Wien (www.aktiencheck.de) - Zalando-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:
Manuel Stahl, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), rät die Aktie der Zalando SE (ISIN: DE000ZAL1111, WKN: ZAL111, Ticker-Symbol: ZAL) weiterhin zu kaufen.
Q1 26: Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahr um 23,8% auf EUR 3,0 Mrd. gestiegen und habe damit nahezu exakt den Konsensschätzungen entsprochen. Das Bruttowarenvolumen (GMV) habe, getrieben von der Integration von ABOUT YOU, ebenso um 21,7% zugelegt und habe einen Wert von EUR 4,3 Mrd. erreicht. Das bereinigte EBIT sei um 38,7% auf EUR 64,8 Mio. gestiegen, während Analyst:innen im Vorfeld lediglich einen Wert von EUR 42,2 Mio. in Aussicht gestellt hätten. Die bereinigte EBIT-Marge habe sich von 1,9% auf 2,2% verbessert. Hinsichtlich weiterer Leistungsindikatoren habe die Zahl aktiver Kund:innen gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich von 52,4 Mio. auf 62,3 Mio. gesteigert werden können. Entsprechend sei die Anzahl der Bestellungen ebenfalls klar von 58,5 Mio. auf 69,5 Mio. gewachsen.
Zalandos B2C-Segment spreche mit Zalando, ABOUT YOU sowie Lounge by Zalando marken-, trend- aber auch dealorientierte Kund:innen an. Die zielgerichtete Kommunikation werde dabei durch den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz signifikant unterstützt. So sei bereits im vergangenen Jahr 2025 die traditionelle Katalog-Homepage durch einen KI-gestützten Homefeed ersetzt worden, der sich an das Verhalten und die Interessen der Kund:innen anpasse. Inzwischen würden sogar rund 90% der Onsite-Marketing-Inhalte mithilfe von KI erstellt, was dem Unternehmen erlaube, deutlich schneller auf Trends zu reagieren und ein höheres Maß an Personalisierung zu bieten. Der ebenfalls KI-gestützte Zalando Assistant sowie das Treueprogramm Zalando Plus würden Kund:innen zusätzlich an die Shopping-Plattform binden. Getrieben von diesen Faktoren und der Akquisition von ABOUT YOU habe die Sparte zuletzt gegenüber dem Vorjahresquartal um 24% auf EUR 2,7 Mrd. wachsen können. Das bereinigte EBIT sei hingegen ebenfalls aufgrund der Integration von ABOUT YOU von EUR 41,0 Mio. auf EUR 38,2 Mio. gesunken.
Ähnlich dem B2C-Segment habe B2B rund um die Unternehmensgruppe ZEOS mithilfe von ABOUT YOU bzw. der damit verbundenen Software SCAYLE einen signifikanten Umsatzanstieg von 23,6% auf EUR 296,7 Mio. verzeichnet. Zudem habe das bereinigte EBIT von EUR 5,8 Mio. auf EUR 25,6 Mio. gesteigert werden können. Die hauseigene Logistik-, Software- und Service-Infrastruktur werde somit von zahlreichen europäischen und künftig auch von US-amerikanischen und kanadischen Unternehmen genutzt, sodass beispielsweise neben Netto Marken-Discount, Shopify, Next und in einigen Ländern der TikTok Shop auch Levi's darauf zurückgreifen würden. Der durch SCAYLE an Synergieeffekten gewinnende Bereich solle seinen Expansionskurs fortsetzen.
Zalandos starke Position am europäischen Online-Retail-Markt sei mit einer wachsenden Konkurrenz konfrontiert. Einerseits würden sich chinesische Fast-Fashion-Plattformen wie Shein und Temu als Alternative zu den vergleichsweise teureren Angeboten aus Europa etablieren, wobei die EU dieser Entwicklung nun entgegenwirken möchte. So solle die De-Minimis-Zollbefreiung für Online-Einkäufe zwar erst ab 2028 abgeschafft werden. Zuvor werde jedoch bereits ab Juli 2026 eine Abgabe von EUR 3 auf die meisten in die EU versendeten Pakete mit einem Wert von unter EUR 150 fällig. Andererseits nehme die Bedeutung von Social-Media-Commerce, darin inbegriffen die in TikTok eingebettete Shopping-Funktion bzw. der ZEOS-Partner TikTok Shop, an Bedeutung zu. Der Trend ermögliche es Nutzer:innen, über integrierte Shopping-Funktionen direkt innerhalb der App und während des Schauens von Kurzvideos einzukaufen.
