AutoBank wenn der Ertragsturbo schnurrt




28.06.11 14:44
MIDAS Research

Mannheim (aktiencheck.de AG) - Karsten Siebert und Michael Drepper, Analysten von MIDAS Research, stufen die Aktie der AutoBank mit dem Rating "kaufen" ein.

Der Name ist Programm! Die AutoBank AG ist als Spezialbank ausschließlich mit der Finanzierung von Kraftfahrzeugen befasst sowohl für Endkunden als auch für mittelständische Händler, so die Analysten von MIDAS Research. Die Bank sei komplett herstellerunabhängig, agiere also nicht als Absatzfinanzierungs- und Marketing-Vehikel von Autokonzernen, sondern sei allein auf Ertragsmaximierung ausgerichtet.

Die von der AutoBank so in spezieller Weise besetzte Marktnische biete nach der Analyse der Analysten erhebliche Wachstumsperspektiven und könne bei entsprechend schlanker Organisationsstruktur hoch profitabel gestaltet werden. MIDAS Research habe vier zentrale Wachstums- und Ergebnistreiber bei der AutoBank AG identifiziert und in ihrer Wirkungsweise dargestellt. Im Ergebnis zeige sich eine große Planbarkeit und Plausibilität für die prognostizierte Geschäftsentwicklung bei ansprechender Rentabilität.

Dass auch im Retail-Banking gutes Geld verdient werden könne, würden erfolgreiche Direktbanken-Geschäftsmodelle wie ING DiBa oder Santander DirektBank zeigen. Voraussetzungen seien standardisierte, Internet-Banking fähige Produkte verbunden mit einem geringen Kreditausfallrisiko. So könne das aufsichtsrechtlich vorgeschriebene Solvabilitätskapital möglichst optimal bewirtschaftet, d.h. relativ knapp gehalten werden, ohne dass es zu Einbußen beim Rating komme. In vergleichbarer Weise würden die Analysten auch die AutoBank positioniert sehen. So verteile sich das Forderungsvolumen im Retail-Bereich auf über 13.000 Endkunden mit einer durchschnittlichen Forderungshöhe von lediglich ca. 11.800 Euro; umgekehrt würden die Einlagen von über 40.000 Anlegern aufgebracht mit einem durchschnittlichen Betrag von nur EUR 5.565,- (per Ende Geschäftsjahr 2010).

Die Risiken seien also breit gestreut bei der AutoBank, gleichzeitig könne ein Großteil des Geschäftsvolumens online oder per CallCenter abgewickelt werden, während kostenintensive Finanzierungsgespräche von den Autohändlern im Rahmen der Neu- bzw. Gebrauchtwagenverkäufe - quasi umsonst - geleistet würden.

Die Recherchen der Analysten hätten gezeigt, dass auch die Börse von der relativen Risikoarmut des Leasing - und Retail-Finanzierungsgeschäfts überzeugt sei, denn so würden mit der AutoBank gut vergleichbare börsennotierte Spezialfinanzierer Beta-Faktoren von regelmäßig deutlich unter eins aufweisen - allen voran die über viele Jahre als Börsen-Highflyer bekannte GRENKELEASING AG.

Mit der AutoBank-Aktie hätten Anleger nach Erachten der Analysten nun Chancen auf einen vergleichbaren Erfolg, denn die AutoBank habe inzwischen eine in Relation zum Geschäftsvolumen günstige Betriebsgröße, so dass das Unternehmen planmäßig vor einem signifikanten Ergebnisschub gleich über mehrere Geschäftsjahre hinweg stehe. Anders als häufig zu beobachten hätten die überwiegend deutschen Eigentümer der österreichischen Bank den Emissionserlös aus dem Börsengang im letzten November nämlich vollständig im Unternehmen belassen und in die zukünftige Geschäftsentwicklung investiert.

Bis zum IPO habe die AutoBank quasi nur "mit angezogener Handbremse" agieren können und angesichts nicht ausreichender Solvabilitätsmittel bestehendes Geschäft an Drittbanken durchreichen müssen. Deshalb sei es mit dem Mittelzufluss aus dem Börsengang auch möglich, unmittelbar "den Hebel umzulegen" und das Ertragsniveau nachhaltig auszuweiten.

Dieser Turbo-Boost für die Ertragsentwicklung sei von der Börse bisher kaum beachtet worden. So habe der Aktienkurs den IPO-Level von EUR 2,50 nicht nachhaltig verlassen können, obwohl die zwischenzeitlich vorgelegten Geschäftsergebnisse für 2010 bereits absolut in die richtige Richtung weisen würden. Denn trotz der Kosten des Börsengangs sei hier ein Swing beim Jahresüberschuss von fast 950 Tsd. Euro erreicht und die Gewinnzone nur noch äußerst knapp verfehlt worden. Doch auch dies sei bereits Vergangenheit, wie die aktuell vorgelegte Information zum 1. Quartal 2011 mit einem Nettogewinn von EUR 0,19 Mio. belege.

Kursuntergrenze sei bei Bankaktien häufig der Buchwert bzw. das Haftkapital, so auch aktuell noch bei der AutoBank. Gelinge es der Bank aber dauerhaft, Returns über die Kosten des Haftkapitals hinaus zu erwirtschaften, sollte die Börse dies mit einer entsprechenden Kursprämie auf den Buchwert honorieren. Diese wäre nach unserem Discounted-Cash-earnings-Modell für Banken erst bei einem Kurs von EUR 3,43 für die AutoBank-Aktie angemessen erreicht, so die Analysten von MIDAS Research.

Anleger, die ein transparentes, risikoarmes Investment suchen würden aber auf überdurchschnittliches Kurspotenzial von nach Erachten der Analysten mindestens 36% nicht verzichten wollten, seien bei der AutoBank also bestens aufgehoben, weshalb die Analysten die Aktie auch als uneingeschränkt kaufenswert einstufen würden. Das Chance-Risiko-Profil der AutoBank AG hätten sie in der nachfolgenden SWOT-Analyse noch einmal zusammengefasst. Nicht zuletzt vor der Gefahr weltweit wieder ansteigender Zinsen dürfte es jetzt eine kluge Entscheidung sein, in die AutoBank-Aktie zu investieren, denn die AutoBank werde von steigenden Zinsen unmittelbar profitieren, nicht zuletzt wegen der in Österreich vorherrschenden variablen Kreditzinsen bzw. Leasingraten bei KFZ-Finanzierungen.

Die Analysten von MIDAS Research bewerten die Aktie der AutoBank mit "kaufen". Das Kursziel werde bei EUR 3,43 gesehen. (Analyse vom 27.06.2011) (28.06.2011/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.








 
 
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