Erweiterte Funktionen


Drakonische Strafe für US-Broker




29.04.03 14:39
BoersenMan.de

Die amerikanische Börsenaufsicht hat gestern eine Strafe von mittelalterlicher Grausamkeit verhängt: am Pranger stehen die größten Banken bzw. Broker des Landes, berichten die Experten von "BoersenMan.de".

Zusammen müssten sie eine Strafe von 1,4 Mrd. Dollar zahlen, 400 Mio. kämen von der Citigroup, der größten Bank der Welt, je 200 Mio. von CSFB und Merrill Lynch. Die Delinquenten hätten Anleger im Börsenboom betrogen - und zwar weil sie in einer tückischen Doppelrolle aufgetreten seien. Einerseits hätten sie als Bänker Unternehmen finanziert, an die Börse gebracht und damit Milliarden verdient, andererseits hätten sie als treue Ratgeber der Anleger genau diese Unternehmen zum Kauf empfohlen. Den Vogel habe der New Yorker Staranalyst Henry Blodget abgeschossen: Er habe eine Internetfirma öffentlich in den Himmel gelobt, die er intern als "piece of shit" bezeichnet habe. Seine Kollegen vom Investmentbanking hätten Millionen Aktien platzieren können, Blodget habe seinen Teil abbekommen, und die Anleger hätten den Schaden.

Damit so etwas nicht mehr passiere, müssten die Banken ihre Analysten in Zukunft in Quarantäne halten und dürfen sie auch nicht mehr mit den Profiten aus Börsengängen päppeln. Analysten, so die hehre Vorstellung der Börsenaufsicht, sollten in Zukunft nur zum Wohle des Anlegers arbeiten. Die Frage, warum eine Bank sie dann bezahlen sollte, habe noch keiner beantwortet - auch nicht in Deutschland.






 
 

Aktien des Tages

RSS Feeds




Bitte warten...