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Tesla und SpaceX verlieren 457 Milliarden Dollar in zwei Tagen. Musks teuerste Wahlnacht:

474 Millionen Dollar hat Elon Musk auf einen Sieg der Republikaner gesetzt. Er hat verloren – und mit ihm die Aktionäre. Was der Machtwechsel in Washington und Texas für die Tesla Aktie und die SpaceX Aktie bedeutet: die große Aktienanalyse

Tesla und SpaceX verlieren 457 Milliarden Dollar in zwei Tagen. Musks teuerste Wahlnacht:
Bild: ki-generiert

Musks teuerste Wahlnacht: Tesla und SpaceX verlieren 457 Milliarden Dollar in zwei Tagen 474 Millionen Dollar hat Elon Musk auf einen Sieg der Republikaner gesetzt. Er hat verloren – und mit ihm die Aktionäre. Was der Machtwechsel in Washington und Texas für die Tesla Aktie und die SpaceX Aktie bedeutet: die große Aktienanalyse

Aktienanalyse · Redaktion, aktiencheck.de · 8. November 2026 · Tesla, Inc. (ISIN: US88160R1014, WKN: A1CX3T, Nasdaq: TSLA) · Space Exploration Technologies Corp. (Nasdaq: SPCX)

Kein Mensch hat in diesem Wahlkampf mehr Geld ausgegeben als Elon Musk. Mindestens 474 Millionen Dollar flossen in die US-Zwischenwahlen, allein 224 Millionen Dollar nach Texas, wo Tesla und SpaceX ihren Sitz haben. Am Wahltag rief er seine Follower auf, republikanisch zu wählen. Zwei Tage später war die Bilanz verheerend: Die Demokraten hatten beide Kammern des Kongresses erobert und in Texas das Gouverneursamt, den Senatssitz und das Amt des Generalstaatsanwalts gewonnen. Die Tesla Aktie fiel in zwei Handelstagen um 13,75 Prozent, die SpaceX Aktie um 12,52 Prozent. Zusammen verloren Musks zwei börsennotierte Unternehmen rund 457 Milliarden Dollar an Börsenwert – mehr, als die meisten DAX-Konzerne wert sind. Diese Aktienanalyse erklärt, warum ausgerechnet die Musk-Aktien so hart getroffen wurden, welche Risiken real sind und welche übertrieben – und wie Analysten die Tesla Aktie und die SpaceX Aktie jetzt einschätzen.

Das große Bild: Die Politik gibt, die Politik nimmt

Um zu verstehen, was in dieser Woche passiert ist, muss man zwei Jahre zurückblicken. Im November 2024, nach dem Wahlsieg von Donald Trump, den Musk mit Geld und seiner Plattform X massiv unterstützt hatte, stieg die Tesla Aktie in einem einzigen Monat um 38 Prozent. Der Börsenwert kletterte auf rund 1,1 Billionen Dollar. Es war der beste Monat seit Januar 2023. Die Börse handelte damals eine einfache These: Wer im Weißen Haus Freunde hat, bekommt leichtere Regeln, schnellere Genehmigungen und mehr Staatsaufträge.

Diese Woche hat die Börse dieselbe These rückwärts gehandelt. Die Nähe zur Macht, die Musk über Jahre zu einem Bewertungsfaktor gemacht hat, ist über Nacht zu einem Risikofaktor geworden. Aus der Musk-Prämie wurde eine Musk-Risikoprämie. Und weil Musk politisch so stark wie kein anderer Unternehmenschef auf eine Seite gesetzt hat, trifft ihn der Wechsel auf der anderen Seite stärker als jeden anderen.

Dabei ist das politische Risiko nur ein Teil der Geschichte. Die Tesla Aktie und die SpaceX Aktie fielen auch, weil sie in dieser Woche mitten in den größten Sturm am Aktienmarkt seit Langem gerieten: den Ausverkauf bei allem, was mit KI-Rechenzentren zu tun hat. Und genau dort, in den Rechenzentren, liegt inzwischen ein großer Teil der Zukunft beider Unternehmen.

Chronik eines Absturzes: Drei Tage, die Musks Imperium erschütterten

Dienstag, 3. November – der Wahltag. Die Tesla Aktie schließt bei 398,50 Dollar, die SpaceX Aktie bei 141,31 Dollar. In der Nacht werden die Ergebnisse klar: Die Demokraten gewinnen den Senat und das Repräsentantenhaus. In Texas schlägt die Demokratin Gina Hinojosa Gouverneur Greg Abbott, der Demokrat James Talarico gewinnt den Senatssitz gegen Ken Paxton, gegen den Musk viel Geld gesetzt hatte.

