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München (aktiencheck.de AG) - Gestern um 11:59 Uhr gab die EZB bekannt, im Anschluss an die Zinsentscheidung doch eine Pressekonferenz abzuhalten, so die Analysten der HypoVereinsbank.
Bezüglich des Timings habe man fraglos die Nase rümpfen können. Aber retrospektiv sei diese kurzfristige Ansetzung gar nicht mal so unklug gewesen, wenn man berücksichtige, in welche verschiedenen Richtungen daraufhin die Spekulationen gelaufen seien - angefangen von einer sofortigen Zinserhöhung, über die Vorbereitung auf einen nächsten Schritt im September, bis zu Warnungen vor einer tiefgreifenden Finanzmarktkrise im Zuge der jüngsten Entwicklungen. Hätte die EZB ihre Absicht mehrere Tage vorher angekündigt, wären diese Spekulationen vermutlich noch kräftiger ins Kraut geschossen.
So aber sei relativ rasch die Klarstellung gefolgt, dass die EZB lediglich das Naheliegende, nämlich eine Änderung ihrer Einschätzung der Preisrisiken, habe mitteilen wollen. Trichet habe auf seiner letzten Pressekonferenz diese Möglichkeit immerhin in Betracht gezogen ("Es ist nichts geplant, aber wenn sich unsere Einschätzung zu Preisrisiken ändern sollte, werden wir Ihnen das mitteilen").
Trichet habe nach dem Beschluss, die Leitzinsen unverändert bei 4,00% zu belassen, gesagt, es gäbe weiterhin Risiken für die Preisstabilität und diese würden größte Wachsamkeit erfordern. Allein die Verwendung dieser Formulierung habe keine Zweifel mehr an einer Zinserhöhung im September gelassen. Noch im Juli habe es so ausgesehen, als ob die EZB zwischen September und Oktober schwanke.
Seine zinspolitischen Aussagen selbst seien von den FX-Märkten relativ gelassen aufgenommen worden. EUR/USD habe sich kaum bewegt. Mehr Eindruck hätten seine Kommentare zur gegenwärtigen Finanzmarktsituation hinterlassen. Trichet habe keinesfalls, wie zuvor von einigen Seiten befürchtet, einen besorgten Eindruck gemacht, sondern habe sogar gemeint, es handle sich hier um eine Neubewertung von Risiken und somit um eine Normalisierung. Er habe die Neubewertung schon länger gefordert. Aber selbstverständlich müsse diese Entwicklung aufmerksam verfolgt werden.
Nach Trichets Ausführungen habe sich der schon zuvor begonnene Entspannungsprozess an den Finanzmärkten fortgesetzt und habe erste Ansätze eines wiederentdeckten Risikoappetits zum Vorschein gebracht. Dieser habe sich verstärkt, als auch der stellvertretende US-Treasury Secretary Kimmit wenig später gesagt habe, es handle sich bei den Unruhen an den Kreditmärkten um eine Neubewertung von Risiken. Diese sei bislang in geordneten Bahnen und ohne negative konjunkturelle Auswirkungen verlaufen.
Die Analysten würden sich fragen, ob damit die Risiken für eine Fortsetzung des Carry-Trade-Unwinding-Prozesses vom Tisch seien. Die Chancen auf eine Marktberuhigung stünden nun zweifellos besser als vor wenigen Tagen, zumal die Aktienmärkte klare Stabilisierungstendenzen zeigen würden. Andererseits würden die Analysten den Zeitpunkt noch nicht für geeignet halten, um von einem Gewöhnungsprozess hinsichtlich schlechter Nachrichten ausgehen zu können. Noch scheinen die Märkte insgesamt für neue Schreckensmeldungen vom Subprime-Sektor sensibilisiert, so die Analysten der HypoVereinsbank.
