FJH verkaufen




26.03.04 10:05
GBC-Research

Die Analysten von GBC-Research empfehlen die Aktien der FJH AG (ISIN DE0005130108 / WKN 513010) zu verkaufen.

Die FJH AG, ein Software- und Beratungshaus für die Finanzdienstleistungsbranche mit dem speziellen Schwerpunkt Versicherungen, habe gestern ihre Zahlen für das Geschäftsjahr 2003 bekannt gegeben und habe sowohl beim Umsatz als auch beim Jahresüberschuss einen Rückgang gegenüber dem Jahr 2002 vermelden müssen. Die Umsatzerlöse hätten 120,1 Mio. Euro nach 130,2 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2002 betragen. Besonders deutlich sei der Rückgang jedoch beim Jahresüberschuss gewesen. Hier habe FJH nur noch 4,3 Mio. Euro erreicht. Dies entspreche einem Rückgang von 73,7% gegenüber dem Jahresüberschuss von 16,5 Mio. Euro in 2002. Begründet werde der starke Rückgang von Seiten des Unternehmens vor allem mit der Bildung von Rückstellungen über knapp 2 Mio. Euro für 2 Projekte deren Fertigstellung sich verzögere, sowie mit der allgemeinen Investitionszurückhaltung in der Versicherungsbranche.

Bedenklich stimme die Analysten von GBC-Research aber vor allem der starke Rückgang des Cash Flows aus der betrieblichen Tätigkeit. Nach einem Zufluss von 1,8 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2002 habe in 2003 ein operativer Mittelabfluss von 14,9 Mio. Euro verzeichnet werden müssen. Gründe hierfür seien u.a. der weitere Aufbau von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. So hätten bei Betrachtung der Bilanz die nicht fakturierten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erneut deutlich zugenommen, auf nunmehr 68,9 Mio. Euro! Im Vorjahr seien es noch 54,2 Mio. Euro gewesen. Der hohe Anteil der nicht fakturierten Forderungen im Verhältnis zur Bilanzsumme sei im November bereits Anlass für eine anonyme Anzeige gegen FJH gewesen, die im Dezember von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden sei. In der Anzeige sehe die Gesellschaft nach eigenen Angaben einen weiteren Grund für die negative Umsatz- und Ertragsentwicklung in 2003.

Bezüglich der nicht fakturierten Forderungen habe FJH bekannt gegeben, dass bis Ende 2004 ca. 10% des Bestandes zurückgeführt werden sollten. Die Analysten von GBC-Research sehen hierin einen ersten Schritt in die richtige Richtung, würden dem hohen Bestand an nicht fakturierten Forderungen aber nach wie vor sehr kritisch gegenüber stehen. Zusammen mit dem Geschäfts- und Firmenwert würden sie inzwischen 56,9% der Bilanzsumme betragen. Rückläufig sei auch die Eigenkapitalquote mit 66,9% (Vorjahr 78,8%) bedingt durch die Neuaufnahme von kurz- und langfristigen Darlehen in 2003. Das Kurs-/Buchwert-Verhältnis bereinigt um Goodwill liege aktuell bei 1,7 und das KGV 2003 bei 32,5. Angesichts der weiteren Verschlechterung der Fundamentaldaten bei FJH in 2003 dürfte die Ankündigung des Vorstandes, auf eine eigene Dividende zu verzichten und den Aktionären somit eine Dividende von 0,40 Euro je Aktie auszuschütten nur ein schwacher Trost sein. Auch würden die Analysten von GBC-Research die unzureichende Informationspolitik des Unternehmens bezüglich der Nachhaltigkeit der unfakturierten Forderungen kritisch sehen.

Trotz des positiven Ausblicks den die Gesellschaft für 2004 gegeben hat raten die Analysten von GBC-Research weiterhin von Investments bei FJH ab und bestätigen ihr Rating "verkaufen".








 
 
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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
3,84 € 3,84 € -   € 0,00% 24.04./08:16
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0005130108 513010 4,00 € 3,34 €
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
Hamburg 3,84 € 0,00%  08:16
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