu plane Fraport den Bau einer neuen Landebahn und eines dritten Terminals . Durch diese Maßnahmen erhoffe sich Fraport einen Anstieg der Flugbewegungen pro Jahr von derzeit 459.000 auf über 660.000 im Jahr 2015. Des weiteren würden Beteiligungen an weiteren Standorten außerhalb Frankfurts und die Rückführung bestehender Verbindlichkeiten angegangen werden sollen. Neben den Chancen aus der internationalen Expansion und dem geplanten Ausbau des Frankfurter Flughafens sehe sich Fraport jedoch auch zahlreichen Risiken ausgesetzt. Dazu würden unter anderem der sich verstärkende Wettbewerb mit anderen europäischen Großflughäfen, der wachsende Margendruck durch die Bildung von Airline-Allianzen und die Abhängigkeit vom Hauptkunden Lufthansa zählen. Auch die mögliche zeitliche Verschiebung des Baubeginnes der neuen Startbahn aufgrund der gerichtlichen Proteste von Umweltschützern und Bürgerinitiativen sollte nicht unbeachtet bleiben.

Im Jahr 2000 habe Fraport die Umsatzerlöse um 11,7 % auf 1,5 Mrd. Euro steigern können. Für die kommenden Jahre würden die Konsortialführer ein Wachstum auf 1,68 Mrd. Euro im Jahr 2001 und 1,76 Mrd. Euro 2002 erwarten. Der Jahresüberschuss solle im laufenden Jahr trotz eines niedrigeren Betriebsergebnisses gegenüber 2000 um etwa 14 % auf 146 Mio. Euro ansteigen. Für 2002 würden die Investmentbanker von Morgan Stanley, Dresdner Kleinwort Wasserstein, J.P. Morgan und HSBC dann einen Jahresüberschuss von etwa 189 Mio. Euro (+28,6 %) erwarten. Inwieweit jedoch die aktuellen Einbußen aufgrund der Lufthansa-Piloten-Streiks diese Planungen bereits jetzt ad absurdum führen würden, bleibe bis zur Vorlage des Halbjahresberichtes abzuwarten. Auch die Unsicherheiten aus einmaligen Erträgen und Aufwendungen würden diese Planzahlen nur bedingt verlässlich machen.

Auf Basis der Bookbuilding-Spanne (Mitte) errechne sich eine Marktkapitalisierung von 3,1 Mrd. Euro, was einem KGV für 2002 von 16,4 bzw. einem KUV 2002 von 1,8 entspreche. Trotz der im Vergleich mit anderen börsennotierten Flughafenbetreibern fairen Bewertung und der zweifellos hohen wirtschaftlichen Substanz würden viele Faktoren gegen ein Investment in die Fraport-Aktie sprechen. Dazu würden vor allem die Unsicherheiten über den geplanten Ausbau des Flughafens und das damit verbundene mögliche Nachtlandeverbot zählen. Dies würde vor allem die Großkunden Lufthansa und Deutsche Post treffen, die bereits angekündigt hätten, sich in diesem Fall nach Alternativen umzusehen. Aber auch die Finanzierung des Ausbau-Projekts könnte zu Belastungen für die Aktie führen. Derzeit taxiere man die Kosten auf ca. 3,2 Mrd. Euro. Da aus dem Börsengang nur knapp 1 Mrd. Euro erlöst würden, müsse der Rest anderweitig finanziert werden. Dies könne über die Aufnahme neuer Bankdarlehen, der Finanzierung aus dem Cash Flow oder über den erneuten Gang an den Kapitalmarkt erfolgen. Angesichts dieser Faktoren sollte die Skepsis gegenüber der Fraport-Aktie überwiegen.

Die Experten von GoingPublic-Online raten von einer Zeichnung der Fraport-Aktien ab.








 
 
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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
70,80 € 71,85 € -1,05 € -1,46% 24.04./22:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0005773303 577330 86,95 € 56,85 €
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
Tradegate (RT)
71,45 € -0,35%  24.04.26
Hamburg 71,60 € -0,07%  24.04.26
Hannover 71,60 € -0,07%  24.04.26
Frankfurt 71,15 € -0,14%  24.04.26
München 71,90 € -0,14%  24.04.26
Stuttgart 70,90 € -0,77%  24.04.26
Düsseldorf 70,60 € -0,84%  24.04.26
Xetra 70,80 € -1,46%  24.04.26
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