Wien (www.aktiencheck.de) - Wienerberger-Aktienanalyse der Raiffeisen Bank International AG:
Gregor Koppensteiner, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), rät in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der Wienerberger AG (ISIN: AT0000831706, WKN: 852894, Ticker-Symbol: WIB, Wiener Börse-Symbol: WIE) weiterhin zu kaufen.
Energieintensität: Trotz Dekarbonisierungsfortschritten seien Hersteller von Baustoffen wie Zement, Beton und Ziegeln weiterhin stark von fossilen Energieträgern abhängig. Würden die Energiepreise – vor allem die Erdgaspreise – hoch bleiben, würden diese Hersteller die gestiegenen Kosten wahrscheinlich an die Bauunternehmen weitergeben. Das dürfte dennoch Druck auf die Gewinnmargen ausüben, zu höheren Gesamtbaukosten führen und die Auslastung aufgrund zurückhaltender Nachfrage beeinträchtigen. Für Wienerberger sei diese Entwicklung besonders relevant, da das Unternehmen als weltweit größter Ziegelproduzent und führender Anbieter von Dach-, Rohr- und Fassadenlösungen in mehreren energieintensiven Produktbereichen aktiv sei. Die Herstellung keramischer Baustoffe erfordere hohe Temperaturen, weshalb sie trotz laufender Effizienz- und Elektrifizierungsmaßnahmen kurzfristig stark von den Energiekosten abhängig bleibe. Das zeige sich bereits im Ausblick für 2026: Wienerberger selbst verweise auf eine spezifische Energieinflation von rund EUR 30 Mio., wobei der Portfolio-Gaspreis von EUR 24/MWh auf EUR 32/MWh steige. Dieser Effekt sei laut Unternehmensangaben extern getrieben und könne in einem schwachen Marktumfeld nicht vollständig über Preiserhöhungen kompensiert werden. Aufgrund der durch den Krieg gestiegenen Erdgaspreise auf dem Spotmarkt von über EUR 45/MWh könnte der Effekt jedoch weniger stark ausfallen als noch im Frühjahr befürchtet. Im Jahr 2025 hätten sich die Energiekosten von Wienerberger auf EUR 384 Mio. bzw. 8,4% des Umsatzes belaufen. Davon seien 55% auf Erdgas entfallen, sodass sich die reinen Gaskosten auf rund EUR 200 Mio. bzw. 4,6% des Umsatzes und 7,1% der Herstellungskosten belaufen hätten. Kurzfristig versuche Wienerberger, den Kostendruck über Preiserhöhungen, Kostenmanagement und das laufende Programm "Fit for Growth" abzufedern. Zudem seien die europäischen Erdgaspositionen zu mehr als 80% abgesichert, was kurzfristig einen gewissen Schutz vor Marktvolatilität biete. Dennoch bleibe der Effekt der höheren Energiepreise für das Ergebnis relevant, da die Nachfrage in den Endmärkten weiterhin schwach sei und Preiserhöhungen nur dann vollständig durchsetzbar seien, wenn das Volumen und das Wettbewerbsumfeld dies zuließen.
Unabhängigkeit vom Zyklus durch M&A und Portfolio-Transformation: Positiv sei, dass Wienerberger im Vergleich zu rein zyklischen Neubauzulieferern deutlich breiter aufgestellt sei und durch eine aktive M&A-Strategie den Anteil weniger zyklischer bzw. margenträchtigerer Geschäftsfelder kontinuierlich erhöhe. Der Konzern habe sein Produkt- und Lösungsportfolio in den vergangenen Jahrzehnten gezielt in Richtung Renovierung und Infrastruktur verbreitert. Mittlerweile würden mehr als 50% der Umsätze aus Übernahmen stammen, die die Resilienz, Profitabilität und Skalierbarkeit der Systemlösungen verbessern sollten. Gleichzeitig sei der Anteil von Systemlösungen am Konzernumsatz von 15% im Jahr 2021 auf 32% im Jahr 2025 gestiegen. Dies unterstreiche die strategische Verschiebung von reinen Produktmärkten hin zu stärker differenzierten Lösungsgeschäften mit höherer Preissetzungsmacht. Diese Entwicklung sei vor allem vor dem Hintergrund der anhaltenden Schwäche im Wohnneubau relevant. M&A werde damit zu einem zentralen Gegengewicht zum Zyklus: Während klassische Neubauprodukte durch hohe Zinsen und geringe Leistbarkeit belastet bleiben würden, würden die Zukäufe auf Renovierung zielen (Dachsysteme, Infrastruktur, Wassermanagement und smarte Rohrlösungen) – also Segmente mit strukturell höherem Wachstum und geringerer Neubauabhängigkeit – ab. Italcer sei dabei der wichtigste aktuelle Baustein: Die Transaktion stärke das Renovierungsgeschäft, solle ab dem ersten Tag margenstärkend wirken und biete rund EUR 10 Mio. identifizierte Synergien. Zusätzlich sehe Wienerberger bei Italcer mittelfristig ein EBITDA-Potenzial von über EUR 100 Mio., inklusive Synergien. Das Unternehmen nutze die Plattform für eine fortgesetzte Buy-and-Build-Strategie. Auch die Übernahme der schwedischen NEWS Group im Bereich Wassermanagement in Nordeuropa passe strategisch in die weniger zyklischen Infrastruktur- und ESG-getriebenen Nachfragebereiche. Entscheidend sei, dass Wienerberger diese Transformation (insgesamt 46 M&A-Deals seit 2010) bislang weitgehend selbst finanziert habe. Das Unternehmen verweise auf 16 Jahre selbstfinanziertes Wachstum ohne Kapitalerhöhung sowie einen soliden Free Cashflow bei einer Verschuldungsquote im Branchendurchschnitt.
