Dow Jones Check: Jobwunder bremst das Comeback! Salesforce, Nike und Cisco ziehen den Dow ins Minus – Nvidia schlägt zurück
Dow Jones Check: Jobwunder bremst das Comeback! Salesforce, Nike und Cisco ziehen den Dow ins Minus – Nvidia schlägt zurück
Nach dem KI-Crash vom Donnerstag sollte der Freitag die Erholung bringen – und er brachte sie auch, nur nicht für den Dow Jones. Während die Nasdaq rund 1,1 Prozent zulegt und Chipwerte wie Nvidia zurückschlagen, schließt der Leitindex um 0,44 Prozent beziehungsweise rund 226 Punkte tiefer bei 51.292 Zählern. Schuld ist ausgerechnet eine gute Nachricht: Die US-Wirtschaft hat im Oktober 165.000 Stellen geschaffen, fast dreimal so viele wie erwartet. Das Jobwunder treibt die Renditen nach oben und lässt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember auf rund 79 Prozent steigen. Unter den Dow Jones Verlierern stehen Salesforce, Nike und Cisco ganz vorn, bei den Dow Jones Gewinnern führt Nvidia. Unser Dow Jones Check zeigt, warum der Markt zweigeteilt ist und was der starke Arbeitsmarkt für die kommenden Wochen bedeutet.

Autor: Redaktion, aktiencheck.de · 6. November 2026
Zu stark, um sich zu freuen: Wie der Arbeitsmarkt die Zinsangst zurückbringt
Der Freitag begann mit einer Gegenbewegung, die nach dem Ausverkauf vom Donnerstag fast zwangsläufig wirkte. Schon vorbörslich griffen Schnäppchenjäger bei den abgestraften Chip- und KI-Aktien zu. Der Halbleitersektor hatte am Vortag rund zwölf Prozent verloren – der schlechteste Tag seit März 2020. Nun kauften Anleger zurück: AMD schloss rund elf Prozent höher, Nvidia stieg zeitweise um mehr als sechs Prozent. Steve Sosnick, Chefstratege bei Interactive Brokers, warnte allerdings, dass stark gekaufte KI-Werte nach steilen Verlusten zwar zurückfedern könnten, ohne dass die zugrunde liegenden Sorgen damit ausgeräumt seien. Tatsächlich gaben die Chipwerte im Tagesverlauf einen Teil ihrer Gewinne wieder ab.
Den Ton des Tages setzte um 14:30 Uhr deutscher Zeit der Arbeitsmarktbericht. Mit 165.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft übertraf er alle Erwartungen um Längen. Die Kehrseite: Ein derart robuster Arbeitsmarkt gibt der US-Notenbank keinen Grund, ihren Kampf gegen die Inflation zu lockern. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group stieg die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der Fed-Sitzung im Dezember auf rund 79 Prozent, nach knapp 67 Prozent am Vortag. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zog auf rund 4,86 Prozent an, die zweijährige Rendite lag bei rund 4,51 Prozent, und der Dollar wertete auf.
Genau hier liegt der Schlüssel zur Zweiteilung des Marktes. Die Nasdaq profitierte von der technischen Erholung der Chipwerte, die am Vortag am stärksten gelitten hatten. Der Dow Jones dagegen wird von Banken, Versicherern, Einzelhändlern und Konsumwerten geprägt – genau jenen Branchen, die steigende Zinsen am meisten spüren. Die Marktbreite war entsprechend schwach: Im S&P 500 standen nur rund 182 steigenden Aktien etwa 312 fallende gegenüber. Der Index legte nur deshalb zu, weil die schwergewichtigen Technologiewerte anzogen.
Hinzu kommt ein Rotationseffekt. Am Donnerstag hatten Anleger ihr Geld in sichere Häfen wie Konsumgüter, Gesundheit und Versicherer geparkt. Am Freitag floss ein Teil dieses Geldes wieder zurück in die zuvor gebeutelten Werte. Das erklärt, warum Procter & Gamble, Walmart und Travelers nachgaben, während Nvidia, Caterpillar und Honeywell sich erholten. Am Ölmarkt blieb es vergleichsweise ruhig: Die US-Sorte WTI pendelte um 91 Dollar je Barrel, Brent um 98 Dollar.
