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AWD nicht zeichnen




09.10.00 00:00
GoingPublic-Online

Nach MLP und tecis macht sich nun ein weiterer Finanzdienstleister startklar zum Sprung an die Börse. Aktien der AWD Holding AG (WKN 508590) können bis zum 13. Oktober in einer Spanne von 54 bis 62 Euro gezeichnet werden, berichten die Analysten von GoingPublic-Online.

Am 17. Oktober solle die Notierungsaufnahme im Amtlichen Handel der Börsen Frankfurt und Hannover stattfinden. Insgesamt sieben Banken würden das Unternehmen beim IPO begleiten. Die gemeinsame Führung hätten Deutsche Bank und Morgan Stanley Dean Witter übernommen. Weitere Mitglieder des Konsortiums seien Commerzbank, Nord LB, Bank Sarasin & Cie., Joh. Berenberg Gossler & Co. und die CA IB Investmentbank.

Insgesamt 9 Mio. Aktien könnten geordert werden. Die Mehrzuteilungsoption umfasse weitere 0,9 Mio. Aktien. Die angebotenen Anteile würden dabei vollständig aus einer Kapitalerhöhung, stammen mit der das Grundkapital auf 37,9 Mio. Euro erhöht werde. Der Free Float belaufte sich nach Ausübung des Greenshoe auf 26,2 %. Auch nach dem Börsengang werde Gründer und Vorstandsvorsitzender Carsten Maschmeyer mit 53,2 % die Mehrheit am Unternehmen halten.

Kernaktivität des als Holding strukturierten Konzerns sei die nicht von einem Anbieter abhängige Wirtschaftsberatung im Bereich Privatkunden. Mehr als 2.300 Handelsvertreter und Berater würden für AWD zum Beispiel Lebensversicherungen und Fondsanteile vermitteln. Vertrieben würden die Produkte über eigene Niederlassungen, den persönlichen Besuch beim Kunden, Call Center und auch via Internet in Deutschland, der Schweiz und Österreich.

AWD sei – anders als in unzähligen Anzeigen publiziert - nicht der größte, sondern hinter der Deutschen Vermögensberatungs AG der zweitgrößte Finanzvertrieb Deutschlands. Im Vergleich mit MLP und tecis, deren 01er KGVs jeweils auch weit über 100 liegen, erscheine AWD mit einem KGV von 111 am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne deutlich überteuert, da nicht vergessen werden sollte, daß insbesondere MLP mit seinem auf Akademiker zugeschnittenen Konzept eine wesentlich kaufkräftigere Klientel bediene als AWD. Eine hohe Mitarbeiterfluktuation bei AWD – etwa 12 % verlassen jedes Jahr das Unternehmen – und ein angeschlagenes Image in Kundenkreisen hätten einen deutlichen Bewertungsabschlag beim Börsengang erforderlich gemacht.

Nach Ansicht der Analysten von GoingPublic-Online sollten Anleger die Aktien von AWD daher nicht zeichnen.








 
 
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