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Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnet heute (07:48 Uhr) bei 1,2928, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im europäischen Handel bei 1,2878 markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.
Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 78,62. In der Folge notiere EUR/JPY bei 101,65, während EUR/CHF bei 1,2120 oszilliere. Das sei recht "sportlich" gewesen, was sich im US-Haushalt an den ersten beiden Tagen des neuen Fiskaljahres ergeben habe.
Nachdem sich die Neuverschuldung in den USA im abgelaufenen Fiskaljahr per 30.09.2012 auf 1.276 Mrd. USD nach zuvor 1.228 Mrd. USD gestellt habe, sei es an den ersten beiden Kalendertagen zu einer Neuverschuldung in Höhe von "sportlichen" 104,8 Mrd. USD gekommen.
Die Analysten seien erstaunt, wie wichtig europäische marginale Defizitverfehlungen seien und welche Mark erschütternden Folgen damit von den Finanzmärkten den Reformländern aufoktroyiert würden (2011 GR 4 Mrd. Euro Verfehlung mit dramatischen Folgen für gesamte Eurozone), während die prekäre Situation in den USA von den Finanzmärkten im Rahmen asymmetrischer Wahrnehmung vollständig ausgeblendet werde.
Bei vielen Themen waren und sind wir vor der Kurve, wie nachstehender Absatz belegt, so die Analysten der Bremer Landesbank. Auch in der Frage des US-Haushalts inklusive der bisherigen Reformverweigerung werde die normative Kraft des Faktischen dafür sorgen, dass man später attestieren werde, sachlich richtig und frühzeitig vor diesem Elefanten im Porzellanladen gewarnt zu haben. Das sei schließlich die Aufgabe der Analyse. Es sei definitiv nicht die Aufgabe der Analyse, das größte Problem klein zu schreiben und dabei vermeintlich neuen Paradigmen oder dem Mediengetöse aus NY und London Folge zu leisten. Diesbezüglich habe die internationale Analyse in einer Durchschnittsbetrachtung bei weinigen Ausnahmen bereits 2000 - 2002 und 2004 - 2007 massiv versagt. "Food for thought!" Die Expertenkommission der EU schlage eine Aufspaltung der Großbanken vor, um potenziellen systemischen Risiken entgegen zu wirken.
Die Analysten würden sich sehr freuen, dass damit ein Gedanke aus "Endlich Klartext" (2007/2008), spät, aber nicht zu spät auf eine ernsthafte Agenda gesetzt werde. Sie würden sich an dieser Stelle aus der Rede des Bundestagspräsidenten Lammert zu zitieren erlauben, der gestern bezüglich der deutschen Einheit Klartext gesprochen habe. Er habe eindringlich zur Weiterentwicklung der Europäischen Union aufgerufen:
"Wenn der Integrationsprozess Europas nicht weiter vorankomme, weil die Staaten der Mut verlasse, dann hätte Europa seine Zukunft hinter sich. Die Erfolgsgeschichte des deutschen Zusammenwachsens und das zusammen Wachsen seien eine Botschaft für Europa. Man dürfe nicht zulassen, dass der Integrationsprozess in der Euro-Krise unter die Räder komme. Denn die Folge wäre die mutlose und zugleich übermütige Wiederherstellung eines Zustandes, den dieser Kontinent mit dem Beginn des Baus der Gemeinschaft hinter sich lassen wollte: Die Rivalität von Nationalstaaten, deren Ehrgeiz größer war als ihre Möglichkeiten. Gebraucht werde ein Europa, dessen Ehrgeiz über den seiner Mitgliedsstaaten hinausreiche und das unerschütterlich für die eigenen Werte eintrete."
"Europa sei mehr als Bürokratie, Richtlinien, Verträge und auch mehr als der Euro. Zum Teil sehe es so aus, als gehe es nur um Geld und die Lösung finanzieller Probleme. Dies werde der Idee der Europäischen Gemeinschaft jedoch nicht gerecht. Im Kampf um die Solidität der Finanzen darf die Solidarität nicht unter die Räder kommen." Genau so sei es.