Mittwoch, 4. November – der Markt steigt, Musk fällt. Die Wall Street feiert, der Nasdaq Composite legt 1,44 Prozent zu. Doch die Musk-Aktien bewegen sich in die Gegenrichtung. Zur Eröffnung fällt die Tesla Aktie um mehr als 5 Prozent, die SpaceX Aktie um mehr als 7 Prozent. Zum Schluss stehen Abschläge von 3,34 Prozent auf 385,19 Dollar bei Tesla und 3,81 Prozent auf 135,92 Dollar bei SpaceX. Die SpaceX Aktie liegt damit zeitweise unter ihrem Ausgabepreis von 135 Dollar aus dem Juni.

Donnerstag, 5. November – der schwarze Tag. Der KI-Ausverkauf erfasst den gesamten Markt, der Nasdaq Composite verliert 5,52 Prozent. Die Tesla Aktie bricht um 10,77 Prozent auf 343,69 Dollar ein, im Tief notiert sie bei 338,15 Dollar. Die SpaceX Aktie fällt um rund 9 Prozent auf 123,62 Dollar, deutlich unter den Ausgabepreis. Die Kosten für die Absicherung von SpaceX-Anleihen gegen einen Zahlungsausfall steigen auf einen Rekord.

Freitag, 6. November – die Gegenbewegung. Mit der Erholung bei Chipwerten kaufen Anleger zurück. Die SpaceX Aktie springt um 8,62 Prozent auf 134,27 Dollar, die Tesla Aktie gewinnt 4,23 Prozent auf rund 358 Dollar. Seit dem Wahltag bleibt dennoch ein Minus: rund 10 Prozent bei Tesla, rund 5 Prozent bei SpaceX.

Für Musk persönlich sind die Zahlen noch dramatischer. Sein Vermögen hatte nach dem SpaceX-Börsengang im Juni erstmals die Marke von einer Billion Dollar überschritten. Laut Forbes liegt es inzwischen unter 800 Milliarden Dollar.

Risiko Nummer 1: Texas – das Herz des Imperiums wechselt die Farbe

Musk hat sein Imperium in den vergangenen Jahren konsequent nach Texas verlegt. Teslas größtes Werk steht vor den Toren von Austin, SpaceX startet seine Raketen von Starbase in Südtexas. Dazu kommt das vielleicht ehrgeizigste Projekt beider Unternehmen: Terafab, eine gemeinsame Chipfabrik mit Rechenzentrum in Grimes County, Texas. Berichten zufolge sollen die Kosten bis zu 119 Milliarden Dollar betragen.

Texas galt als der Bundesstaat, in dem man am leichtesten ein Gigawatt-Rechenzentrum ans Netz bringt. Diese Gewissheit ist seit Dienstag erschüttert. Gina Hinojosa ist die erste demokratische Gouverneurin von Texas seit mehr als drei Jahrzehnten. Sie fordert, neue Rechenzentren zu stoppen, bis stärkere Schutzregeln für die Bevölkerung gelten, und will Steuervergünstigungen für Musks Unternehmen auf den Prüfstand stellen. Sie hat die Naturschutzbehörde des Staates aufgefordert, Gespräche über den Verkauf von öffentlichem Land in der Nähe von Starbase an SpaceX auszusetzen. Ihr Satz aus dem Wahlkampf ist in dieser Woche zum Schlagwort geworden: „Texas is not for sale.“

Analysten nehmen das ernst. Die Deutsche Bank warnte, die geplante Rechenkapazität von SpaceX in Texas könnte sich verzögern. Russ Mould von AJ Bell sagte gegenüber Bloomberg, der Druck auf die Aktien komme vor allem daher, dass Texas einen neuen demokratischen Senator habe und dort die Zentralen und viele Anlagen beider Unternehmen stünden. Der langjährige Tesla-Optimist Dan Ives schrieb, Musk müsse nach den Siegen der Demokraten im Senats- und Gouverneursrennen nun einen Weg mit Texas finden.

Was die Panik relativiert: Hinojosa hat ihr Amt noch nicht angetreten und noch nichts umgesetzt. Die Republikaner kontrollieren weiterhin das Parlament von Texas, das begrenzt, wie weit eine Gouverneurin Steuervorteile kippen oder ein landesweites Moratorium durchsetzen kann. Nach Berichten sind die Genehmigungen für Terafab und Starbase bereits erteilt, und die zuständige Kommission wurde größtenteils noch von Abbott besetzt. Offen sind vor allem neue Projekte. Rechenkapazität kann SpaceX notfalls in Nachbarstaaten wie Louisiana oder Mississippi verlagern – die Startrampe und Terafab dagegen nicht.

