ASML hat am Freitag die nächste Marke geknackt. Rückenwind kommt von Taiwan Semiconductor (TSMC), das seine Investitionen deutlich hochschraubt – und von einer ganzen Reihe optimistischer Analysten. Im Zentrum steht eine Frage: Wie stark profitiert ASML von der nächsten Ausbaustufe der Chipindustrie?
TSMC dreht den Investitionshahn auf
Auslöser der Kursrally ist das frische Update von TSMC. Der weltgrößte Auftragsfertiger für Chips plant 2026 Investitionen (Capex) zwischen 52 und 56 Milliarden US‑Dollar – rund 32 % mehr als im Vorjahr 2025.
Der Fokus dieser Ausgaben liegt auf modernsten Fertigungsknoten (N3/N2), also jenen Produktionsstufen, in denen ASMLs EUV‑Belichtungsmaschinen unverzichtbar sind. Genau hier setzt die Fantasie an: Analysten von Bernstein schätzen, dass TSMC bis zu 30 zusätzliche EUV‑Systeme benötigen könnte und sehen ASML damit als klaren Hauptprofiteur.
Konkret erwartet Bernstein, dass der Umsatz von ASML mit TSMC im Jahr 2026 um etwa 27 % zulegt – deutlich mehr als die zuvor am Markt eingepreisten rund 10 %. Für Anleger ist das ein klares Signal, dass die zuletzt vorsichtigeren Erwartungen für das EUV‑Geschäft wieder nach oben angepasst werden müssen.
Analysten drehen Kursziele nach oben
Parallel zu TSMCs Capex‑Sprung kam eine Welle von Aufstufungen und höheren Kurszielen für ASML:
- Morgan Stanley erklärte die Aktie zum „Top Pick“ und hob das Kursziel auf 1.400 Euro an. Die Bank rechnet damit, dass 2027 das bislang profitabelste Jahr in der Unternehmensgeschichte wird – mit prognostizierten Umsätzen von 46,8 Milliarden Euro und einem Gewinn je Aktie von 45,74 Euro, rund 57 % mehr als 2026.
- Bank of America erhöhte ihr Kursziel von 1.205 auf 1.373 Euro. Begründung: Die anziehende KI‑Nachfrage im Speichersegment und die steigende Komplexität bei DRAM- und HBM‑Chips stärken die Rolle von ASML in der Fertigungskette.
- RBC Capital Markets startete zuletzt die Beobachtung der Aktie mit einem „Outperform“-Rating und schließt sich damit dem bullischen Grundton an.
Diese geballte Unterstützung aus dem Analystenlager verstärkt den Eindruck, dass der Markt die strukturellen Wachstumstreiber – KI, Hochleistungsrechnen und neue Fertigungstechnologien – zunehmend wieder einpreist.
Ein Blick auf die Kursentwicklung zeigt, wie stark dieser Stimmungsumschwung wirkt: Heute erreichte die Aktie mit 1.167,00 Euro ein neues 52‑Wochen‑Hoch. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von knapp 35 %, in den vergangenen zwölf Monaten sind es fast 60 %.
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KI‑Superzyklus treibt die Story
Der jüngste Schub kommt nicht aus dem Nichts. Der gesamte Sektor profitiert vom anhaltenden Ausbau der KI‑Infrastruktur. TSMC meldete im vierten Quartal 2025 einen Gewinnanstieg von 35 % gegenüber dem Vorjahr und begründete dies ausdrücklich mit der starken Nachfrage aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und 5G.
Davon profitieren auch andere Ausrüster: Werte wie Lam Research legten ebenfalls deutlich zu. Größere institutionelle Investoren hatten sich bereits im Vorfeld positioniert. So zeigen jüngste Meldungen, dass etwa Fisher Asset Management und Marshall Wace ihre Beteiligungen an ASML vor dem aktuellen Ausbruch spürbar aufgestockt haben, während kleinere Adressen wie Country Trust Bank im dritten Quartal Gewinne mitnahmen.
Im größeren Kontext bestätigt die Entwicklung eine zentrale Marktthese: Fortschritte nach dem Prinzip von Moore’s Law stoßen zunehmend an die Grenzen der Lithografie – und genau hier sitzt ASML mit seiner EUV‑Technologie am Hebel. Zusätzlichen Rückenwind liefert die politische Dimension: Berichte über ein US‑taiwanisches Investitionspaket von rund 250 Milliarden US‑Dollar für die Chipproduktion unterstreichen, dass die Branche auch strukturell und geopolitisch Priorität hat.
Blick auf die Zahlen Ende Januar
Der nächste Gradmesser steht bereits fest: Am 28. Januar 2026 legt ASML die Zahlen für das vierte Quartal vor. Im Mittelpunkt dürfte dann die Auftragssituation stehen – insbesondere, inwieweit sich die höheren Investitionspläne von TSMC schon in den Orderbüchern widerspiegeln.
Morgan Stanley rechnet mit Bestellungen von rund 7,27 Milliarden Euro im Schlussquartal. Aus technischer Sicht hat die Aktie wichtige Widerstände hinter sich gelassen; mit einem Kurs deutlich über dem 50‑ und 200‑Tage‑Durchschnitt signalisiert der Markt klaren Optimismus, während der RSI mit 46,2 noch kein extremes Überhitzungsniveau anzeigt.
Der aktuelle Analystenkonsens sieht das durchschnittliche Kursziel umgerechnet bei etwa 1.392 US‑Dollar. Damit bleibt nach der kräftigen Rally grundsätzlich weiteres Potenzial, vorausgesetzt, ASML bestätigt Ende Januar die nun höheren Erwartungen an Umsatz- und Auftragsdynamik im Lichte der angehobenen Investitionspläne seiner Großkunden.
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| Handelsplatz | Letzter | Veränderung | Zeit |
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| Antw. | Thema | Zeit |
| 415 | ASML Holding | 20.04.26 |
| 9 | VanEck Vectors Semiconductor. | 25.04.21 |








