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Aumovio Aktie: Displays bleiben im Konzern

Der Auftragseingang stieg im dritten Quartal auf 6,4 Milliarden Euro, während Umsatz und bereinigtes EBIT zurückgingen.

Aumovio Aktie: Displays bleiben im Konzern
Bild: boerse-global.de

Aumovio trennt sich nicht von seiner Display-Sparte. Konzernchef Philipp von Hirschheydt will den Bereich User Experience nach einer Überprüfung behalten und setzt darauf, dass er in den kommenden Jahren spürbar zum Cashflow beiträgt. Die Aktie gab im Handel dennoch nach, am Mittag lag sie knapp vier Prozent im Minus bei 32,45 Euro.

Zahlen besser als befürchtet

Im dritten Quartal sank der Umsatz um 12 Prozent auf knapp 4,0 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT ging um 10,5 Prozent auf 137 Millionen Euro zurück. Analysten hatten mit etwa 131 Millionen Euro gerechnet. Die Marge stieg leicht auf 3,5 Prozent.

Unter dem Strich weitet sich der Verlust aus: 72 Millionen Euro nach 19 Millionen im Vorjahr. Höhere sonstige Aufwendungen und Belastungen aus der Währungsumrechnung schlugen zu Buche.

Der Auftragseingang verdoppelte sich auf 6,4 Milliarden Euro. Allein die neue Liefervereinbarung mit BMW, die nach dem Vergleich im Bremsenstreit zustande kam, brachte Bestellungen über 1,4 Milliarden Euro. Auch das Geschäft mit Sensoren und Netzwerktechnik überzeugte laut von Hirschheydt. Die Jahresprognose bestätigte er: Umsatz zwischen 17,0 und 17,5 Milliarden Euro, bereinigte EBIT-Marge von 3,0 bis 4,0 Prozent.

Bernstein-Analyst Harry Martin sprach von gemischten Resultaten. Bei Umsatz und Barmitteln blieb Aumovio hinter den Erwartungen zurück, beim operativen Ergebnis überzeugte das Unternehmen. JPMorgan-Experte Jose Asumendi nannte es ein insgesamt gutes Quartal.

Displays als Cashflow-Hebel

Den Bereich habe man technologisch umgekrempelt, sagte von Hirschheydt. Die Investitionen seien voll durchfinanziert, die Produktion in Niedriglohnländer verlagert. Bei Head-up-Displays in der Windschutzscheibe sieht er Aumovio als Innovator und Weltmarktführer. Auch beim autonomen Fahren sieht er Chancen, wenn Passagiere im Auto neue Beschäftigung suchen.

Für die Branche bleibt er vorsichtig. Von einem wachsenden Markt im Jahr 2027 geht er nicht aus.

Aktie weiter unter Abgabepreis

Die Belastung aus dem BMW-Vergleich über 350 Millionen Euro hatte Aumovio bereits im zweiten Quartal gebucht. Die Zahlungen fließen im dritten und vierten Quartal ab.

Seit der Abspaltung von Continental vor gut einem Jahr notiert das Papier unter dem Abgabepreis von 35 Euro. Nach einem Hoch nahe 47 Euro ging es schrittweise abwärts, im laufenden Jahr summieren sich die Verluste auf fast ein Viertel. Der Börsenwert liegt bei gut 3,2 Milliarden Euro, die Familie Schaeffler hält 46 Prozent.

Personell bleibt eine Baustelle: Seit dem Abgang von Finanzchefin Jutta Dönges vor einem Monat leitet Aufsichtsratsmitglied Claus Bauer das Ressort interimistisch. Eile bei der Nachfolge gebe es nicht, sagte von Hirschheydt. Sie soll innerhalb des kommenden Jahres feststehen.

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