Risiko Nummer 2: Washington – Vorladungen, Verträge und die DOGE-Akte

Das zweite Risiko sitzt in der Hauptstadt. Der neue Kongress tritt im Januar zusammen, und die Demokraten haben angekündigt, was sie mit ihrer Mehrheit vorhaben. Robert Garcia, künftiger Vorsitzender des mächtigen Kontrollausschusses im Repräsentantenhaus, hatte für Republikaner und ihre Verbündeten am Wahlabend eine Botschaft aus zwei Worten: „Lawyer up“. Sein Sprecher hatte bereits im Oktober erklärt, Musks Rolle bei der Behörde DOGE, die Bundesbehörden zusammengestrichen hatte, solle untersucht werden. Der republikanische Senator Ted Cruz warnte, die Demokraten hätten signalisiert, mit Vorladungen gegen Musk vorzugehen.

Für die SpaceX Aktie ist das kein abstraktes Thema. SpaceX verdient Milliarden mit Aufträgen der US-Regierung, und das Satellitengeschäft ist der verlässlichste Gewinnbringer des Konzerns. Der demokratische Senator Richard Blumenthal hat Musk bereits einen Brief zu den Verträgen von SpaceX mit dem Verteidigungsministerium geschickt und zu der Frage, inwieweit SpaceX den Zugang zu Starlink einschränken kann – nach Berichten, das ukrainische Militär habe ohne Vorwarnung den Zugang verloren. Analysten halten es für möglich, dass SpaceX Regierungsaufträge künftig schwerer gewinnt. Bei Tesla könnte die große Produktionsbasis in China in den Fokus von Sicherheitsprüfungen rücken.

Musk hat auf solche Drohungen schon vor der Wahl reagiert. Auf X schrieb er, an die Adresse der Demokraten gerichtet: „Live by the sword, die by the sword.“ Seinen Wahlaufruf vom Wahltag hat er inzwischen gelöscht.

Was die Panik relativiert: Untersuchungen kosten Zeit und Nerven, aber sie ändern nicht automatisch Verträge. Ausschüsse können vorladen und Berichte schreiben – Gesetze brauchen weiterhin die Unterschrift des republikanischen Präsidenten. Ein Marktbeobachter sprach von einer Reflexreaktion, bei der Anleger überschätzten, wie viel die Demokraten den Unternehmen tatsächlich anhaben können.

Risiko Nummer 3: Die Mega-Fusion – der größte Deal der Geschichte gerät ins Wanken Das dritte Risiko ist das spekulativste – und für viele Anleger das wichtigste. Am 20. Oktober hatte Musk in der Telefonkonferenz zu den SpaceX-Quartalszahlen bestätigt, dass beide Unternehmen Sonderausschüsse aus unabhängigen Direktoren gebildet haben, um eine Fusion zu prüfen. Eine Fusion von Tesla und SpaceX wäre mit einem kombinierten Wert von rund 3,5 Billionen Dollar der größte Unternehmenszusammenschluss der Geschichte. Musk nannte die Idee „gut“, warnte aber, es wäre übertrieben, sie für sicher zu halten. Die Ausschüsse hätten sich nicht auf Bedingungen geeinigt und täten das womöglich nie. Er selbst beschrieb seine Lage als Tanz durch ein Minenfeld.

Die Hürden sind schon ohne Politik hoch. Bei SpaceX kontrolliert Musk mehr als 80 Prozent der Stimmrechte, bei Tesla besitzt er nur rund ein Fünftel der Aktien. Nach Musks eigener Darstellung bräuchte eine Fusion die Zustimmung von 50 Prozent aller Tesla-Aktien – nicht nur der abgegebenen Stimmen. Er nannte das eine ziemlich hohe Hürde. Barclays hat berechnet, dass Musk bei einer Übernahme von Tesla durch SpaceX zu heutigen Größenverhältnissen rund 37 Prozent des kombinierten Konzerns besitzen, aber dank der Mehrfachstimmrechte von SpaceX rund 56 Prozent der Stimmen kontrollieren würde. Barclays-Analyst Dan Levy hielt es für möglich, dass ein Deal noch vor der Tesla-Hauptversammlung am 3. Dezember verkündet wird.