Eine Belastung für die Chipwerte kam zudem aus Washington. Drei Vorsitzende von Ausschüssen im Repräsentantenhaus forderten Nvidia-Chef Jensen Huang zu einem vertraulichen Gespräch auf. Es geht um seine Kontakte zu einem Manager des Unternehmens Megaspeed, den die Abgeordneten als mutmaßlichen chinesischen Geheimdienstkontakt bezeichnen, sowie um Nvidias Schutzmaßnahmen gegen Spionage. Einen Vorwurf des Fehlverhaltens enthält das Schreiben nicht. Die Dow Jones Analyse zeigt dennoch: Die politischen Risiken für den KI-Sektor bleiben nach den Zwischenwahlen ein Dauerthema.
Für den Dow Jones fiel die Bilanz am Ende gemischt aus: 8 Werte schlossen im Plus, 22 im Minus. Rechnerisch kosteten allein Salesforce, Travelers und Home Depot den Leitindex zusammen rund 130 Punkte. Nvidia, Caterpillar, Honeywell und Johnson & Johnson steuerten zusammen rund 100 Punkte bei – zu wenig, um den Dow ins Plus zu hieven.
Dow Jones Gewinner im Check: Nvidia, Honeywell, Johnson & Johnson, Caterpillar und Alphabet Nvidia steigt um 2,78 Prozent auf 186,64 Dollar und führt die Liste der Dow Jones Gewinner an. Nach dem Absturz um 9,26 Prozent am Donnerstag, dem schlechtesten Tag seit dem DeepSeek-Schock im Januar 2025, kehrten die Käufer zurück. Kurz nach Handelsbeginn notierte die Aktie zeitweise bei fast 194 Dollar und damit rund 6,8 Prozent im Plus. Doch der Schwung hielt nicht: Im Tagesverlauf bröckelten die Gewinne, am Ende holte Nvidia nur gut ein Viertel des Vortagesverlusts wieder auf. Konkurrent AMD schloss dagegen rund elf Prozent höher. Ein Grund für die Zurückhaltung war das Schreiben aus dem Kongress: Die Abgeordneten erwarten bis zum 11. November eine Antwort von Jensen Huang und schlagen ein Gespräch am 18. November vor. Charttechnisch gilt die Marke von rund 180 Dollar als wichtige Unterstützung. Bewertungsseitig wirkt die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 23 auf Basis der vergangenen zwölf Monate deutlich günstiger als in früheren Jahren. Mitte November folgen die Quartalszahlen – dann muss Nvidia zeigen, ob die Nachfrage nach KI-Chips die politischen Sorgen überstrahlt.
Honeywell legt um 1,98 Prozent auf 220,05 Dollar zu und macht damit rund ein Drittel des Kursrutsches vom Donnerstag wett, als die Aktie 5,55 Prozent verloren hatte. Eine konkrete Unternehmensnachricht gab es nicht. Der Industriekonzern, der sich nach der Abspaltung seines Luftfahrtgeschäfts im Juni als reiner Automatisierungsanbieter positioniert hat, profitierte von der breiten Erholung bei Industriewerten. Für Anleger rückt zudem die Dividende in den Fokus: Honeywell zahlt 0,70 Dollar je Quartal, der Ex-Dividenden-Tag ist der 13. November. Operativ hatte der Konzern im dritten Quartal ein organisches Umsatzwachstum von 7 Prozent gemeldet und die Jahresprognose für das organische Wachstum auf 4 bis 5 Prozent angehoben. Diese Fundamentaldaten sprechen dafür, dass der Ausverkauf vom Donnerstag übertrieben war.
