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Devisenmärkte im Fokus




13.08.07 12:25
HypoVereinsbank

München (aktiencheck.de AG) - Mit den Nachrichten über die Involvierung weiterer europäischer Finanzinstitute in die US-Subprime-Krise schienen die Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten, ungeachtet der tags zuvor erfolgten Liquiditätsspritze durch mehrere Zentralbanken, eine neue Dimension zu erreichen, so die Analysten der HypoVereinsbank.

Als sich FED, EZB, SNB, BoC, BoJ und RBA jedoch wiederholt zur Bereitstellung erheblicher Extramittel aufgerafft hätten und die FED erklärt habe, so viel wie nötig bereitzustellen, habe sich die Lage zumindest vorübergehend beruhigt. Aktienmärkte und Bondrenditen hätten eine leidliche Bodenbildung verspürt und der Carry-Trade-Unwinding-Prozess, zuvor gegipfelt in EUR/JPY-Kursen knapp unter 1,60, sei vorerst zum Stillstand gekommen. In gewohnter Weise sei auch EUR/USD von den Bewegungen der Carry-Trade-Paritäten durch Spill-Over-Effekte beeinflusst worden und habe gegen Handelsschluss etwas Aufwärtspotenzial entwickelt.

Noch vor wenigen Stunden habe man den Eindruck gewinnen können, die leichte Entspannung, als Resultat der konzertierten Zentralbankoperationen, würde zumindest ein paar Tage anhalten. Die jüngsten Aktivitäten würden allerdings wieder in die andere Richtung deuten. Die Nervosität an den FX-Märkten sei unverändert hoch, obwohl die asiatischen und europäischen Aktienmärkte gegenwärtig leicht im Plus handeln würden.

Der JPY segele tendenziell weiter im Aufwind. Das heute früh veröffentlichte enttäuschende Ergebnis des japanischen Q2 Wachstums von 0,5% ggü. Vq (real, ann.) spiele in der globalen Marktfokussierung überhaupt keine Rolle, gleichwohl es unter "normalen" Verhältnissen zu Spekulationen über eine Verschiebung der nächsten BoJ-Zinserhöhung ins vierte Quartal gekommen wäre und dem JPY geschadet hätte.

Nachdem in den letzten Tagen Datenveröffentlichungen weitgehend ignoriert worden seien, dürfte sich dies in den kommenden Tagen jedoch ändern. Während man keine nennenswerten Einflüsse seitens der Wachstumsdaten verschiedener Länder der Eurozone erwarte und diese recht makellos ausfallen sollten, würden die FX-Märkte wohl kaum umhin kommen, den Daten des US-Immobiliensektors Rechnung zu tragen.

Im Mittelpunkt stünden dabei vor allem der NAHB-Wohnungsmarkt-Index (Mittwoch) und die Baugenehmigungen sowie Baubeginne für Eigenheime. Eine leidliche Stabilisierung dürfte kaum ausreichen, um die Devisenmärkte davon zu überzeugen, dass die Korrektur im US-Hausbausektor allmählich zu Ende gehe. Das Thema Subprime werde also indirekt oder sogar, je nach Nachrichtenlage, direkt die Märkte weiterhin im Griff haben.

Da die erwähnten Daten den Marktfokus von den globalen Auswirkungen der US-Immobilienkrise zunächst wieder auf die USA selbst lenken würden, rechne man gegen Ende der Woche nicht nur mit einer Fortsetzung des Carry-Trade-Unwindings, sondern gleichfalls mit einer wiederholten USD-Schwäche, die EUR/USD den 1,38 wieder deutlich näher bringe. (13.08.2007/ac/a/m)








 
 

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