Die gestern veröffentlichten Wirtschaftsdaten hätten bezüglich der Erwartungen durchgehend positive Akzente gesetzt: Der Markit-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor habe sich per Berichtsmonat September auf 46,1 Punkte gestellt. Die Prognose und der vorläufige Wert hätten bei 46,0 Zählern gelegen. Italien habe mit einem unerwarteten Anstieg von zuvor 44,0 Punkten auf 44,5 Zähler besonders hervorgestochen (Prognose 43,5).
Die Einzelhandelsumsätze der Eurozone hätten per August eine Zunahme um 0,1% (Prognose -0,1%) nach zuvor +0,1% (revidiert von -0,2%) verzeichnet. Im Jahresvergleich sei es zu einem Rückgang um -1,3% (Prognose -2,0%) nach zuvor -1,4% (revidiert von -1,7%) gekommen. Die letzten vier größtenteils marginalen Anstiege nun als Trendwende zu "feiern", wäre vermessen. Sie als Indiz einer Verstetigung mit der Chance einer Trendwende zu interpretieren, sei sachlich geboten.
Der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor habe per Berichtsmonat September mit einem Anstieg von zuvor 53,7 auf 55,1 Punkte überrascht. Hier habe die Prognose bei lediglich 53,2 Zählern gelegen. Der Anstieg sei von dem Geschäftsaktivitätsindex, der von 55,6 auf 59,9 Zähler angezogen habe, als auch dem Auftragsindex, der sich von zuvor 53,7 auf 57,7 Punkte verbessert habe, getragen gewesen. Der Beschäftigungsindex habe dagegen von 53,8 auf 51,1 Zähler verloren. Insgesamt habe sich ein Bild eingestellt, das bei allen Indices Stände oberhalb der zwischen Wachstum und Kontraktion unterscheidenden Marke von 50 Punkten geliefert habe.
Der ADP Employment-Index habe mit 162.000 neu geschaffenen Stellen per Berichtsmonat September in der US-Privatwirtschaft nach zuvor 189.000 Jobs überzeugt. Die Prognose sei bei 143.000 neu geschaffenen Stellen angesiedelt gewesen. Die Tendenz stimme. Das Niveau sei nicht zufrieden stellend.
Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das den EUR gegenüber dem USD favorisiere. Erst ein nachhaltiges Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1,2600 bis 1,2630 neutralisiere das positive Bias des Euro. (04.10.2012/ac/a/m)
Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 78,62. In der Folge notiere EUR/JPY bei 101,65, während EUR/CHF bei 1,2120 oszilliere. Das sei recht "sportlich" gewesen, was sich im US-Haushalt an den ersten beiden Tagen des neuen Fiskaljahres ergeben habe.
Nachdem sich die Neuverschuldung in den USA im abgelaufenen Fiskaljahr per 30.09.2012 auf 1.276 Mrd. USD nach zuvor 1.228 Mrd. USD gestellt habe, sei es an den ersten beiden Kalendertagen zu einer Neuverschuldung in Höhe von "sportlichen" 104,8 Mrd. USD gekommen.
Die Analysten seien erstaunt, wie wichtig europäische marginale Defizitverfehlungen seien und welche Mark erschütternden Folgen damit von den Finanzmärkten den Reformländern aufoktroyiert würden (2011 GR 4 Mrd. Euro Verfehlung mit dramatischen Folgen für gesamte Eurozone), während die prekäre Situation in den USA von den Finanzmärkten im Rahmen asymmetrischer Wahrnehmung vollständig ausgeblendet werde.
