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US-Arbeitsmarkt: Daten machen Zinsanhebungen wahrscheinlicher

165.000 neue US-Jobs stärken den Dollar und machen laut Nord LB eine Zinserhöhung der Fed im Dezember wahrscheinlicher.

US-Arbeitsmarkt: Daten machen Zinsanhebungen wahrscheinlicher
Bild: Unsplash

Der Arbeitsmarkt der USA bleibt weiter im Fokus der geldpolitischen Berichterstattung, so die Analysten der Nord LB.

Nach heutigen Zahlen der Statistikbehörde BLS hätten dort 165.000 neue Stellen geschaffen und somit ein kräftiger Aufholeffekt aus den Monaten davor verzeichnet werden können. Im Schnitt seien in den letzten 12 Monaten jeweils 48.000 Stellen geschaffen worden. Erfreulich sei außerdem, dass der Wert aus dem Vormonat von 29.000 auf 60.000 neue Arbeitsplätze nach oben revidiert worden sei. Die Arbeitslosenquote verbessere sich demnach auf 4,1%, viel Dynamik sei hier im letzten halben Jahr allerdings nicht angezeigt. Die wenige Tage alten Daten des Personaldienstleisters ADP hätten bereits eine freundlichere Lesart des Arbeitsmarktes erwarten lassen.

Die Privatwirtschaft habe den Details nach stolze 159.000 neue Stellen geschaffen. Wie der Manufacturing PMI bereits nahegelegt habe, hätten die US-Produzenten im Oktober sogar 19.000 neue Fachkräfte einstellen können. Ob der grassierende Mangel an qualifiziertem Personal damit wirksam bekämpft werden könne, bleibe noch abzuwarten. Der Construction-Sektor, welcher einerseits die Boom-Branche rund um KI und gleichzeitig den schwächelnden Immobilienmarkt abbilde, habe einen Nettoverlust von 3.000 Stellen hinnehmen müssen – besonders hätten darunter die "residential contractors" gelitten. Während staatliche Institutionen im Vormonat noch revidiert 18.000 Arbeitsverhältnisse abgebaut hätten, habe diesen Monat ein Zuwachs von 6.000 Stellen verbucht werden können. Die Stundenlöhne seien am aktuellen Rand um 0,4% M/M gewachsen, auf Jahressicht seien diese allerdings auf 3,1% gesunken. Die gefürchtete Lohn-Preis-Spirale scheine derzeit also kein größeres Thema zu sein – beruhigend!

Die heutigen Daten würden eine Zinsanhebung im Dezember wahrscheinlicher werden lassen. Zwar sei es noch rund fünf Wochen hin und es würden bis dahin (hoffentlich) aufschlussreiche Inflationsdaten vorliegen, gleichwohl scheine der Arbeitsmarkt derzeit kein Faktor des Zögerns zu sein. Der US-Dollar sei gegenüber dem Euro und einem ganzen Warenkorb von verschiedenen Währungen erstarkt. Der USD-Index habe demnach die Marke von 102 überwunden. Das FOMC könne sich nun stärker auf sein Inflationsmandat konzentrieren. Die starken Konjunkturdaten hätten dies ohnehin bereits nahegelegt, das heutige Mosaiksteinchen lasse die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung der Fed Funds Target Rate um 25 Basispunkte dabei in den Vordergrund treten. Es bleibe noch abzuwarten, ob die Zwischenwahlen hier möglicherweise noch grundlegende Veränderungen hervorrufen würden. Der unpopuläre Irankrieg, welcher federführend für die hohen Lebenshaltungskosten verantwortlich sei, sei vom US-Präsidenten und dessen Vize in den Fokus des Versagens gerückt worden. Vielleicht sei damit eine strategische Trendwende eingeleitet worden, vielleicht auch nicht. Die Dinge würden aber in Bewegung zu kommen scheinen.

Fazit: Die heutigen Arbeitsmarktdaten würden mit 165.000 neu geschaffenen Stellen sehr positiv ausfallen und den Markt deutlich überraschen. Neben 156.000 neuen Arbeitsverhältnissen in der Privatwirtschaft hätten auch die staatlichen Institutionen um 6.000 Arbeitsplätze wachsen können. Die separat erhobene Arbeitslosenquote sei demnach auf 4,1% gesunken. Die starken Daten würden eine Anhebung der Fed Funds Target Rate im Dezember somit wahrscheinlicher machen, sofern keine ruckhafte Entlastung durch Friedensverhandlungen oder Ähnliches die Preisdynamik spürbar dämpfe. Der US-Dollar habe jedenfalls schon reagiert und gegenüber dem Euro und den Währungen im USD-Index gefestigt.

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