Die empfindliche Wahlniederlage von US-Präsident Donald Trump hat dem Dollar einen leichten Dämpfer versetzt, so Matthew Ryan, Head of Market Strategy bei Ebury.
US-Kongresswahlen: Demokratischer Wahlsieg belastet Dollar – Trendwende nicht in Sicht
Trumps Wahlniederlage dämpft den Dollar, doch eine grundlegende Wende am Devisenmarkt bleibt laut Ebury aus.

Die Demokraten hätten die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses gewonnen. Für die US-Währung sei das ein moderat negatives Signal. Ein von den Demokraten kontrollierter Kongress dürfte Trumps expansive Finanzpolitik bremsen. Das könnte die Sorgen über das US-Haushaltsdefizit verringern und den Verkaufsdruck auf US-Staatsanleihen abschwächen. Sinkende Anleiherenditen würden den Zinsvorteil des Dollars schmälern, der die US-Währung bislang gestützt habe. Gleichzeitig könnte eine Beruhigung am Anleihemarkt die Nachfrage nach dem Dollar als sicherem Hafen dämpfen, von der er in den vergangenen Monaten profitiert habe.
Eine grundlegende Veränderung der Lage am Devisenmarkt dürfte das Wahlergebnis dennoch nicht auslösen. Schließlich sei der Ausgang der Wahl bereits weitgehend eingepreist gewesen. Zwar könnten die Demokraten Trumps finanzpolitische Vorhaben ausbremsen. Der Präsident behalte jedoch sein Vetorecht, und die für dessen Überstimmung erforderliche Zweidrittelmehrheit dürfte zumindest im Senat kaum zu erreichen sein. Damit könne der Kongress neue Ausgaben verhindern, bereits beschlossene Maßnahmen aber nicht ohne Weiteres rückgängig machen. Auch die Renditen von US-Staatsanleihen dürften kaum deutlich sinken, solange der Krieg mit dem Iran andauere. Eine demokratische Mehrheit im Senat schränke zudem Trumps Möglichkeiten ein, Befürworter einer lockeren Geldpolitik in das Direktorium der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zu berufen. Da bis zum Ende seiner Amtszeit voraussichtlich nur wenige Sitze neu zu besetzen seien, würden die praktischen Auswirkungen allerdings gering bleiben.
Die eigentliche Bewährungsprobe für die US-Finanzpolitik stehe erst 2027 an: Dann werde über die Schuldenobergrenze verhandelt.
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