Anfang des Jahres habe Zalando bekannt gegeben, dass das Werk in Erfurt im September 2026 geschlossen werde und damit 2.700 Arbeitsplätze verloren gehen würden. Die Entscheidung spiegele den zunehmenden Fokus auf die breit gestreute europaweite Lieferung und ein Last-Mile-Netzwerk mit kürzeren Lieferwegen wider. Außerdem werde mit Erfurt ein nicht automatisierter Standort stillgelegt, während die Automatisierung in anderen europäischen Logistikzentren, insbesondere mit KI-Robotern von Nomagic, vorangetrieben werde. Dadurch erhoffe sich Zalando eine Erhöhung der Kosteneffizienz bei der Auftragsabwicklung.
Die Aktie von Zalando könne gemäß sämtlicher Bewertungskennzahlen als unterbewertet eingestuft werden. So lägen die zukunftsgerichteten Preis-Multiples nicht nur deutlich unter ihrem historischen Durchschnitt, der Anteilsschein habe mit einem 12-Monats-Forward-KGV von unter 13 jüngst sogar einen erneuten Tiefpunkt erreicht. Trotz der zuletzt etwas zurückgeschraubten Gewinnwachstumserwartungen erscheine Stahl der aktuelle Bewertungs-Discount somit als überzogen.
Ausblick: Zalando strebe für das laufende Geschäftsjahr 2026 weiterhin ein GMV- und Umsatzwachstum von 12% bis 17% an. Das bereinigte EBIT solle nach wie vor zwischen EUR 660 Mio. und EUR 740 Mio. liegen. Mittel- bis langfristig erwarte die nun kombinierte Unternehmensgruppe bis 2028 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 8-13% (Ausgangsjahr 2023) hinsichtlich des Umsatzes als auch des Bruttowarenvolumens (GMV). Die bereinigte EBIT-Marge solle sich am Ende dieses Zeitraums auf ambitionierte 6-8% belaufen.
Ein Blick auf die Kursperformance der letzten Quartale von Zalando lasse auf den ersten Blick ein strauchelndes Unternehmen vermuten. Tatsächlich habe der deutsche Online-Modehändler zuletzt jedoch erneut ein solides Zahlenwerk geliefert, welches auf operativer Ebene stärker als erwartet ausgefallen sei. Als Wachstumstreiber würden sich einerseits der zunehmende Einsatz von KI im B2C-Segment erweisen, während andererseits die Akquisition von ABOUT YOU und die damit verbundenen Synergieeffekte die Geschäftsentwicklung im selbigen Bereich sowie in der B2B-Sparte stützen würden. Auch bewertungsseitig gelte die Aktie seit geraumer Zeit als unterbewertet, wobei dies überwiegend eine Konsequenz des fallenden Kurses und weniger der steigenden Gewinnerwartungen sei. Diese schwache Kursentwicklung spiegele dabei vor allem die Sorgen der Anleger:innen hinsichtlich der wachsenden Konkurrenz wider. Außerdem sorge die geopolitische Lage und deren Implikationen für die konjunkturelle Entwicklung und die Konsumausgaben für berechtigte Unsicherheit.
Die Risikofaktoren wiegen nach Ansicht des Analysten der RBI jedoch nicht so schwer wie die solide Geschäftsentwicklung und die aktuellen Wachstumsaussichten, weshalb er seine KAUF-Empfehlung für die Zalando-Aktie bestätigt. Manuel Stahl senke jedoch sein Kursziel von EUR 32,00 auf EUR 28,00. Das Kursziel basiere auf einem Multiple-Ansatz und ist sowohl im Vergleich zur eigenen Historie als auch in Bezug auf den Sektor sowie Markt zu verstehen, wobei es sich bei den Zahlen um Konsens- und eigene Schätzungen handle. (Analyse vom 15.05.2026)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:
Offenlegungen
7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person oder eine sonstige natürliche Person von Raiffeisen Research besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.
Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity (15.05.2026/ac/a/d)
Manuel Stahl, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), rät die Aktie der Zalando SE (ISIN: DE000ZAL1111, WKN: ZAL111, Ticker-Symbol: ZAL) weiterhin zu kaufen.
Q1 26: Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahr um 23,8% auf EUR 3,0 Mrd. gestiegen und habe damit nahezu exakt den Konsensschätzungen entsprochen. Das Bruttowarenvolumen (GMV) habe, getrieben von der Integration von ABOUT YOU, ebenso um 21,7% zugelegt und habe einen Wert von EUR 4,3 Mrd. erreicht. Das bereinigte EBIT sei um 38,7% auf EUR 64,8 Mio. gestiegen, während Analyst:innen im Vorfeld lediglich einen Wert von EUR 42,2 Mio. in Aussicht gestellt hätten. Die bereinigte EBIT-Marge habe sich von 1,9% auf 2,2% verbessert. Hinsichtlich weiterer Leistungsindikatoren habe die Zahl aktiver Kund:innen gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich von 52,4 Mio. auf 62,3 Mio. gesteigert werden können. Entsprechend sei die Anzahl der Bestellungen ebenfalls klar von 58,5 Mio. auf 69,5 Mio. gewachsen.
Zalandos B2C-Segment spreche mit Zalando, ABOUT YOU sowie Lounge by Zalando marken-, trend- aber auch dealorientierte Kund:innen an. Die zielgerichtete Kommunikation werde dabei durch den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz signifikant unterstützt. So sei bereits im vergangenen Jahr 2025 die traditionelle Katalog-Homepage durch einen KI-gestützten Homefeed ersetzt worden, der sich an das Verhalten und die Interessen der Kund:innen anpasse. Inzwischen würden sogar rund 90% der Onsite-Marketing-Inhalte mithilfe von KI erstellt, was dem Unternehmen erlaube, deutlich schneller auf Trends zu reagieren und ein höheres Maß an Personalisierung zu bieten. Der ebenfalls KI-gestützte Zalando Assistant sowie das Treueprogramm Zalando Plus würden Kund:innen zusätzlich an die Shopping-Plattform binden. Getrieben von diesen Faktoren und der Akquisition von ABOUT YOU habe die Sparte zuletzt gegenüber dem Vorjahresquartal um 24% auf EUR 2,7 Mrd. wachsen können. Das bereinigte EBIT sei hingegen ebenfalls aufgrund der Integration von ABOUT YOU von EUR 41,0 Mio. auf EUR 38,2 Mio. gesunken.
Ähnlich dem B2C-Segment habe B2B rund um die Unternehmensgruppe ZEOS mithilfe von ABOUT YOU bzw. der damit verbundenen Software SCAYLE einen signifikanten Umsatzanstieg von 23,6% auf EUR 296,7 Mio. verzeichnet. Zudem habe das bereinigte EBIT von EUR 5,8 Mio. auf EUR 25,6 Mio. gesteigert werden können. Die hauseigene Logistik-, Software- und Service-Infrastruktur werde somit von zahlreichen europäischen und künftig auch von US-amerikanischen und kanadischen Unternehmen genutzt, sodass beispielsweise neben Netto Marken-Discount, Shopify, Next und in einigen Ländern der TikTok Shop auch Levi's darauf zurückgreifen würden. Der durch SCAYLE an Synergieeffekten gewinnende Bereich solle seinen Expansionskurs fortsetzen.
Zalandos starke Position am europäischen Online-Retail-Markt sei mit einer wachsenden Konkurrenz konfrontiert. Einerseits würden sich chinesische Fast-Fashion-Plattformen wie Shein und Temu als Alternative zu den vergleichsweise teureren Angeboten aus Europa etablieren, wobei die EU dieser Entwicklung nun entgegenwirken möchte. So solle die De-Minimis-Zollbefreiung für Online-Einkäufe zwar erst ab 2028 abgeschafft werden. Zuvor werde jedoch bereits ab Juli 2026 eine Abgabe von EUR 3 auf die meisten in die EU versendeten Pakete mit einem Wert von unter EUR 150 fällig. Andererseits nehme die Bedeutung von Social-Media-Commerce, darin inbegriffen die in TikTok eingebettete Shopping-Funktion bzw. der ZEOS-Partner TikTok Shop, an Bedeutung zu. Der Trend ermögliche es Nutzer:innen, über integrierte Shopping-Funktionen direkt innerhalb der App und während des Schauens von Kurzvideos einzukaufen.