Johnson & Johnson gewinnt 1,43 Prozent auf 276,22 Dollar und liefert als einziger Dow Jones Gewinner eine echte Unternehmensnachricht. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Rybrevant Faspro, eine unter die Haut gespritzte Variante des Krebsmedikaments Amivantamab, zur Behandlung von fortgeschrittenem Kopf-Hals-Krebs zugelassen. Laut J&J ist es die erste und einzige Therapie mit doppeltem Wirkmechanismus für diese Indikation. Die Zulassung erweitert das Einsatzgebiet eines der wichtigsten Wachstumsprodukte im Onkologie-Portfolio des Konzerns, das bislang vor allem bei Lungenkrebs eingesetzt wird. Das Handelsvolumen lag rund elf Prozent über dem Durchschnitt. Damit kommt J&J wieder in die Nähe seines 52-Wochen-Hochs von rund 282 Dollar.
Caterpillar steigt um 0,90 Prozent auf 558,63 Dollar und stabilisiert sich nach einem beispiellosen Kursrutsch. Seit der Vorlage der Quartalszahlen am 29. Oktober hatte die Aktie bis Donnerstag mehr als 22 Prozent verloren, vom Rekordhoch bei rund 1.073 Dollar ist sie fast halbiert. Am Freitag zog der Kurs im frühen Handel zeitweise bis auf rund 585 Dollar an, gab einen großen Teil davon aber wieder ab. Der Baumaschinenkonzern leidet unter der Sorge, dass der Ausbau der Rechenzentren nach den Zwischenwahlen ins Stocken gerät – seine Sparte für Stromerzeugung liefert Generatoren und Turbinen genau dafür. Operativ sieht es weniger dramatisch aus: Der Umsatz stieg im dritten Quartal um gut 17 Prozent, der Auftragsbestand liegt auf Rekordniveau, und das Management will die Kapazität für Großmotoren bis 2030 im Vergleich zu 2024 fast verdreifachen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 21,5 ist die Aktie inzwischen günstiger bewertet als der S&P 500.
Alphabet legt um 0,78 Prozent auf 284,78 Dollar zu und komplettiert die Liste der Dow Jones Gewinner. Der Google-Mutterkonzern profitierte von der Erholung der Technologiewerte, blieb aber hinter den Chipaktien zurück. Eine konkrete Unternehmensnachricht gab es nicht. Alphabet hatte am Donnerstag 2,20 Prozent verloren und damit deutlich weniger als die Halbleiterbranche. Der Kursverlauf zeigt die besondere Stellung des Konzerns: Als einer der größten Investoren in Rechenzentren ist Alphabet von der Debatte um den KI-Ausbau betroffen, verfügt mit dem Werbe- und Cloudgeschäft aber über breite und hochprofitable Erlösquellen.
Dow Jones Verlierer im Check: Salesforce, Nike, Cisco, Travelers und Home Depot
Salesforce fällt um 3,94 Prozent auf 213,65 Dollar und ist das Schlusslicht im Dow Jones. Mit rund 50 Indexpunkten war der Softwarekonzern zugleich der größte Einzelbelastungsfaktor des Tages. Hintergrund ist eine Kombination aus Branchenschwäche und einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit: Die Ratingagentur S&P Global senkte das Rating von Salesforce am Mittwoch von „A+“ auf „A“. Als Begründung nannte sie die höhere Nettoverschuldung durch die jüngsten Übernahmen und ein mit Schulden finanziertes Aktienrückkaufprogramm über 25 Milliarden Dollar. Salesforce zeige eine höhere Toleranz für Verschuldung, so die Agentur, die den Ausblick allerdings als stabil einstufte. Zum schwachen Kurs trug zudem der breite Verkaufsdruck bei Unternehmenssoftware bei, die angesichts steigender Zinsen und der Debatte um die Monetarisierung von KI-Produkten wie Agentforce erneut auf den Prüfstand gestellt wird. Im Tagestief rutschte die Aktie bis auf 211 Dollar.