Kredit-Spreads und Optionsvolatilitäten bei Aktien und Währungen seien, ungeachtet ihrer jüngsten Abschwächung, auf unverändert hohem Niveau. Solange sich dies nicht ändere, sollte weiterhin mit fragilen Finanzmärkten gerechnet werden und die Möglichkeit einer Fortsetzung des Carry-Trade-Unwindings sollte nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Da die FX-Märkte gegenwärtig noch mit sich selbst beschäftigt seien, würden die Analysten davon ausgehen, dass selbst die US-Arbeitsmarktzahlen heute Nachmittag keine Richtungsentscheidung bei EUR/USD herbeiführen würden, sofern sich der Stellenaufbau in einem Rahmen zwischen 100k und 150k bewege. Die Analysten würden mit einer Tagesrange von 1,3690 bis 1,3730 und einer Beibehaltung der aktuellen Niveaus in EUR/JPY und EUR/CHF rechnen. (03.08.2007/ac/a/m)
Bezüglich des Timings habe man fraglos die Nase rümpfen können. Aber retrospektiv sei diese kurzfristige Ansetzung gar nicht mal so unklug gewesen, wenn man berücksichtige, in welche verschiedenen Richtungen daraufhin die Spekulationen gelaufen seien - angefangen von einer sofortigen Zinserhöhung, über die Vorbereitung auf einen nächsten Schritt im September, bis zu Warnungen vor einer tiefgreifenden Finanzmarktkrise im Zuge der jüngsten Entwicklungen. Hätte die EZB ihre Absicht mehrere Tage vorher angekündigt, wären diese Spekulationen vermutlich noch kräftiger ins Kraut geschossen.
So aber sei relativ rasch die Klarstellung gefolgt, dass die EZB lediglich das Naheliegende, nämlich eine Änderung ihrer Einschätzung der Preisrisiken, habe mitteilen wollen. Trichet habe auf seiner letzten Pressekonferenz diese Möglichkeit immerhin in Betracht gezogen ("Es ist nichts geplant, aber wenn sich unsere Einschätzung zu Preisrisiken ändern sollte, werden wir Ihnen das mitteilen").
Trichet habe nach dem Beschluss, die Leitzinsen unverändert bei 4,00% zu belassen, gesagt, es gäbe weiterhin Risiken für die Preisstabilität und diese würden größte Wachsamkeit erfordern. Allein die Verwendung dieser Formulierung habe keine Zweifel mehr an einer Zinserhöhung im September gelassen. Noch im Juli habe es so ausgesehen, als ob die EZB zwischen September und Oktober schwanke.
Nach Trichets Ausführungen habe sich der schon zuvor begonnene Entspannungsprozess an den Finanzmärkten fortgesetzt und habe erste Ansätze eines wiederentdeckten Risikoappetits zum Vorschein gebracht. Dieser habe sich verstärkt, als auch der stellvertretende US-Treasury Secretary Kimmit wenig später gesagt habe, es handle sich bei den Unruhen an den Kreditmärkten um eine Neubewertung von Risiken. Diese sei bislang in geordneten Bahnen und ohne negative konjunkturelle Auswirkungen verlaufen.
Die Analysten würden sich fragen, ob damit die Risiken für eine Fortsetzung des Carry-Trade-Unwinding-Prozesses vom Tisch seien. Die Chancen auf eine Marktberuhigung stünden nun zweifellos besser als vor wenigen Tagen, zumal die Aktienmärkte klare Stabilisierungstendenzen zeigen würden. Andererseits würden die Analysten den Zeitpunkt noch nicht für geeignet halten, um von einem Gewöhnungsprozess hinsichtlich schlechter Nachrichten ausgehen zu können. Noch scheinen die Märkte insgesamt für neue Schreckensmeldungen vom Subprime-Sektor sensibilisiert, so die Analysten der HypoVereinsbank.
Kredit-Spreads und Optionsvolatilitäten bei Aktien und Währungen seien, ungeachtet ihrer jüngsten Abschwächung, auf unverändert hohem Niveau. Solange sich dies nicht ändere, sollte weiterhin mit fragilen Finanzmärkten gerechnet werden und die Möglichkeit einer Fortsetzung des Carry-Trade-Unwindings sollte nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Da die FX-Märkte gegenwärtig noch mit sich selbst beschäftigt seien, würden die Analysten davon ausgehen, dass selbst die US-Arbeitsmarktzahlen heute Nachmittag keine Richtungsentscheidung bei EUR/USD herbeiführen würden, sofern sich der Stellenaufbau in einem Rahmen zwischen 100k und 150k bewege. Die Analysten würden mit einer Tagesrange von 1,3690 bis 1,3730 und einer Beibehaltung der aktuellen Niveaus in EUR/JPY und EUR/CHF rechnen. (03.08.2007/ac/a/m)









