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Bank of England: Die Leitzinsanhebung war nun unausweichlich

Die Bank of England erhöht den Leitzins auf 4,00% und hält wegen anhaltender Inflationsrisiken weitere Zinsschritte offen.

Bank of England: Die Leitzinsanhebung war nun unausweichlich
Bild: Antony Hyson Seltran / Unsplash

Heute hat die Bank of England ihre jüngste Sitzung beendet und den Leitzins für Großbritannien auf 4,00% angehoben, so die Analysten der Nord LB.

Zu lang sei die Aufwärtsdynamik bei der Inflation nun auch für die Briten gewesen, welche sich bislang einigermaßen robust durch diese ziemlich volatile Preisphase hätten manövrieren können. Andrew Bailey sei in seinem Statement aber ziemlich eindeutig gewesen und habe gesagt, dass es noch genügend Druck auf die Inflationsentwicklung gebe, der sich nun immer tiefer in die Wirtschaft eingrabe. Solange der Konflikt im Iran nicht gelöst sei, könne man auch nicht mit einer Entspannung bei den Preisen rechnen.

Das Abstimmungsergebnis sei insofern einstimmig gewesen, als dass alle für eine Anhebung des Leitzinses votiert hätten. Catherine Mann hätte aber sogar lieber einen Schritt in Höhe von 50 Basispunkten gesehen. Eines sei dem MPC aber wichtig zu betonen gewesen: Dies sei nun kein Auftakt für einen unausweichlichen Zyklus an weiteren Schritten nach oben. Ganz im Gegenteil bleibe man ergebnisoffen, aber sofern sich die Situation im Nahen Osten nicht grundlegend verbessere, könne man weitere Leitzinsanhebungen eben nicht ausschließen.

Interessant sei besonders der Blick nach vorne. Bislang gäbe es noch keine Evidenz für besonders ausgeprägte Zweitrundeneffekte. Diese würden nun aber aus Sicht der britischen Zentralbanker zu spüren sein. Die angestiegenen Energiekosten würden die Unternehmen nicht dauerhaft allein stemmen können und wollen, deshalb gehe man von einem Weiterreichen in die Lieferkette und ultimativ an den Endverbraucher aus. Bis Mitte 2027 könnte die Inflationsrate sogar bis auf 5% steigen. Dies müsste ein Hinweis darauf sein, dass das MPC nicht von einem allzu schnellen Frieden in der Straße von Hormus ausgehe. Die Zukunft sei freilich schwer vorherzusagen, allerdings sollte es schnell deutliche Entlastungstendenzen geben, sobald eine deutliche Beruhigung der Lage eintreten sollte. Wie man allerdings im Nachgang zu den Midterms in den USA habe erleben können, scheine man auch dort uneinig über den weiteren Fortgang mit dem Iran zu sein. Sowohl der US-Präsident Trump als auch sein Vize JD Vance hätten sich konziliant gezeigt und auf die Folgen des Irankrieges und das damit verbundene schlechte Abschneiden der Republikaner hingewiesen; Vance sei ohnehin kein Befürworter dieses Konfliktes gewesen. Ersten Unkenrufen, dass Pete Hegseth seinen Platz als Verteidigungsminister räumen sollte, habe Trump allerdings eine Absage erteilt, die Strategie bleibe also weiterhin unklar.

Ähnlich wie auch in vielen benachbarten Volkswirtschaften laufe die Konjunktur auch in Großbritannien besser als zunächst erwartet. Dies lasse eben auch mehr Raum für eine Zinsanhebung durch die Bank of England. Höhere Zinsen könne man sich gemäß Lehrbuch bekanntlich eben vor allem dann erlauben, wenn die Konjunktur "warmlaufe". So könne man sich derzeit eben auch besser auf das Ziel der Preisniveaustabilität konzentrieren, wenn man sich nicht auch noch Sorgen um die Gesamtwirtschaft machen müsse. Erleichternd komme hinzu, dass der Arbeitsmarkt wieder erste positive Signale liefere. Nach einer langen Durstrecke hätten signifikante Zuwächse bei den Beschäftigtenzahlen registriert werden können, was sich auch in einer gesunkenen Arbeitslosenquote widerspiegele. Eine weitere Anhebung der Bank Rate sei also durchaus im Bereich des Möglichen!

Fazit: Die Bank of England habe heute den Leitzins Großbritanniens auf 4,00% angehoben, so wie es von einer Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet worden sei. Die Inflationsrate sei natürlich der Hauptgrund dafür, allen voran die Sorgen um die Energiepreise. Man gehe davon aus, dass nun auch zunehmend Zweitrundeneffekte sichtbar würden und sich die Inflationsrate bis zur Mitte des nächsten Jahres noch einmal weniger erfreulich präsentieren könnte, auch wenn mit der Marke von 5% eher ein Worst-Case-Szenario aufgezeichnet worden sein dürfte. Um dem schon jetzt etwas Einhalt zu gebieten, habe man sich entsprechend gezwungen gesehen, den Leitzins um 25 bp restriktiver einzustellen. Eine robuste Konjunktur, verbunden mit überraschend erfreulichen Zahlen auf dem Arbeitsmarkt, habe den Notenbankern den Schritt zusätzlich erleichtert.

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