Nike verliert 2,45 Prozent auf 38,59 Dollar und setzt seine Talfahrt fort. Die Analysten der Royal Bank of Canada senkten ihr Kursziel von 40 auf 39 Dollar und bestätigten ihre neutrale Einstufung „Sector Perform“. Bereits zuvor hatten mehrere Häuser ihre Skepsis bekräftigt, darunter BMO Capital mit einer Verkaufsempfehlung und einem Kursziel von 25 Dollar. Die Probleme des Sportartikelherstellers sind bekannt: Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Management einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich, in China brachen die Erlöse zuletzt um 26 Prozent ein, und die Marken Jordan und Sportswear schwächeln. Seit Jahresbeginn hat die Aktie fast 40 Prozent verloren. Die nächste Bewährungsprobe kommt mit dem Investorentag am 16. und 17. November, an dem Nike seinen langfristigen Wachstumsplan vorstellen will.
Cisco fällt um 1,95 Prozent auf 93,85 Dollar und kommt nach dem Kursrutsch vom Donnerstag nicht zur Ruhe. Dabei hatte der Tag vielversprechend begonnen: Kurz nach Handelsbeginn notierte die Aktie rund 1,5 Prozent im Plus, das Tageshoch lag bei rund 97,50 Dollar. Doch im Verlauf drehte der Netzwerkausrüster ins Minus. Nachwirkungen hatte vor allem die Abstufung durch Morgan Stanley vom Vortag, die vor sinkenden Bruttomargen durch den wachsenden Anteil hardwareintensiver KI-Produkte gewarnt hatte. Die bereinigte Bruttomarge war bereits um 2,1 Prozentpunkte auf 66,3 Prozent gesunken, und das Management rechnet wegen steigender Speicherkosten mit weiterem Druck. Kommende Woche legt Cisco seine Quartalszahlen vor. Am Optionsmarkt wird mit einer Kursbewegung von rund elf Prozent in beide Richtungen gerechnet.
Travelers gibt 1,91 Prozent auf 395,20 Dollar nach und kostete den Dow wegen seines hohen Kurses rund 43 Indexpunkte. Eine negative Unternehmensnachricht gab es nicht. Der Versicherer war am Donnerstag mit einem Minus von nur 1,55 Prozent einer der stabileren Werte gewesen und gehörte zu den sicheren Häfen. Am Freitag zogen Anleger einen Teil dieses Geldes wieder ab und schichteten in die zuvor stark gefallenen Technologie- und Industriewerte um. Bemerkenswert ist, dass steigende Zinsen für Versicherer eigentlich ein Vorteil sind, weil sie die Prämieneinnahmen höher verzinst anlegen können. Travelers hatte im dritten Quartal einen bereinigten Gewinn je Aktie von 9,18 Dollar gemeldet und die Erwartungen von 7,36 Dollar klar übertroffen, die Nettokapitalerträge erreichten einen Rekord. Der heutige Rückgang ist daher eher Gewinnmitnahme als Neubewertung.
Home Depot verliert 1,85 Prozent auf 343,47 Dollar und gehört zu den direkten Verlierern des starken Arbeitsmarktberichts. Mit rund 37 Indexpunkten war die Baumarktkette der drittgrößte Belastungsfaktor im Dow. Der Zusammenhang ist eindeutig: Steigende Zinserwartungen bedeuten höhere Hypothekenzinsen, und höhere Hypothekenzinsen bremsen Hausverkäufe und große Renovierungsprojekte – das Kerngeschäft von Home Depot. Der Immobilienmarkt in den USA ist ohnehin auf einem historischen Tiefpunkt, der Anteil der Häuser, die den Besitzer wechseln, ist so niedrig wie nie. Auch Lowe's und der Sanitärhersteller Masco gaben nach. Am 17. November legt Home Depot die Zahlen zum dritten Quartal vor, dann stehen Kundenfrequenz und vergleichbare Umsätze im Fokus.
US-Konjunkturdaten in der Dow Jones Analyse: Ein Jobbericht wie aus dem Bilderbuch – mit Nebenwirkungen Der Arbeitsmarktbericht für Oktober war das Ereignis der Woche, und er hätte kaum deutlicher ausfallen können. Fast jede Kennzahl übertraf die Erwartungen.
