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Devisenmärkte Status quo




07.08.07 10:30
HypoVereinsbank

München (aktiencheck.de AG) - Aus Sicht von FX-Analysten- und Strategen war gestern ein verlorener Tag, berichten die Analysten der HypoVereinsbank.

Das einzig Verwertbare sei die Erkenntnis gewesen, dass außer neuen Nachrichten vom Subprime-Sektor bestenfalls noch US-Konjunkturdaten mit ihrem Einfluss auf die US-Leitzinsfantasie zählen würden, aber alles andere nur mit Schulterzucken zur Kenntnis genommen werde. So hätten beispielsweise die extrem angestiegenen deutschen Auftragseingänge (+4,6% ggü. Vm/ +15,9% ggü. Vj.) für den EUR/USD-Kursverlauf überhaupt keine Rolle gespielt, obwohl man angesichts der letzten Freitag ins Rollen gebrachten Aufwärtsbewegung zusätzlichen Rückenwind hätte erwarten können.

Ansonsten sei der Status quo weitgehend erhalten geblieben. Fragilität an den Aktienmärkten, ausgeweitete Kredit-Spreads, im Trend abwärts gerichtete Bondrenditen und sehr hohe Optionsvolatilitäten bei Aktien und Währungen seien Ausdruck der insgesamt angespannten Stimmung an den Finanzmärkten gewesen - angespannte Stimmung ja, aber eben doch keine neuen Schockwellen. Daher habe sich das Carry-Trade-Unwinding nicht weiter fortgesetzt und EUR/USD habe ebenfalls keine Entlastung verspürt.

Der JPY und der CHF hätten in der letzten Juli-Woche kräftig zugelegt, würden aber seit Anfang August seitwärts notieren. Bei AUD (Australischer Dollar) und NZD (Neuseeland-Dollar) wiederum biete sich das konträre Bild. Erheblichen Kursverlusten sei auch hier zuletzt eine Seitwärtsbewegung gefolgt. Der USD profitiere, sobald die Funding-Währungen an Wert gewinnen und die Receiver-Währungen stark verlieren würden (Unwinding).

Passiere im Carry-Trade-Universum hingegen recht wenig, gehe dies eher zulasten des US-Dollar, weil konjunkturelle Auswirkungen der Subprime-Krise zuallererst in den USA spürbar wären und die Geldmärkte bis Ende März immerhin zwei FED-Zinssenkungen eingepreist hätten. Sollte, wovon nicht auszugehen sei, der Risikoappetit schlagartig wieder einsetzen, würde sich der Marktfokus noch stärker auf Imponderabilien der US-Konjunktur richten und den USD belasten.

Die FED werde heute Abend kaum etwas zur Veränderung des beschriebenen Zustandes an den Devisenmärkten beitragen. Die gegenwärtigen Finanzmarktängste würden ihr vermutlich nur einen Halbsatz wert sein, und dem insgesamt angeschlagenen US-Immobiliensektor dürfte sie wie üblich nur eine begrenzte Auswirkung auf die US-Konjunktur attestieren. Ansonsten würden die Analysten der HypoVereinsbank davon ausgehen, dass ihre Hauptsorge nach wie vor der Nachhaltigkeit der zuletzt leicht rückläufigen Inflationstendenz gelte. (07.08.2007/ac/a/m)








 
 

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