Genau diese Konstruktion – mehr Kontrolle bei weniger Kapital – dürfte einen demokratischen Kongress interessieren. David Wagner von Aptus Capital Advisors sagte, ein weniger freundlicher Kongress könne einen Zusammenschluss erschweren. Vikram Rai von First New York formulierte die nüchternste Einschätzung: Die Demokraten könnten eine Fusion verlangsamen, der Kongress könne sie aber nicht allein beenden. Schon vor der Wahl hatte Rai gewarnt, beide Aktien trügen bei einem demokratischen Durchmarsch ein großes Schlagzeilenrisiko.

Warum das für die Kurse so wichtig ist: Ein Teil der Bewertung beider Aktien enthält eine Fusionsprämie – die Erwartung, dass Musk Chips, Energie, Rechenzentren, Satelliten und Robotik in einem Konzern bündelt. Wird diese Prämie unsicherer, wird sie abgebaut.

SpaceX Aktie: Aktienanalyse eines Raumfahrtkonzerns, der eigentlich ein KI-Konzern ist

Wer die SpaceX Aktie verstehen will, darf sich vom Namen nicht täuschen lassen. Seit der Übernahme von Musks KI-Firma xAI im Februar 2026 ist SpaceX zu einem der größten Anbieter von Rechenleistung für künstliche Intelligenz geworden. Im dritten Quartal stieg der Gesamtumsatz um 161 Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar. Mehr als die Hälfte davon, 7,6 Milliarden Dollar, stammte aus der Sparte für KI-Lösungen und Infrastruktur – ein Plus von 830 Prozent. Diese Sparte wuchs damit schneller als jedes andere Geschäft des Konzerns.

Genau darin liegt das Problem dieser Woche. Die SpaceX Aktie wird an der Börse nicht wie ein Raketenbauer gehandelt, sondern wie ein KI-Infrastrukturwert. Als die Rechenzentrums-Aktien am Donnerstag einbrachen, fiel SpaceX mit. Und weil SpaceX einen Teil seiner Rechenkapazität ausgerechnet in Texas baut, kam das Texas-Risiko oben drauf.

Die Bilanz ist solider, als es der Kurssturz vermuten lässt: SpaceX hatte Ende September fast 90 Milliarden Dollar an Barmitteln und kurzfristigen Anlagen, bei rund 38 Milliarden Dollar Schulden. Trotzdem stiegen die Kosten für fünfjährige Kreditausfallversicherungen am Donnerstag auf einen Rekord von 284,3 Basispunkten. Im Fokus der Kreditgeber steht eine Finanzierung von KI-Ausrüstung über rund 40 Milliarden Dollar: SpaceX hat sich zu einem Leasingvertrag für KI-Chips mit einer von Apollo verwalteten Gesellschaft verpflichtet, die Zahlungen beginnen im ersten Halbjahr 2027.

Am Freitag lieferte SpaceX dann Argumente für die Gegenbewegung. Die US-Luftfahrtbehörde FAA meldete regulatorische Änderungen, die der Markt positiv aufnahm. Dazu kam eine Partnerschaft mit Qualcomm für den Aufbau eines 5G-Netzes von Starlink Mobile ab 2027. Der Investmentdienst Bespoke zählte die SpaceX Aktie zu fünf Großkonzernen, die er als extrem überverkauft einstufte. ARK Invest von Cathie Wood hatte schon am Mittwoch rund 348.000 SpaceX-Aktien für rund 47 Millionen Dollar gekauft. Auf der anderen Seite reduzierte der britische Fonds Scottish Mortgage seinen SpaceX-Anteil von 15 auf 11,1 Prozent des Fondsvermögens – und verkaufte seine letzten Tesla-Aktien.

SpaceX Aktie: Was die Analysten nach den Midterms sagen

Die Optimisten: Die bemerkenswerteste Stimme kam ausgerechnet am Tag nach der Wahl. Morgan-Stanley-Analyst Adam Jonas hob seine Umsatzprognosen für SpaceX drastisch an: auf 175 Milliarden Dollar für 2027 und 289 Milliarden Dollar für 2028 – 93 beziehungsweise 84 Prozent mehr als zuvor. Bei einem Kurs von rund 140 Dollar handele die Aktie mit dem 17,6-Fachen des für 2028 erwarteten bereinigten Gewinns und damit knapp unter dem S&P 500, den die Bank mit dem 17,7-Fachen bewertet. Morgan Stanley bestätigte die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 300 Dollar. Bemerkenswert ist die Aufteilung: Rund 123 Dollar je Aktie entfallen in der Rechnung auf Raumfahrt und Konnektivität, nur rund 17 Dollar auf das KI-Geschäft. Als nächsten Kurstreiber nennt Jonas den Starship-Flug, der noch in diesem Monat erwartet wird. Auch die Deutsche Bank bekräftigte nach dem Ausverkauf ihre Kaufempfehlung, Barclays hatte das Kursziel im Oktober auf 300 Dollar angehoben.