Arbeitsmarktbericht Oktober (14:30 Uhr): Die US-Wirtschaft schuf außerhalb der Landwirtschaft 165.000 neue Stellen. Volkswirte hatten je nach Umfrage nur mit 59.000 bis 65.000 gerechnet, im September waren es nach Revision 60.000. Hinzu kommen Aufwärtsrevisionen für August und September um zusammen 84.000 Stellen. Damit liegt der Durchschnitt der vergangenen drei Monate bei rund 137.000 neuen Jobs, weit über dem Zwölfmonatsschnitt von zuvor rund 45.000. Die Privatwirtschaft stellte 159.000 Menschen ein, erwartet waren 64.000. Die Industrie schuf 19.000 Stellen statt der prognostizierten 5.000, der Staat 6.000.
Arbeitslosenquote und Erwerbsbeteiligung: Die Arbeitslosenquote sank überraschend von 4,2 auf 4,1 Prozent, erwartet war eine unveränderte Quote. Die Erwerbsbeteiligung stieg leicht auf 61,9 Prozent. Ein kleiner Schönheitsfehler: Die breiter gefasste Unterbeschäftigungsquote U6, die auch unfreiwillig Teilzeitbeschäftigte einschließt, stieg von 7,6 auf 7,9 Prozent.
Löhne: Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen im Monatsvergleich um 0,4 Prozent und damit stärker als die erwarteten 0,3 Prozent. Im Jahresvergleich lag das Plus bei 3,1 Prozent nach 3,2 Prozent im Vormonat, erwartet waren 2,9 Prozent. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit blieb bei 34,4 Stunden. Der stärkere Lohnanstieg ist aus Sicht der Fed ein Warnsignal, weil er den Inflationsdruck im Dienstleistungssektor hoch halten kann.
Verbrauchervertrauen der Universität Michigan November, vorläufig (16:00 Uhr): Auch die Stimmung der Verbraucher hellte sich deutlich auf. Der Index stieg auf 51 Punkte und übertraf damit die Prognose von 48 Punkten klar. Die Einschätzung der aktuellen Lage verbesserte sich auf 51 Punkte, die Erwartungskomponente auf 50,9 Punkte. Für die Fed besonders wichtig: Die Inflationserwartungen für die kommenden zwölf Monate sanken von 4,7 auf 4,3 Prozent, die langfristigen Erwartungen für fünf Jahre von 3,5 auf 3,4 Prozent.
Verbraucherkredite September (21:00 Uhr): Nach Börsenschluss meldete die Fed einen Anstieg der Verbraucherkredite um 27,84 Milliarden Dollar, mehr als doppelt so viel wie die erwarteten 12 Milliarden Dollar. Die Zahl unterstreicht die Konsumbereitschaft der US-Haushalte, kann aber auch auf eine stärkere Abhängigkeit von Krediten hindeuten.
Baker-Hughes-Bohrlochzählung (20:00 Uhr): Die Zahl der aktiven Ölbohrlöcher in den USA stieg leicht auf 463, die der Gasbohrlöcher auf 131.
Unter dem Strich zeichnen die Daten das Bild einer Wirtschaft, die deutlich stärker ist als befürchtet. „Der stärker als erwartet ausgefallene Arbeitsmarktbericht ist eine Erleichterung“, kommentierte Clark Bellin, Investmentchef von Bellwether Wealth. Er zeige, dass der Arbeitsmarkt auch bei erhöhten Zinsen noch Jobs schaffen könne. Für die Börse ist das allerdings ein zweischneidiges Schwert: Was für die Konjunktur gut ist, erhöht den Druck auf die Fed, die Zinsen weiter anzuheben. Die sinkenden Inflationserwartungen und der fallende Ölpreis der vergangenen Wochen geben der Notenbank jedoch etwas Spielraum.