Bei vielen Themen waren und sind wir vor der Kurve, wie nachstehender Absatz belegt, so die Analysten der Bremer Landesbank. Auch in der Frage des US-Haushalts inklusive der bisherigen Reformverweigerung werde die normative Kraft des Faktischen dafür sorgen, dass man später attestieren werde, sachlich richtig und frühzeitig vor diesem Elefanten im Porzellanladen gewarnt zu haben. Das sei schließlich die Aufgabe der Analyse. Es sei definitiv nicht die Aufgabe der Analyse, das größte Problem klein zu schreiben und dabei vermeintlich neuen Paradigmen oder dem Mediengetöse aus NY und London Folge zu leisten. Diesbezüglich habe die internationale Analyse in einer Durchschnittsbetrachtung bei weinigen Ausnahmen bereits 2000 - 2002 und 2004 - 2007 massiv versagt. "Food for thought!" Die Expertenkommission der EU schlage eine Aufspaltung der Großbanken vor, um potenziellen systemischen Risiken entgegen zu wirken.
Die Analysten würden sich sehr freuen, dass damit ein Gedanke aus "Endlich Klartext" (2007/2008), spät, aber nicht zu spät auf eine ernsthafte Agenda gesetzt werde. Sie würden sich an dieser Stelle aus der Rede des Bundestagspräsidenten Lammert zu zitieren erlauben, der gestern bezüglich der deutschen Einheit Klartext gesprochen habe. Er habe eindringlich zur Weiterentwicklung der Europäischen Union aufgerufen:
"Europa sei mehr als Bürokratie, Richtlinien, Verträge und auch mehr als der Euro. Zum Teil sehe es so aus, als gehe es nur um Geld und die Lösung finanzieller Probleme. Dies werde der Idee der Europäischen Gemeinschaft jedoch nicht gerecht. Im Kampf um die Solidität der Finanzen darf die Solidarität nicht unter die Räder kommen." Genau so sei es.
Die gestern veröffentlichten Wirtschaftsdaten hätten bezüglich der Erwartungen durchgehend positive Akzente gesetzt: Der Markit-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor habe sich per Berichtsmonat September auf 46,1 Punkte gestellt. Die Prognose und der vorläufige Wert hätten bei 46,0 Zählern gelegen. Italien habe mit einem unerwarteten Anstieg von zuvor 44,0 Punkten auf 44,5 Zähler besonders hervorgestochen (Prognose 43,5).
Die Einzelhandelsumsätze der Eurozone hätten per August eine Zunahme um 0,1% (Prognose -0,1%) nach zuvor +0,1% (revidiert von -0,2%) verzeichnet. Im Jahresvergleich sei es zu einem Rückgang um -1,3% (Prognose -2,0%) nach zuvor -1,4% (revidiert von -1,7%) gekommen. Die letzten vier größtenteils marginalen Anstiege nun als Trendwende zu "feiern", wäre vermessen. Sie als Indiz einer Verstetigung mit der Chance einer Trendwende zu interpretieren, sei sachlich geboten.
Der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor habe per Berichtsmonat September mit einem Anstieg von zuvor 53,7 auf 55,1 Punkte überrascht. Hier habe die Prognose bei lediglich 53,2 Zählern gelegen. Der Anstieg sei von dem Geschäftsaktivitätsindex, der von 55,6 auf 59,9 Zähler angezogen habe, als auch dem Auftragsindex, der sich von zuvor 53,7 auf 57,7 Punkte verbessert habe, getragen gewesen. Der Beschäftigungsindex habe dagegen von 53,8 auf 51,1 Zähler verloren. Insgesamt habe sich ein Bild eingestellt, das bei allen Indices Stände oberhalb der zwischen Wachstum und Kontraktion unterscheidenden Marke von 50 Punkten geliefert habe.
Der ADP Employment-Index habe mit 162.000 neu geschaffenen Stellen per Berichtsmonat September in der US-Privatwirtschaft nach zuvor 189.000 Jobs überzeugt. Die Prognose sei bei 143.000 neu geschaffenen Stellen angesiedelt gewesen. Die Tendenz stimme. Das Niveau sei nicht zufrieden stellend.
Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das den EUR gegenüber dem USD favorisiere. Erst ein nachhaltiges Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1,2600 bis 1,2630 neutralisiere das positive Bias des Euro. (04.10.2012/ac/a/m)