Die Vorsichtigen: HSBC bewertet die SpaceX Aktie mit „Hold“ und einem Kursziel von 115 Dollar. Die Bank will spekulative Wachstumsfelder wie Rechenzentren im Weltraum, Terafab oder eine Mondwirtschaft ausdrücklich nicht vorab in die Bewertung einrechnen. Die Spanne der Analystenziele ist enorm: Bei 29 Analysten reicht sie von 75 bis 800 Dollar, der Median liegt bei 230 Dollar.

Die Skeptiker: Die Kritiker verweisen auf die Qualität des Gewinns. Der Nettogewinn von 4,4 Milliarden Dollar im dritten Quartal enthielt eine Steuergutschrift von 390 Millionen Dollar und einen nicht realisierten Gewinn von 561 Millionen Dollar aus der Beteiligung an der Boring Company. Nach neun Monaten steht noch ein Verlust von 413 Millionen Dollar. Zwei Kunden standen für rund die Hälfte des Quartalsumsatzes. Gemessen am operativen Ergebnis des dritten Quartals, aufs Jahr hochgerechnet, wird SpaceX auch nach dem Absturz mit rund dem 150-Fachen bewertet. Der bekannte Investor George Noble machte seine Leerverkaufspositionen öffentlich, eingegangen bei 145 Dollar für SpaceX und 485 Dollar für Tesla, und verwies auf hohen Kapitalverbrauch und hohe Bewertungen.

Tesla Aktie: Aktienanalyse eines Autobauers, dessen Wert an Robotern hängt

Bei der Tesla Aktie liegt der Fall anders. Tesla ist nicht direkt ein Rechenzentrumsbetreiber, aber die Bewertung hängt noch stärker an der Zukunft. Das zeigen die Zahlen zum dritten Quartal: Der Umsatz lag mit rund 28,0 Milliarden Dollar praktisch auf Vorjahresniveau. Der bereinigte Gewinn je Aktie von 0,48 Dollar übertraf zwar die Erwartungen von 0,45 Dollar, lag aber unter dem Vorjahr. Das operative Ergebnis brach um rund 56 Prozent auf 718 Millionen Dollar ein, weil Tesla massiv in den Roboter Optimus, selbstfahrende Software und KI-Rechenleistung investiert. Die operative Marge betrug 2,6 Prozent. Ausgeliefert wurden 486.532 Fahrzeuge, nach 497.099 ein Jahr zuvor.

Die Fortschritte liegen woanders. Seit dem 3. September fahren Cybercab-Robotaxis ohne Fahrer durch Austin, bis Ende des Quartals kamen fast zwei Millionen Meilen ohne Aufsicht zusammen. Die Zahl der aktiven Abos für das Fahrassistenzsystem FSD stieg um 67 Prozent auf 1,74 Millionen. Als nächster Markt für das Cybercab ist Dallas vorgesehen. Finanzchef Vaibhav Taneja erwartet, dass Robotaxis 2027 spürbar zu Umsatz und Gewinn beitragen.

Genau hier liegt das Risiko der Midterms für die Tesla Aktie. Musk hat selbst gesagt, Tesla werde eines Tages einen Großteil aller Personenkilometer auf der Erde abwickeln – mit dem bemerkenswerten Zusatz: es sei denn, Regierungen stoppen uns. Der Durchbruch beim autonomen Fahren hängt an Behörden, die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat eine Sicherheitsprüfung laufen. Ein Kongress, der Musk kritisch gegenübersteht, macht diesen Weg nicht leichter. Dazu kommt Texas: Austin ist das Testfeld für Robotaxis, und Tesla ist über Terafab und das Speichergeschäft, das Batteriespeicher an Rechenzentrumsbetreiber verkauft, auch mit dem Rechenzentrums-Boom verbunden.

Ein Detail zeigt, wie eng die beiden Unternehmen inzwischen verflochten sind: Tesla hält eine SpaceX-Beteiligung, die Ende September mit 2,87 Milliarden Dollar bewertet war. Und SpaceX schuldet Tesla 729 Millionen Dollar, überwiegend für bestellte Megapack-Batteriespeicher.