Anfang des Jahres habe Zalando bekannt gegeben, dass das Werk in Erfurt im September 2026 geschlossen werde und damit 2.700 Arbeitsplätze verloren gehen würden. Die Entscheidung spiegele den zunehmenden Fokus auf die breit gestreute europaweite Lieferung und ein Last-Mile-Netzwerk mit kürzeren Lieferwegen wider. Außerdem werde mit Erfurt ein nicht automatisierter Standort stillgelegt, während die Automatisierung in anderen europäischen Logistikzentren, insbesondere mit KI-Robotern von Nomagic, vorangetrieben werde. Dadurch erhoffe sich Zalando eine Erhöhung der Kosteneffizienz bei der Auftragsabwicklung.
Die Aktie von Zalando könne gemäß sämtlicher Bewertungskennzahlen als unterbewertet eingestuft werden. So lägen die zukunftsgerichteten Preis-Multiples nicht nur deutlich unter ihrem historischen Durchschnitt, der Anteilsschein habe mit einem 12-Monats-Forward-KGV von unter 13 jüngst sogar einen erneuten Tiefpunkt erreicht. Trotz der zuletzt etwas zurückgeschraubten Gewinnwachstumserwartungen erscheine Stahl der aktuelle Bewertungs-Discount somit als überzogen.
Ausblick: Zalando strebe für das laufende Geschäftsjahr 2026 weiterhin ein GMV- und Umsatzwachstum von 12% bis 17% an. Das bereinigte EBIT solle nach wie vor zwischen EUR 660 Mio. und EUR 740 Mio. liegen. Mittel- bis langfristig erwarte die nun kombinierte Unternehmensgruppe bis 2028 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 8-13% (Ausgangsjahr 2023) hinsichtlich des Umsatzes als auch des Bruttowarenvolumens (GMV). Die bereinigte EBIT-Marge solle sich am Ende dieses Zeitraums auf ambitionierte 6-8% belaufen.
Ein Blick auf die Kursperformance der letzten Quartale von Zalando lasse auf den ersten Blick ein strauchelndes Unternehmen vermuten. Tatsächlich habe der deutsche Online-Modehändler zuletzt jedoch erneut ein solides Zahlenwerk geliefert, welches auf operativer Ebene stärker als erwartet ausgefallen sei. Als Wachstumstreiber würden sich einerseits der zunehmende Einsatz von KI im B2C-Segment erweisen, während andererseits die Akquisition von ABOUT YOU und die damit verbundenen Synergieeffekte die Geschäftsentwicklung im selbigen Bereich sowie in der B2B-Sparte stützen würden. Auch bewertungsseitig gelte die Aktie seit geraumer Zeit als unterbewertet, wobei dies überwiegend eine Konsequenz des fallenden Kurses und weniger der steigenden Gewinnerwartungen sei. Diese schwache Kursentwicklung spiegele dabei vor allem die Sorgen der Anleger:innen hinsichtlich der wachsenden Konkurrenz wider. Außerdem sorge die geopolitische Lage und deren Implikationen für die konjunkturelle Entwicklung und die Konsumausgaben für berechtigte Unsicherheit.
Die Risikofaktoren wiegen nach Ansicht des Analysten der RBI jedoch nicht so schwer wie die solide Geschäftsentwicklung und die aktuellen Wachstumsaussichten, weshalb er seine KAUF-Empfehlung für die Zalando-Aktie bestätigt. Manuel Stahl senke jedoch sein Kursziel von EUR 32,00 auf EUR 28,00. Das Kursziel basiere auf einem Multiple-Ansatz und ist sowohl im Vergleich zur eigenen Historie als auch in Bezug auf den Sektor sowie Markt zu verstehen, wobei es sich bei den Zahlen um Konsens- und eigene Schätzungen handle. (Analyse vom 15.05.2026)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:
Offenlegungen
7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person oder eine sonstige natürliche Person von Raiffeisen Research besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.
Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity (15.05.2026/ac/a/d)
Archivbeitrag vom 15.05.2026. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.