Ausblick für den Dow Jones Check: Inflationsdaten und Quartalszahlen als nächste Härtetests
Nach einer Woche der Extreme – Rekordrally nach den Zwischenwahlen am Mittwoch, KI-Crash am Donnerstag, gespaltener Markt am Freitag – richtet sich der Blick auf die kommende Woche. Am 10. November steht der Verbraucherpreisindex für Oktober an, der nach dem starken Arbeitsmarktbericht über die Zinsentscheidung der Fed im Dezember mitentscheiden dürfte. Bei den Unternehmen legt Cisco seine Quartalszahlen vor. Mitte November folgen Nvidia, Home Depot sowie der Investorentag von Nike. Für den Dow Jones gilt: Solange die Zinsangst anhält, dürften zinssensible Werte wie Einzelhändler und Konsumaktien unter Druck bleiben.
Die fünf größten Dow Jones Gewinner am 6. November 2026
Nvidia (ISIN: US67066G1040, WKN: 918422, Symbol: NVDA) – 186,64 US-Dollar, +2,78 Prozent Technische Erholung nach dem schlechtesten Tag seit Januar 2025, politische Risiken bremsen den Schwung.
Honeywell (ISIN: US4385161066, WKN: 870153, Symbol: HON) – 220,05 US-Dollar, +1,98 Prozent Erholung bei Industriewerten, Ex-Dividenden-Tag am 13. November.
Johnson & Johnson (ISIN: US4781601046, WKN: 853260, Symbol: JNJ) – 276,22 US-Dollar, +1,43 Prozent FDA-Zulassung für Rybrevant Faspro bei fortgeschrittenem Kopf-Hals-Krebs.
Caterpillar (ISIN: US1491231015, WKN: 850598, Symbol: CAT) – 558,63 US-Dollar, +0,90 Prozent Stabilisierung nach einem Kursrutsch von mehr als 22 Prozent seit den Quartalszahlen.
Alphabet A (ISIN: US02079K3059, WKN: A14Y6F, Symbol: GOOGL) – 284,78 US-Dollar, +0,78 Prozent Profitiert von der Erholung der Technologiewerte.
Die fünf größten Dow Jones Verlierer am 6. November 2026
Salesforce (ISIN: US79466L3024, WKN: A0B87V, Symbol: CRM) – 213,65 US-Dollar, -3,94 Prozent S&P Global senkt das Kreditrating auf „A“, breite Schwäche bei Unternehmenssoftware.
Nike (ISIN: US6541061031, WKN: 866993, Symbol: NKE) – 38,59 US-Dollar, -2,45 Prozent RBC senkt das Kursziel auf 39 Dollar, Investorentag am 16. und 17. November.
Cisco (ISIN: US17275R1023, WKN: 878841, Symbol: CSCO) – 93,85 US-Dollar, -1,95 Prozent Margensorgen nach der Abstufung durch Morgan Stanley, Quartalszahlen kommende Woche.
Travelers (ISIN: US89417E1091, WKN: A0MLX4, Symbol: TRV) – 395,20 US-Dollar, -1,91 Prozent Gewinnmitnahmen und Umschichtung aus sicheren Häfen in zuvor gefallene Werte.
Home Depot (ISIN: US4370761029, WKN: 866953, Symbol: HD) – 343,47 US-Dollar, -1,85 Prozent Steigende Zinserwartungen belasten den Immobilien- und Renovierungsmarkt.
Alle Dow-Jones-Aktien im Check: Kursentwicklung heute in Prozent
Die folgende Liste zeigt alle 30 Dow-Jones-Aktien, sortiert nach ihrer prozentualen Kursentwicklung – von den größten Dow Jones Gewinnern bis zu den größten Dow Jones Verlierern.
