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13.03.26 11:17
Inlandsaktien – Ölpreis über 100 Dollar: EU schnürt Paket für Energieunabhängigkeit

Die Eskalation am Persischen Golf hat in der vergangenen Woche zu deutlichen Bewegungen an den Ölmärkten geführt. Nach iranischen Angriffen auf Energieinfrastruktur in der Golfregion und anhaltenden Bedrohungen der Schifffahrt in der Straße von Hormus kletterte der Brent-Preis wieder über die Marke von 100 US-Dollar je Barrel. Die Internationale Energieagentur stufte die Lage in ihrem Ölmarktbericht vom März als die größte Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes ein. Zwischenzeitliche Entspannungssignale aus Washington verpufften rasch.
Parallel dazu stellte die EU-Kommission ein breit angelegtes Energiepaket vor, das Investitionen in heimische saubere Energiequellen beschleunigen und die Abhängigkeit von fossilen Importen verringern soll. Die Europäische Investitionsbank kündigte Finanzierungen von über 75 Milliarden Euro in den kommenden drei Jahren an. Zudem soll es EU-Mitgliedstaaten ermöglicht werden, sogenannte kleine modulare Kernreaktoren (Small Modular Reactors) Anfang der 2030er-Jahre in Betrieb zu nehmen. Eine eigens gegründete Europäische Industrieallianz soll die Entwicklung und den Einsatz dieser Technologie vorantreiben – flankiert von zusätzlichen EU-Garantiemitteln in Höhe von 200 Millionen Euro zur Absicherung erster kommerzieller Projekte.

 

Die Top 3 meistgehandelten Inlandsaktien im Fokus

1. Rheinmetall mit Rekordjahr – Prognose angehoben

Rheinmetall hat diese Woche den Geschäftsbericht 2025 vorgelegt und erneut sämtliche Kennzahlen deutlich gesteigert. Der Konzernumsatz kletterte um 29 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro, das operative Ergebnis erreichte mit 1,841 Milliarden Euro (+33 Prozent) einen neuen Höchstwert. Die operative Marge verbesserte sich auf 18,5 Prozent. Der Auftragsbestand wuchs um 36 Prozent auf 63,8 Milliarden Euro, getragen von volumenstarken Großaufträgen europäischer NATO-Staaten und der Bundeswehr. Die Dividende soll von 8,10 auf 11,50 Euro je Aktie steigen.
Für 2026 prognostiziert der Konzern ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent auf 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von rund 19 Prozent. Die Wachstumsimpulse speisen sich laut Unternehmensangaben aus der gestiegenen europäischen Verteidigungsnachfrage. Gleichzeitig vollzieht Rheinmetall eine strategische Neuausrichtung: Die zivilen Automotive-Aktivitäten stehen zum Verkauf, der Konzern fokussiert sich künftig vollständig auf den Defence-Bereich. 
Einer Übernahme des VW-Werks in Osnabrück hat Rheinmetall aktuellen Medienberichten zufolge eine Absage erteilt.
Im Wertpapierhandel an der Börse Stuttgart war die 
Rheinmetall-Aktie mit 1.175 Orders die am häufigsten gehandelte Inlandsaktie in dieser Woche.

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2. Siemens Energy mit Rekordaufträgen im Q1 – Gamesa-Spin-off bleibt offen

Siemens Energy ist operativ stark ins Geschäftsjahr 2026 gestartet: Im ersten Quartal erreichte der Auftragseingang ein Rekordniveau, der Umsatz stieg auf 9,7 Mrd. Euro (+12,8 %), das Ergebnis je Aktie verdreifachte sich auf 0,79 Euro. Haupttreiber sind die anhaltend hohe Nachfrage nach Gasturbinen und Netzinfrastruktur – befeuert durch den globalen Ausbau von Rechenzentren für KI-Anwendungen. Für das Gesamtjahr prognostiziert das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 11 bis 13 Prozent bei einer Ergebnismarge von 9 bis 11 Prozent. Anfang März startete Siemens Energy ein Aktienrückkaufprogramm über 2 Mrd. Euro. Insgesamt hat der Konzern Rückkäufe von bis zu 6 Mrd. Euro bis Ende des Geschäftsjahres 2028 angekündigt.
Ungelöst bleibt die Zukunft der Windkrafttochter Siemens Gamesa, die 2025 einen operativen Verlust von 1,36 Mrd. Euro verzeichnete. US-Aktivist Ananym Capital drängt Medienberichten zufolge auf eine strategische Überprüfung der Sparte – einschließlich einer möglichen Abspaltung. CEO Christian Bruch sagte gegenüber Reuters, er halte die Idee für berechtigt – allerdings erst nach einem erfolgreichen Turnaround. Für Siemens Gamesa wird der Break-even im laufenden Geschäftsjahr angepeilt. Die nächsten Konzern-Quartalszahlen, die auch Aufschluss über die Windkrafttochter geben dürften, folgen am 12. Mai 2026.
Die Aktie von 
Siemens Energy war an der Börse Stuttgart in dieser Woche mit 1.071 Orders die am zweithäufigsten gehandelte Inlandsaktie.

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3. Allianz hat digitale Gesundheitsplattform für Privatversicherte gestartet

Die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) hat den digitalen Service „Mein GesundheitsLotse" eingeführt, der Vollversicherten über die Allianz Gesundheits-App personalisierte Empfehlungen zu Ernährung, Schlaf, Bewegung und mentaler Gesundheit bereitstellt. Dafür kooperiert die APKV mit dem Dienstleister Significo. Herzstück des Angebots ist die Online-Plattform BALM.
Die Inhalte reichen von wissenschaftlich validierten Fragebögen zur Risikoerkennung über digitale Coachings bei bestehenden Symptomen bis hin zu Kurzprogrammen wie Krafttraining oder Yoga. Significo erhält laut Unternehmensangaben keine Kundendaten von der APKV und gibt auch keine Daten an die Versicherung weiter. Der Service ist zunächst bis Ende 2026 befristet.
Die 
Allianz-Aktie war an der Börse Stuttgart in dieser Woche mit 1.023 Orders die am dritthäufigsten gehandelte Inlandsaktie.

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Die 10 meistgehandelten Inlandsaktien

Aktie

WKN

Preisfestellungen

Rang

Rheinmetall AG

703000

1.175

1

Siemens Energy AG

ENER6Y

1.071

2

Allianz SE

840400

1.023

3

Volkswagen AG Vz.

766403

695

4

SAP SE

716460

650

5

RENK Group AG

RENK73

551

6

Deutsche Bank AG

514000

543

7

Siemens AG

723610

527

8

Bayer AG

BAY001

496

9

Infineon Technologies AG

623100

450

10

* gemessen an der Anzahl der Preisstellungen im Zeitraum vom 05. März bis zum 12. März 2026 an der Börse Stuttgart

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