Epigenomics zu teuer




13.07.04 09:56
ExtraChancen

Die Experten von "ExtraChancen" halten Epigenomics (ISIN DE000A0BVT96 / WKN A0BVT9) für ein interessantes aber derzeit leider zu teures IPO.

Die 1998 gegründete Biotech-Schmiede Epigenomics erwarte 55 bis 67 Mio. Euro durch den in dieser Woche geplanten Börsengang. Dem liege eine Bookbuildingspanne von 11,90 bis 14,50 Euro für die 4,6 Mio. Papiere zugrunde. Bei großer Nachfrage stehe sogar eine Mehrzuteilungsoption von 693.277 Aktien zur Verfügung - doch diese werde mit Sicherheit nicht in Anspruch genommen.

Beim Börsenhändler Schnigge sei die Aktie am Freitag gerade mal mit 11,60 gehandelt worden - also unterhalb der Bookbuildingspanne. "Viel zu teuer", laute deshalb auch die Kritik der Finanzexperten. Bei dem angestrebten Emissionserlös wäre das Unternehmen mit insgesamt 198 bis 240 Mio. Euro bewertet. Und das bei einem Jahresumsatz von 10,8 Mio. Euro sowie roten Zahlen. Analysten würden den Break-Even in 2008 erwarten.

Die Berliner würden derzeit zwar eine Absage des Börsengangs ebenso ausschließen wie eine Reduzierung der Preisspanne - doch offensichtlich hätten die Verantwortlichen keine anderen Alternativen. Denn die Nachfrage nach den Aktien sei schwach: "So schwach wie bei keinem anderen Unternehmen in diesem Jahr", präzisiere Florian Weber, Vorstand bei Schnigge. Das solle etwas heißen, immerhin seien drei Börsengänge in 2004 kurzfristig abgesagt worden.

Allerdings würden die Berliner, die spezialisiert seien auf die Früherkennung von Krankheiten (u.a. Brust- und Darmkrebs), auch unter dem schwachen Börsenumfeld leiden. Ausgerechnet jetzt stufe Lehman Brothers den gesamten Biotech-Sektor auf "neutral" zurück.

Selber zuschreiben müsse sich das Unternehmen den ungünstigen Zeitpunkt. Denn vor gut zwei Monaten habe Epigenomics auf dem größten Krebskongress der Welt, der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Klinische Onkologie (ASCO), in New Orleans im Blickpunkt gestanden. Dort habe die Gesellschaft den 27.000 Fachleuten seine neuesten Studienergebnisse präsentiert. Traditionell sei das Interesse an Firmen aus dem Pharma- und Biotech-Sektor im Vorfeld bzw. während dieser Fachmesse deutlich größer.

Davon hätten auch die Berliner profitiert, müssten sie doch ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen. Ein Verfahren solle bei der Frühuntersuchung von Darmkrebs die unangenehme und teurere Darmspiegelung durch eine Blutuntersuchung ersetzen. Marktreife: voraussichtlich 2008. Ein Verfahren für Brustkrebs solle 2007 auf den Markt. Nicht umsonst kooperiere der große Schweizer Pharmakonzern Roche eng mit Epigenomics. Durch Meilensteinzahlungen beim Erreichen von Forschungszielen werde die Entwicklung neuer Verfahren mitfinanziert.

Mit Epigenomics würden die Anleger damit durchaus auf ein solides Unternehmen mit viel versprechenden Produkten in der Pipeline setzen. Die Analysten von AC Research würden es positiv sehen, dass Emissionserlöse vorwiegend für die Entwicklung eigener Produkte verwendet werden sollten. Sie würden aber nicht verschweigen, dass die angestrebte Marktkapitalisierung "im Vergleich zu anderen deutschen Biotechnologieunternehmen sehr teuer" sei. Die Analysten würden nur spekulativen Anlegern empfehlen, die Aktie zu zeichnen.

Auch die Experten von "ExtraChancen" sehen das Epigenomics als interessante Anlagemöglichkeit im Biotech-Sektor - allerdings nicht zu dem aktuellen Preis. Angesichts der geringen Nachfrage würden Anlegern eher Zeichnungsverluste als gewinne drohen - falls das IPO nicht noch kurzfristig abgesagt werde.








 
 
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