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Arm Aktie: Beat ohne Belohnung

Starkes Lizenzwachstum kann schwächere Royalties und einen verhaltenen Ausblick für das dritte Quartal nicht ausgleichen.

Arm Aktie: Beat ohne Belohnung
Bild: boerse-global.de

Vier Quartale in Folge übertrifft Arm die Erwartungen, und trotzdem dreht die Reaktion der Anleger ins Negative. Nach den Zahlen für das zweite Geschäftsquartal 2027 gab die Aktie im US-Handel zeitweise gut zwölf Prozent nach. Der Grund liegt in einem einzigen Detail.

Lizenzgeschäft glänzt, Royalties hinken

Der Gewinn je Aktie lag bei 0,52 Dollar, erwartet waren 0,47 Dollar. Der Umsatz erreichte 1,44 Milliarden Dollar, gerechnet hatten Analysten mit 1,38 Milliarden. Treiber war das Lizenzgeschäft: Es wuchs um 50 Prozent auf 773 Millionen Dollar, getragen von neuen ATA- und CSS-Vereinbarungen.

Die Royalties dagegen enttäuschten. Sie legten nur um 8 Prozent auf 670 Millionen Dollar zu, Barclays hatte 14 Prozent erwartet. Da Lizenzgebühren an tatsächlich ausgelieferte Chips gekoppelt sind, gelten sie als sauberer Nachfrageindikator. Die Schwäche im Android-Segment belastet, auch schwache Handy-Zahlen anderer Hersteller drückten die Stimmung.

Positiv fiel das Rechenzentrum auf. Die Royalties dort haben sich laut RBC verdoppelt.

AGI-CPU und dünne Prognose

Beim neuen AGI-CPU hat das Management zusätzliche Lieferkapazitäten gesichert. Es zeigt sich zuversichtlich, Kundennachfrage von bis zu zwei Milliarden Dollar bedienen zu können. Das Umsatzziel von mehr als einer Milliarde Dollar hob Arm formal nicht an, sieht aber Spielraum nach oben.

Die Prognose für das dritte Quartal enttäuschte dennoch: Etwa 1,54 Milliarden Dollar Umsatz übertreffen die Konsensschätzung von 1,53 Milliarden kaum. Barclays verweist zudem auf mögliche Margenrisiken durch das Hardwaregeschäft und steigende Betriebskosten. Der Streit mit Qualcomm um Lizenzen ist weiterhin ungelöst.

Die Aktie hat binnen eines Monats fast die Hälfte ihres Werts verloren. Bei hohen Erwartungen reichte ein solider Beat nicht aus. Zuletzt notierte das Papier bei rund 168 Dollar.

Analysten kürzen Ziele

Die Kursziele sinken fast durchweg, meist wegen sinkender Branchenmultiplikatoren und weniger wegen des operativen Geschäfts:

HSBC senkte auf 215 Dollar bei "Hold". RBC verweist auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 195 und sieht die Aktie als hoch bewertet. Zugleich rechnet das Haus damit, dass der Smartphone-Markt bald den Boden findet.

Der nächste Termin steht fest: Am 3. Februar 2027 legt Arm die nächsten Zahlen vor. Charttechnisch markiert das Tagestief bei 163,13 Dollar die nächste Unterstützung, ein Anstieg über 183,56 Dollar würde auf eine Erholung hindeuten.

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