Das übersehene Gegenargument: In einem Punkt könnte die Wahl der Tesla Aktie sogar helfen. Die Demokraten gelten traditionell als Befürworter der Elektromobilität. Wie stark Tesla von einer neuen Förderpolitik profitieren könnte, ist offen – zumal Gesetze weiterhin am republikanischen Präsidenten vorbei müssen. Wie sehr Tesla zuletzt unter dem Wegfall von Förderungen litt, zeigen die Erlöse aus dem Verkauf von Emissionsgutschriften: Sie fielen im dritten Quartal auf 113 Millionen Dollar, nach 417 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.

Tesla Aktie: Was die Analysten nach den Midterms sagen

Die Optimisten: Dan Ives, einer der bekanntesten Tesla-Bullen der Wall Street, warnte zwar, die „Blue Tidal Wave“ könne das Tempo der KI-Revolution bremsen. An seiner langfristigen These hält er aber fest: Er sieht Robotaxis, autonomes Fahren und eine Fusion mit SpaceX als Werttreiber und hatte die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenschlusses zuvor auf 80 Prozent beziffert. Sein Kursziel von 600 Dollar ist das höchste an der Wall Street. Barclays sieht die Tesla Aktie bei 450 Dollar.

Die Abwägenden: Morgan Stanley ist bei Tesla deutlich vorsichtiger als bei SpaceX. Analyst Andrew Percoco hob sein Kursziel im Oktober leicht auf 410 Dollar an, blieb aber bei der neutralen Einstufung „Equal-weight“. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten lag laut TipRanks zuletzt bei rund 409 Dollar – kaum über dem Kurs vor der Wahl.

Die Skeptiker: Kritiker verweisen auf die Bewertung. Die Tesla Aktie wird mit rund dem 357-Fachen des Gewinns gehandelt. Die Robotaxi-Kosten haben das Ziel von 30 Cent je Meile noch nicht erreicht, und ein großer Teil des Unternehmenswerts beruht auf einem Geschäft, das gerade erst beginnt. Der Fondsmanager Scottish Mortgage, einst einer der treuesten Tesla-Großaktionäre, hat sich in dieser Woche vollständig von der Aktie getrennt.

Tesla Aktie gegen SpaceX Aktie: Wer ist verwundbarer? Auf den ersten Blick haben beide Aktien dasselbe Problem: Elon Musk. Auf den zweiten Blick unterscheiden sie sich deutlich. Die SpaceX Aktie trägt das größere Texas- und Rechenzentrumsrisiko, weil das KI-Geschäft inzwischen mehr als die Hälfte des Umsatzes ausmacht und ein Teil der Rechenkapazität dort entsteht. Zudem hängt SpaceX stärker an Regierungsaufträgen. Dafür verdient SpaceX mit Raketenstarts und Starlink bereits heute Geld, wächst dreistellig und hat ein Barpolster von fast 90 Milliarden Dollar.

Die Tesla Aktie ist weniger direkt vom Rechenzentrumsbau abhängig, aber ihre Bewertung beruht fast vollständig auf Projekten, die Behörden beschleunigen oder bremsen können: Robotaxis, autonomes Fahren, Optimus. Das Kerngeschäft mit Autos wächst nicht, das operative Ergebnis schrumpft. Wenn politischer Gegenwind diese Zukunftsprojekte auch nur um einige Quartale verzögert, trifft das eine Aktie, die mit dem 357-Fachen des Gewinns bewertet ist, besonders empfindlich.

Bemerkenswert ist der Vergleich zu den eigenen Höchstständen. Die SpaceX Aktie notiert rund 40 Prozent unter ihrem Rekord von 225,64 Dollar vom 16. Juni, vier Tage nach dem Börsengang. Die Tesla Aktie liegt rund 28 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 498,83 Dollar und seit Jahresbeginn rund 22 Prozent im Minus. Beide haben also schon vor der Wahl viel Luft abgelassen.

Bullen gegen Bären: Die wichtigsten Argumente auf einen Blick

Was für die SpaceX Aktie spricht: Umsatzwachstum von 161 Prozent, ein dreistellig wachsendes KI-Geschäft mit hoher Marge, fast 90 Milliarden Dollar Barmittel, ein profitables Start- und Starlink-Geschäft, das die Politik dieser Woche nicht verändert hat, und Analysten wie Morgan Stanley, die die Aktie auf Basis der Gewinnschätzungen für 2028 für günstiger als den Gesamtmarkt halten.