Nvidia: 186,64 US-Dollar, +2,78 Prozent
Honeywell: 220,05 US-Dollar, +1,98 Prozent Johnson & Johnson: 276,22 US-Dollar, +1,43 Prozent Caterpillar: 558,63 US-Dollar, +0,90 Prozent Alphabet A: 284,78 US-Dollar, +0,78 Prozent Boeing: 173,40 US-Dollar, +0,52 Prozent Amgen: 460,42 US-Dollar, +0,03 Prozent Visa: 422,65 US-Dollar, +0,01 Prozent Coca-Cola: 95,67 US-Dollar, -0,06 Prozent Merck & Co: 146,73 US-Dollar, -0,14 Prozent Chevron: 212,61 US-Dollar, -0,15 Prozent Amazon: 259,30 US-Dollar, -0,35 Prozent Goldman Sachs: 865,82 US-Dollar, -0,36 Prozent UnitedHealth: 394,15 US-Dollar, -0,40 Prozent Walt Disney: 116,75 US-Dollar, -0,40 Prozent Apple: 342,37 US-Dollar, -0,52 Prozent McDonald's: 276,52 US-Dollar, -0,55 Prozent JPMorgan Chase: 334,49 US-Dollar, -0,84 Prozent IBM: 245,00 US-Dollar, -0,85 Prozent Microsoft: 530,61 US-Dollar, -0,99 Prozent Procter & Gamble: 165,40 US-Dollar, -1,02 Prozent American Express: 320,99 US-Dollar, -1,22 Prozent 3M: 185,15 US-Dollar, -1,40 Prozent Sherwin-Williams: 344,10 US-Dollar, -1,41 Prozent Walmart: 125,52 US-Dollar, -1,72 Prozent Home Depot: 343,47 US-Dollar, -1,85 Prozent Travelers: 395,20 US-Dollar, -1,91 Prozent Cisco: 93,85 US-Dollar, -1,95 Prozent Nike: 38,59 US-Dollar, -2,45 Prozent
Salesforce: 213,65 US-Dollar, -3,94 Prozent
Kursangaben in US-Dollar, Stand 6. November 2026, ca. 22:00 Uhr. Dow-Jones-Stand: Indikation Société Générale, 22:00 Uhr. Indexpunkte-Beiträge gerundet.
Häufige Fragen zum Dow Jones Check
Wie hat der Dow Jones heute geschlossen? Der Dow Jones fiel um 0,44 Prozent beziehungsweise rund 226 Punkte auf 51.292 Zähler. Der S&P 500 legte dagegen rund 0,3 Prozent zu, die Nasdaq rund 1,1 Prozent.
Warum ist der Dow Jones heute gefallen, obwohl sich die Nasdaq erholt hat? Der starke Arbeitsmarktbericht mit 165.000 neuen Stellen erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember. Das belastete zinssensible Dow-Werte wie Home Depot und Travelers, während die Nasdaq von der Erholung der Chipwerte profitierte.
Welche Aktien waren die Dow Jones Gewinner und Dow Jones Verlierer? Die größten Gewinner waren Nvidia (+2,78 Prozent), Honeywell (+1,98 Prozent) und Johnson & Johnson (+1,43 Prozent). Die größten Verlierer waren Salesforce (-3,94 Prozent), Nike (-2,45 Prozent) und Cisco (-1,95 Prozent).
Welche Termine sind als Nächstes wichtig? Am 10. November die US-Verbraucherpreise für Oktober, in der kommenden Woche die Quartalszahlen von Cisco, Mitte November Nvidia, Home Depot und der Investorentag von Nike.
Fazit der Dow Jones Analyse: Gute Konjunktur, schlechte Nachricht für Zinswerte
Der Freitag hat gezeigt, wie gespalten die Wall Street nach dieser turbulenten Woche ist. Die Dow Jones Gewinner Nvidia, Honeywell und Caterpillar stehen für die Gegenbewegung nach dem KI-Crash – Schnäppchenjäger kauften zurück, was am Donnerstag am stärksten gefallen war. Die Dow Jones Verlierer Salesforce, Nike, Travelers und Home Depot zeigen dagegen, wo die neue Sorge sitzt: bei steigenden Zinsen, hoher Verschuldung und schwacher Konsumnachfrage in einzelnen Segmenten. Der Arbeitsmarktbericht hat die Konjunktursorgen vertrieben, dafür aber die Zinsangst zurückgebracht. Ob die Fed im Dezember tatsächlich erhöht, dürfte maßgeblich von den Inflationsdaten am 10. November abhängen. Der nächste Dow Jones Check verspricht spannend zu werden.
Redaktion, aktiencheck.de
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