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aap Implantate Aktie: Zwei Maßnahmen, ein Ziel

Neue Aktien und der geplante Darlehenstausch sollen Verbindlichkeiten senken und die Finanzierung des Trauma-Geschäfts unterstützen.

aap Implantate Aktie: Zwei Maßnahmen, ein Ziel
Bild: boerse-global.de

Mit einer Bezugsrechtskapitalerhöhung und einem Schuldenswap will aap Implantate die Bilanz stärken. Die Restrukturierung sieht das Unternehmen abgeschlossen, nun soll Geld für Wachstum her. Für Altaktionäre bedeutet das: mitziehen oder Verwässerung hinnehmen.

Frisches Kapital, begrenzte Rechte

Die Gesellschaft plant, bis zu 1.486.563 neue Aktien auszugeben. Der Bezugspreis liegt bei 1,35 Euro je Aktie, das Bezugsverhältnis bei 9,9 zu 1. Bezugsberechtigte Aktionäre können vom 6. bis 20. November zeichnen und einen Überbezug anmelden. Einen Bezugsrechtshandel gibt es nicht, nicht genutzte Rechte verfallen. Nicht platzierte Aktien sollen privat mindestens zum Bezugspreis angeboten werden.

Der Erlös soll die Liquidität stärken und die nächste Wachstumsphase im Trauma-Geschäft finanzieren. Das Grundkapital könnte von knapp 14,7 auf bis zu 16,2 Millionen Euro steigen.

Hinzu kommt ein Debt-to-Equity-Swap. Aktionärsdarlehen über nominal 1,7 Millionen Euro sollen gegen bis zu 1,35 Millionen neue Aktien eingebracht werden, unter Ausschluss des Bezugsrechts. Das senkt Verbindlichkeiten und Zinslast. Zuvor ist noch eine gerichtliche Sacheinlagenprüfung nötig.

Operativ auf dem Weg nach oben

Die Umstellung auf die europäische Medizinprodukteverordnung ist nach Unternehmensangaben geschafft. Seit März 2026 ist das gesamte Bestandsportfolio MDR-zertifiziert. Der EBITDA-Verlust schrumpfte von 5,1 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 0,64 Millionen Euro im Jahr 2025. In den ersten neun Monaten 2026 überschritt das EBITDA laut Unternehmen die Gewinnschwelle.

Beim Umsatz bleibt das Bild gemischt. Nach neun Monaten steht ein Minus von 2,8 Prozent, im dritten Quartal lag der Umsatz mit 3,3 Millionen Euro leicht über dem Vorjahr. Das US-Geschäft wächst deutlich, in lokaler Währung um 15 Prozent. Die US-Tochter schrieb erstmals ein positives lokales Ergebnis.

Neue Produkte sollen den Schub bringen. LOQTEQ VA Elbow kam 2026 auf den Markt, für das proximale Humerus-System liegt eine FDA-Zulassung vor. Bis 2028 sind weitere Systeme geplant.

Die Prognose für 2026 bleibt bei 11,5 bis 14,5 Millionen Euro Umsatz und einem EBITDA zwischen minus 1,0 und plus 1,5 Millionen Euro. Den wesentlichen Ergebnisbeitrag neuer Produkte erwartet das Management ab 2027.

Termine

Die Aktie notierte zuletzt bei rund 1,47 Euro und damit über dem Bezugspreis. Am 11. November von 15.20 bis 15.55 Uhr präsentiert sich aap auf der Münchner Kapitalmarkt Konferenz. Die Zeichnungsfrist endet am 20. November.

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