Jens Klatt, Marktanalyst bei XTB, nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Pfizer-Aktie (ISIN: US7170811035, WKN: 852009, Ticker: PFE) unter die Lupe.
Pfizer Aktie im Comeback-Modus: Q3-Zahlen schlagen Erwartungen - jetzt kaufen?
Pfizer übertrifft die Erwartungen und hebt die Jahresprognose an – Jens Klatt sieht den Turnaround vorankommen.

Als Finanzexperte verfolge Jens Klatt den schwierigen Transformationsprozess von Pfizer nach dem Ende des gigantischen Pandemie-Booms für dich sehr genau. Die Pfizer Aktie habe am Dienstag mit den Ergebnissen für das dritte Quartal ein starkes Lebenszeichen gesendet. CEO Albert Bourla versuche, das Unternehmen durch strategische Übernahmen (wie Metsera für Medikamente zur Gewichtsreduktion), neue Krebsmedikamente und harte Kostensenkungsprogramme zurück auf den Wachstumspfad zu führen. Dass Pfizer nun die Erwartungen habe übertreffen und die Jahresprognose habe anheben können, sei ein klares Indiz dafür, dass dieser Plan langsam Früchte trage. Für Anleger, die im Gesundheitssektor nach Turnaround-Chancen suchen und überlegen würden, dort Aktien kaufen zu wollen, sei dieser Bericht hochspannend. Im Folgenden präsentiere Klatt dir die drei wichtigsten Erkenntnisse aus dem Q3-Zahlenwerk.
📌 Die 3 Key Takeaways zur Pfizer Aktie
1. 📊 Prognose angehoben & Schätzungen übertroffen
Starke Quartalszahlen: Pfizer habe die Erwartungen der Wall Street deutlich übertroffen. Der bereinigte Gewinn pro Aktie habe bei 87 Cent (erwartet: 73 Cent) und der Umsatz bei 16,58 Milliarden US-Dollar (erwartet: 15,87 Milliarden US-Dollar) gelegen.
Jahresausblick steige: Aufgrund der "starken Entwicklung seit Jahresbeginn" habe das Management die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Erwartet würden nun ein Gesamtumsatz von 62 bis 64 Milliarden US-Dollar (zuvor: 60,5 bis 62,5 Milliarden US-Dollar) und ein bereinigter Gewinn pro Aktie von 2,95 bis 3,05 US-Dollar (zuvor: 2,80 bis 3,00 US-Dollar).
Neue Finanzchefin: Zudem sei bekannt gegeben worden, dass Cecile Guegan (zuvor Interim) nun offiziell das Amt der Finanzchefin übernommen habe.
2. 🚀 Neue Produkte würden Covid-Rückgang abfangen
Abkehr vom Virus: Die enormen Einbrüche bei den Covid-Produkten würden zwar weiterhin den Gesamtumsatz belasten (der mit 16,58 Milliarden US-Dollar relativ unverändert zum Vorjahr geblieben sei), jedoch hätten selbst der Covid-Impfstoff (808 Mio. US-Dollar) und die Paxlovid-Tablette (449 Mio. US-Dollar) noch die niedrigen Analystenschätzungen übertroffen.
Die neuen Wachstumstreiber: Der Umsatz mit neu eingeführten und übernommenen Produkten sei operativ um starke 32% gestiegen. Herausragend sei dabei das gezielte Krebsmedikament Padcev (720 Mio. US-Dollar vs. 658 Mio. erwartet) gewesen sowie der extrem wachstumsstarke Blutverdünner Eliquis, der um 25% auf 2,52 Milliarden US-Dollar (erwartet: 2,40 Mrd.) sprunghaft angestiegen sei.
3. ✂️ Milliarden-Einsparungen und Einmaleffekte
Harte Kostensenkungen: Um die sinkenden Covid-Umsätze und den Druck durch auslaufende Patente (Generika) zu kompensieren, habe Pfizer sein Kostensenkungsprogramm im August ausgeweitet. Das ehrgeizige Ziel: Nettoeinsparungen von rund 9,7 Milliarden US-Dollar bis 2029.
Eine Millionen-Belastung: Die angehobene Gewinnprognose sei umso beeindruckender, als im dritten Quartal eine einmalige Belastung in Höhe von 650 Millionen US-Dollar habe verbucht werden müssen. Diese stehe im Zusammenhang mit einer Vereinbarung mit dem chinesischen Krebsmedikamentenhersteller Innovent Biologics und habe den Gewinn um 10 Cent pro Aktie belastet.
💼 Expertenfazit von Jens Klatt: Der Turnaround nehme Form an
Die Pfizer Aktie habe nach dem massiven Absturz der Nach-Corona-Jahre lange Zeit als "Value-Falle" gegolten. Doch der aktuelle Quartalsbericht beweise: CEO Albert Bourla steuere das Schiff langsam aber sicher aus dem Sturm. Das operative Wachstum von 32% bei den neu eingeführten Medikamenten (besonders in der Onkologie) zeige, dass das Unternehmen in der Lage sei, den wegbrechenden Milliarden-Umsatz der Impfstoffe durch innovative, stark wachsende Präparate zu ersetzen.
"Mit starken Quartalszahlen, die die Erwartungen der Wall Street deutlich übertreffen, sendet der Pharmakonzern ein kräftiges Lebenszeichen. Die angehobene Jahresprognose ist ein klares Indiz dafür, dass der strategische Transformationsprozess nach dem Pandemie-Boom langsam Früchte trägt."
Wer aktuell überlege, diese Aktien kaufen zu wollen, finde hier einen klassischen Turnaround-Kandidaten im Pharmasektor. Die Mischung aus konsequenten Kostensenkungen (9,7 Milliarden US-Dollar bis 2029), einem massiven Fokus auf Zukunftsfelder wie Krebs- und Adipositas-Medikamente sowie der soliden Dividendenhistorie mache Pfizer für Value- und Dividendeninvestoren auf dem aktuellen Kursniveau wieder hochinteressant. Der Boden scheine gefunden, die Prognose-Anhebung sei das Startsignal! (Analyse vom 05.11.2026)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.
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