Criteo: Licht und Schatten im Werbegeschäft




16.08.25 10:25
Börse Global

Criteo Aktie

Der französische Werbetechnologie-Spezialist Criteo präsentiert ein gemischtes Quartalsbild – während einige Kennzahlen Hoffnung machen, bleiben andere hinter den Erwartungen zurück. Besonders die sinkende Profitabilität trotz steigender Umsätze wirft Fragen auf.


Umsatzwachstum, aber schwindende Gewinne


Im zweiten Quartal 2025 verbuchte Criteo einen Umsatz von 483 Millionen US-Dollar, ein Plus von 2 Prozent im Jahresvergleich. Unter Berücksichtigung von Währungsschwankungen blieb der Umsatz jedoch nahezu unverändert. Positiv entwickelte sich die Bruttomarge, die um 11 Prozent auf 259 Millionen Dollar stieg und sich auf 54 Prozent verbesserte – ein Zeichen für gestiegene operative Effizienz.


Doch der Schein trügt: Der verdünnte Gewinn je Aktie (EPS) sank um 15 Prozent auf 0,39 Dollar, das bereinigte EBITDA ging um 4 Prozent auf 89 Millionen Dollar zurück. Offenbar drücken die aktuellen Strategieinvestitionen in die künstliche Intelligenz die Profitabilität stärker als erwartet.


Retail Media als Wachstumstreiber


Ein Lichtblick ist das Retail-Media-Segment, das mit einem Plus von 11 Prozent bei Umsatz und Contribution ex-TAC deutlich zulegte. Mittlerweile macht dieser Bereich bereits 20 Prozent des Gesamtgeschäfts aus. Die hohe Kundenbindung zeigt sich in einer Retention-Rate von 112 Prozent – bestehende Kunden geben also mehr aus als im Vorjahr. Neue Kunden wie BJ's und Thermo Fisher untermauern die positive Entwicklung.


Auch das Performance-Media-Geschäft legte mit einem Plus von 6 Prozent zu. Strategische Partnerschaften, etwa die erweiterte Zusammenarbeit mit dentsu, stärken Criteos Position im Ökosystem des E-Commerce.


Analysten uneins über Zukunftschancen


Die Kapitalmarkt-Reaktion fällt gespalten aus: Während BMO Capital sein Kursziel nach den Quartalszahlen auf 51 Dollar anhob, senkte DA Davidson die Erwartungen auf 38 Dollar – begründet mit Kundenbedenken. Criteo selbst zeigt sich zuversichtlich und hat seine Jahresprognose angehoben. Das Unternehmen erwartet nun ein Contribution-ex-TAC-Wachstum von 3-4 Prozent bei konstanten Währungen und eine EBITDA-Marge von 33-34 Prozent.


Doch die Märkte bleiben skeptisch: In vier der letzten zehn Handelstage verlor die Aktie an Wert, die Short-Quote stieg auf 17,75 Prozent. Ob Criteo die Investitionen in KI und Technologie langfristig auszahlen können, wird sich zeigen müssen.


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