Was gegen die SpaceX Aktie spricht: eine Bewertung von rund dem 150-Fachen des annualisierten operativen Ergebnisses, Sondereffekte im Gewinn, die Abhängigkeit von zwei Großkunden, ein 40-Milliarden-Dollar-Leasing für KI-Chips, steigende Kreditausfallprämien, Regierungsaufträge unter politischer Beobachtung und der Rechenzentrumsausbau in einem Bundesstaat, dessen neue Gouverneurin genau diesen Ausbau stoppen will.

Was für die Tesla Aktie spricht: fahrerlose Cybercabs im Regelbetrieb in Austin, schnell wachsende FSD-Abos, die erwartete Robotaxi-Wende 2027, eine mögliche Fusion mit SpaceX und eine potenziell freundlichere Haltung der Demokraten zur Elektromobilität.

Was gegen die Tesla Aktie spricht: stagnierender Umsatz, ein um 56 Prozent gefallenes operatives Ergebnis, eine Bewertung von rund dem 357-Fachen des Gewinns, Robotaxi-Kosten über dem Ziel, ein Durchbruch beim autonomen Fahren, der von Behörden abhängt, und ein Chef, dessen politische Exponiertheit die Marke seit Jahren polarisiert.

Die Termine, die jetzt über Tesla und SpaceX entscheiden

Dienstag, 10. November: US-Verbraucherpreise für Oktober – entscheidend für die Zinsfantasie und damit für hoch bewertete Wachstumsaktien wie Tesla und SpaceX. Mitte November: Quartalszahlen von Nvidia – der wichtigste Stimmungstest für den gesamten KI-Sektor, an dem die SpaceX Aktie inzwischen hängt. November: nächster Starship-Flug, den Morgan Stanley als Kurstreiber für die SpaceX Aktie nennt, sowie der geplante Start des Cybercab in Dallas. Donnerstag, 3. Dezember: Hauptversammlung von Tesla. Barclays hielt es für möglich, dass bis dahin Neuigkeiten zur Fusion kommen. Januar 2027: Der neue Kongress tritt zusammen, in Texas übernimmt Gina Hinojosa das Gouverneursamt. Erst dann zeigt sich, welche Untersuchungen und Initiativen tatsächlich folgen. Erstes Halbjahr 2027: Beginn der Zahlungen aus dem 40-Milliarden-Dollar-Leasing für KI-Chips bei SpaceX.

Tesla Aktie und SpaceX Aktie auf einen Blick

Tesla, Inc. (ISIN: US88160R1014, WKN: A1CX3T, Symbol: TSLA) – rund 358 US-Dollar am 6. November 2026 Schlusskurs am Wahltag (3. November): 398,50 US-Dollar Tief am 5. November: 338,15 US-Dollar, Schluss 343,69 US-Dollar (−10,77 Prozent) Veränderung seit dem Wahltag: rund −10 Prozent

52-Wochen-Spanne: 297,38 bis 498,83 US-Dollar

Q3 2026: Umsatz rund 28,0 Mrd. US-Dollar, bereinigter Gewinn je Aktie 0,48 US-Dollar, operatives Ergebnis 718 Mio. US-Dollar (−56 Prozent)

Auslieferungen Q3: 486.532 Fahrzeuge; FSD-Abos: 1,74 Mio. (+67 Prozent)

Ausgewählte Analystenziele (Einschätzungen Dritter): Dan Ives 600 US-Dollar, Barclays 450 US-Dollar, Morgan Stanley 410 US-Dollar (Equal-weight)

Nächster Termin: Hauptversammlung am 3. Dezember 2026

Space Exploration Technologies Corp. (Symbol: SPCX, Nasdaq) – 134,27 US-Dollar am 6. November 2026 Ausgabepreis beim Börsengang (12. Juni 2026): 135 US-Dollar; Rekordhoch 225,64 US-Dollar (16. Juni) Schlusskurs am Wahltag (3. November): 141,31 US-Dollar Schluss am 5. November: 123,62 US-Dollar Veränderung seit dem Wahltag: rund −5 Prozent

Börsenwert: rund 1,8 Billionen US-Dollar

Q3 2026: Umsatz 14,6 Mrd. US-Dollar (+161 Prozent), davon KI-Lösungen und Infrastruktur 7,6 Mrd. US-Dollar (+830 Prozent) Barmittel und kurzfristige Anlagen: fast 90 Mrd. US-Dollar; Schulden rund 38 Mrd. US-Dollar Ausgewählte Analystenziele (Einschätzungen Dritter): Morgan Stanley 300 US-Dollar (Overweight), Barclays 300 US-Dollar, HSBC 115 US-Dollar (Hold); Median von 29 Analysten 230 US-Dollar

Häufige Fragen zur Tesla Aktie und zur SpaceX Aktie nach den Midterms

Warum sind die Tesla Aktie und die SpaceX Aktie nach den Midterms gefallen? Die Demokraten haben beide Kammern des Kongresses gewonnen und in Texas, dem Sitz beider Unternehmen, Gouverneursamt, Senatssitz und das Amt des Generalstaatsanwalts. Anleger fürchten Untersuchungen gegen Musk, Verzögerungen bei Rechenzentren und Terafab in Texas sowie Hürden für eine Fusion. Hinzu kam der weltweite Ausverkauf bei KI-Aktien.

