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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die chinesische Wirtschaft hat im Jahr 2011 an Dynamik verloren und wird sich im ersten Halbjahr 2012 voraussichtlich noch weiter abschwächen, so John Greenwood, Chefvolkswirt INVESCO Ltd., in seinem "Markt- und Wirtschaftsausblick 2012".
Diese Wachstumsverlangsamung sei vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen: erstens die schwächere Inlandsnachfrage infolge der progressiven Verschärfung der Geldpolitik in den letzten 18 Monaten und zweitens die deutliche Verlangsamung des Exportwachstums angesichts des erhöhten Rezessionsrisikos in wichtigen Auslandsmärkten wie der Eurozone und Großbritannien. Insgesamt rechne man jedoch nicht mit einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft.
Im Inland habe die Regierung ein Programm der geldpolitischen Straffung gestartet - Hauptziel sei die Abkühlung des überhitzten Wohnungsmarktes. Allerdings sei am chinesischen Wohnungsmarkt eine fundamentale strukturelle Verlagerung zu beobachten. Während sich der private Wohnungsmarkt abkühle, werde der soziale Wohnungsbau im Rahmen des neuen Fünfjahresplans massiv gefördert: Bis 2015 wolle die chinesische Regierung 36 Mio. subventionierte Wohneinheiten bauen. Aufgrund des Ausmaßes dieser Expansion im sozialen Wohnungsbau werde die Stärke im öffentlichen Sektor die Schwäche in der Privatwirtschaft weitgehend wettmachen. Im Grundstoffmarkt - z. B. Zement und Stahl - werde die Nachfrage aus dem privaten Sektor schwächer und die aus dem öffentlichen Sektor stärker ausfallen.
Ein weiterer Bereich, in dem sich das Wachstum verlangsamt habe, sei die Außenwirtschaft: Nach einem Wachstum von mehr als 23% im ersten Halbjahr 2011 hätten die Exporte im November 2011 nur noch um 13,8% zugelegt. Der Hauptgrund dafür sei die Wachstumsschwäche in den Industrieländern. Insgesamt rechne man 2012 mit einer Verlangsamung des chinesischen Wachstums auf 7% bis 8%. Sollte die chinesische Regierung aber - vielleicht im Zuge einer Rezession in der Eurozone - eine ernsthaftere Wachstumsabschwächung fürchten, werde sie auch nicht zögern, weitere expansive Maßnahmen einzuleiten. Wie schon 2009 und 2010 dürften sich diese auch als wirkungsvoll erweisen, da die Bilanzen in China weiter solide seien und die privaten Haushalte, Unternehmen und Kommunen daher weiter gewillt seien, kreditfinanzierte Ausgaben zu tätigen.
An der Preisfront habe die Verbraucherpreisinflation im Juli mit 6,2% ihren Höhepunkt erreicht. Seither habe sich die Teuerung im Zuge des nachlassenden Preisdrucks an den Nahrungsmittel- und Energiemärkten bis auf 4,2% im November verlangsamt. Für 2012 rechne man mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 3,5%. Fundamental betrachtet sei China weiterhin übermäßig abhängig von der Auslandsnachfrage und den Investitionsausgaben und damit sehr anfällig für die Auswirkungen eines sich verschärfenden Abschwungs in Europa. Obwohl China im Jahr 2012 mit großer Wahrscheinlichkeit weitere Stimulusmaßnahmen zur Förderung der Binnenwirtschaft einleiten werde, dürfte das Wachstum der chinesischen Wirtschaft daher schwächer ausfallen als 2010 oder Anfang 2011. (Jahresausblick 2012 vom 15.12.2011) (09.01.2012/ac/a/m)
Diese Wachstumsverlangsamung sei vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen: erstens die schwächere Inlandsnachfrage infolge der progressiven Verschärfung der Geldpolitik in den letzten 18 Monaten und zweitens die deutliche Verlangsamung des Exportwachstums angesichts des erhöhten Rezessionsrisikos in wichtigen Auslandsmärkten wie der Eurozone und Großbritannien. Insgesamt rechne man jedoch nicht mit einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft.
Ein weiterer Bereich, in dem sich das Wachstum verlangsamt habe, sei die Außenwirtschaft: Nach einem Wachstum von mehr als 23% im ersten Halbjahr 2011 hätten die Exporte im November 2011 nur noch um 13,8% zugelegt. Der Hauptgrund dafür sei die Wachstumsschwäche in den Industrieländern. Insgesamt rechne man 2012 mit einer Verlangsamung des chinesischen Wachstums auf 7% bis 8%. Sollte die chinesische Regierung aber - vielleicht im Zuge einer Rezession in der Eurozone - eine ernsthaftere Wachstumsabschwächung fürchten, werde sie auch nicht zögern, weitere expansive Maßnahmen einzuleiten. Wie schon 2009 und 2010 dürften sich diese auch als wirkungsvoll erweisen, da die Bilanzen in China weiter solide seien und die privaten Haushalte, Unternehmen und Kommunen daher weiter gewillt seien, kreditfinanzierte Ausgaben zu tätigen.
An der Preisfront habe die Verbraucherpreisinflation im Juli mit 6,2% ihren Höhepunkt erreicht. Seither habe sich die Teuerung im Zuge des nachlassenden Preisdrucks an den Nahrungsmittel- und Energiemärkten bis auf 4,2% im November verlangsamt. Für 2012 rechne man mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 3,5%. Fundamental betrachtet sei China weiterhin übermäßig abhängig von der Auslandsnachfrage und den Investitionsausgaben und damit sehr anfällig für die Auswirkungen eines sich verschärfenden Abschwungs in Europa. Obwohl China im Jahr 2012 mit großer Wahrscheinlichkeit weitere Stimulusmaßnahmen zur Förderung der Binnenwirtschaft einleiten werde, dürfte das Wachstum der chinesischen Wirtschaft daher schwächer ausfallen als 2010 oder Anfang 2011. (Jahresausblick 2012 vom 15.12.2011) (09.01.2012/ac/a/m)








