Francotyp-Postalia nicht zeichnen




28.11.06 10:13
Performaxx-Anlegerbrief

München (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "Performaxx-Anlegerbrief" empfehlen die Aktie von Francotyp-Postalia (ISIN DE000FPH9000 / WKN FPH900) nicht zu zeichnen.

Im Frühjahr letzten Jahres sei Francotyp-Postalia von der Röchling-Gruppe an das Management sowie die beiden Private Equity-Gesellschaften Quadriga Capital und Stockwell verkauft worden. Mit dem Emissionserlös solle ein gewährtes Gesellschafterdarlehen über 14 Mio. Euro schon jetzt zurückgezahlt werden. Ansonsten hätte es sich inklusive Zinszahlungen bis Mitte 2013 auf rund das Doppelte belaufen. Nettofinanzverbindlichkeiten von 66 Mio. Euro würden indes Bilanz und Ergebnis des Berliner Herstellers von Frankiermaschinen belasten.

Auch sollten mit dem Emissionserlös die beiden bereits getätigten Zukäufe der Düsseldorfer Freesort und der Mehrheitsbeteiligung an der Berliner "iab" refinanziert werden. Mit rund 45% Marktanteil sei Francotyp-Postalia unangefochtener Marktführer hierzulande, weltweit lägen die Berliner mit 9% Anteil auf Platz 3. Abseits vom Frankiergeschäft wolle Francotyp-Postalia einen Fuß in den sich öffnenden Postmarkt erhalten.

Nach 136 Mio. Euro Umsatz (ohne die jüngsten Zukäufe) im letzten Jahr hätten die Erlöse in den ersten neun Monaten dieses Jahres bei 107 Mio. Euro gelegen. Etwa 40% des Umsatzes würden aus Maschinenverkäufen stammen, die anderen 60% aus Dienstleistungen wie z.B. Mieten für verliehene Maschinen oder Wartungsdienste. Nach Steuern seien nach 9 Monaten 1,4 Mio. Euro geblieben, so dass nach einem Vorjahresverlust 2006 nun wieder eine schwarze Null stehen könnte.

Die Bürde der Verbindlichkeiten und Altlasten bei Francotyp-Postalia könne man ermessen, wenn man berücksichtige, dass das EBITDA nach drei Quartalen bei 25 Mio. Euro gelegen habe, wovon netto fast nichts übrig geblieben sei. Am unteren Ende der Bookbuilding-Spanne wäre Francotyp-Postalia mit dem rund 8-fachen 2006er EBITDA bewertet (Market-Cap: 264 Mio. Euro). Das erscheine zwar nicht extrem hoch, allerdings würden die Erträge aufgrund der Schuldenproblematik sehr niedrig ausfallen. Ferner müsse berücksichtigt werden, dass sich Francotyp-Postalia in einem wenig wachstumsträchtigen Markt bewege, der in den letzten drei Jahren beim Unternehmen Umsatzsteigerungen von durchschnittlich weniger als 6% zugelassen habe.

Gleich zwei Schönheitsfehler besitze der Börsengang von Francotyp-Postalia: Erstens sei die Bewertung zur Emission deutlich zu hoch gegriffen, zweitens würden vor allem den Altgesellschaftern die Emissionserlöse zufließen. Die Experten würden damit rechnen, dass die Emissionsparameter in den nächsten Tagen reduziert werden müssten oder der Börsengang abgesagt werde.

Die Experten vom "Performaxx-Anlegerbrief" raten die Aktie von Francotyp-Postalia nicht zu zeichnen. (Ausgabe 46 vom 24.11.2006) (28.11.2006/ac/a/n)








 
 
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