Wie viel Börsenwert haben Tesla und SpaceX verloren? Zwischen dem Schluss am Wahltag und dem Schluss am 5. November verlor die Tesla Aktie 13,75 Prozent, die SpaceX Aktie 12,52 Prozent. Zusammen waren das rund 457 Milliarden Dollar. Am Freitag erholten sich beide Aktien teilweise.

Kommt die Fusion von Tesla und SpaceX noch? Das ist offen. Sonderausschüsse beider Unternehmen prüfen eine Fusion, Bedingungen sind laut Musk nicht vereinbart. Analysten halten es für möglich, dass ein demokratischer Kongress eine Fusion verzögert, aber nicht allein verhindert.

Liegt die SpaceX Aktie unter dem Ausgabepreis? Am 5. November schloss die SpaceX Aktie mit 123,62 Dollar deutlich unter dem Ausgabepreis von 135 Dollar. Nach der Erholung am Freitag notiert sie mit 134,27 Dollar knapp darunter.

Was sagen Analysten zur Tesla Aktie und zur SpaceX Aktie? Bei SpaceX reicht die Spanne der Kursziele von 75 bis 800 Dollar. Morgan Stanley sieht die Aktie auf Basis der Gewinnschätzung für 2028 günstiger als den S&P 500, HSBC ist vorsichtig. Bei Tesla setzen Optimisten auf Robotaxis und eine Fusion, Skeptiker verweisen auf die hohe Bewertung und den Rückgang des operativen Ergebnisses.

Fazit: Der teuerste Wahlabend der Börsengeschichte – und eine offene Rechnung

Elon Musk hat in diesem Herbst eine Wette eingegangen, die kein anderer Unternehmenschef je in dieser Größenordnung eingegangen ist: fast eine halbe Milliarde Dollar auf einen Wahlausgang. Er hat sie verloren, und seine Aktionäre haben in zwei Tagen fast 1.000-mal so viel Börsenwert eingebüßt, wie er eingesetzt hatte. Die Tesla Aktie und die SpaceX Aktie zeigen damit eine Lektion, die über diese Woche hinausreicht: Wer die Nähe zur Macht als Geschäftsmodell nutzt, trägt das Risiko, wenn die Macht wechselt.

Und doch wäre es zu einfach, die Geschichte hier enden zu lassen. Kein Gesetz ist beschlossen, keine Genehmigung entzogen, kein Vertrag gekündigt. SpaceX wächst dreistellig, Tesla fährt mit Robotaxis ohne Fahrer durch Austin. Die Börse hat in dieser Woche nicht die Unternehmen neu bewertet, sondern die Unsicherheit um sie herum. Ob aus dieser Unsicherheit echte Hindernisse werden, entscheidet sich ab Januar – in Washington und in Austin. Bis dahin bleiben die Tesla Aktie und die SpaceX Aktie, was sie immer waren: die spannendsten, umstrittensten und politischsten Aktien der Welt.

Quellen: Unternehmensangaben von Tesla und SpaceX zum dritten Quartal 2026; Berichte und Daten von CNBC, Bloomberg, Reuters, The New York Times, Yahoo Finance, Investor's Business Daily, The Motley Fool, Benzinga, MarketBeat, Investing.com, TipRanks und Forbes; Analystenstudien von Morgan Stanley, Barclays, HSBC und Deutsche Bank, wie in diesen Medien wiedergegeben. Kurse: Nasdaq-Schlusskurse vom 3. bis 6. November 2026; der Tesla-Schlusskurs vom 6. November ist gerundet.

Wichtige Hinweise: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Die Redaktion vergibt keine eigenen Kursziele und keine Anlageurteile. Wiedergegebene Analystenmeinungen, Einstufungen und Kursziele sind Einschätzungen Dritter. Aussagen über mögliche politische Maßnahmen beruhen auf Ankündigungen und Medienberichten; ob und wann sie umgesetzt werden, ist offen. Vergangene Kursentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Investitionen in Aktien sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden.

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Redaktion, aktiencheck.de

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