Schwaches Q1 und keine Entspannung in der Endmarktnachfrage: Die Q1-Zahlen 2026 seien wie erwartet schwach ausgefallen und zeigten, dass Wienerberger derzeit mit niedriger Auslastung und Kosteninflation gleichzeitig konfrontiert sei. So sei der Umsatz um 7% gesunken, während das operative EBITDA um 26% zurückgegangen sei. Die EBITDA-Marge sei somit von 11,8% auf 9,4% gefallen. Hauptgrund hierfür seien die weiterhin verhaltene Neubauaktivität sowie ein wetterbedingt schwacher Start in den Monaten Januar und Februar gewesen, während sich die Volumina im März deutlich erholt hätten. Der Ausblick bleibe jedoch nur bedingt positiv: Wienerberger erwarte für 2026 keine strukturelle Erholung im Wohnbau, stabile Infrastruktur- und Renovierungsmärkte sowie zusätzliche Belastungen durch Lohn- und Energiekosten. Dennoch sollten die kommenden Quartalszahlen wieder etwas besser ausfallen. Die bestätigte EBITDA-Guidance von rund EUR 810 Mio. werde maßgeblich durch Italcer gestützt. Im laufenden Geschäft wirkten sich die erwartete Energieinflation von rund EUR 30 Mio. und die ausbleibende Markterholung weiterhin dämpfend aus. Im Frühjahr sei das EBITDA des Konsensus kontinuierlich nach unten korrigiert worden. Derzeit werde es bei rund EUR 793 Mio. als realistisch angesehen.
Bewertung: Im Vergleich zum zuletzt gut gelaufenen österreichischen Aktienmarkt gelte Wienerberger wenig überraschend als unterbewertet, ebenso im Hinblick auf die eigene Historie. Gegenüber europäischen Bau- und Baustofftiteln sowie gegenüber einer spezifischeren Peer Group sei nach wie vor ein gewisser Bewertungsabschlag festzustellen. Dieser könne nur zum Teil durch die unterdurchschnittlichen Gewinnmargen erklärt werden.
Für Wienerberger seien die Energiekosten kein rein temporäres Thema, sondern würden ein struktureller Margenfaktor bleiben. Zwar würden Hedging, Effizienzprogramme, Preiserhöhungen und Portfolioeffekte die kurzfristige Ergebnisvolatilität reduzieren. In einem Umfeld ohne echte Neubauerholung würden sie jedoch das organische Ergebnispotenzial limitieren und die Bedeutung von Portfolio-Optimierung, Renovierung, Infrastruktur/Wassermanagement sowie wertschaffenden Zukäufen erhöhen. M&A werde damit zu einem zentralen Gegengewicht zum Zyklus: Während klassische Neubauprodukte durch hohe Zinsen und schwache Leistbarkeit belastet bleiben würden, würden Zukäufe vor allem auf den Renovierungssektor abzielen. Für die Equity Story sei daher weniger entscheidend, ob der Wohnneubau kurz- bis mittelfristig anspringe, sondern ob Wienerberger die Transformation in Richtung Renovierung, Infrastruktur und Systemlösungen weiter erfolgreich fortsetzen könne.
Nach dem enttäuschenden Q1 hätten die kommenden Berichte das Potenzial, besser auszufallen und positiv zu überraschen, da der Konsens zuletzt kontinuierlich nach unten revidiert worden sei. Zwar beträfen die negativen Faktoren das Bottom-Line-Ergebnis, jedoch halte Koppensteiner die Preissetzungsmacht und den Produktmix von Wienerberger für unterschätzt.
Insgesamt bestätige Koppensteiner die KAUF-Empfehlung. Aufgrund der nach unten revidierten Gewinnaussichten bedürfe es jedoch einer Anpassung des Kursziels auf EUR 28,00, welches sich aus einem Discounted-Cashflow-Modell und einem relativen Bewertungsansatz ergebe. Letzterer berücksichtige einen im historischen Kontext angemessenen Aufschlag gegenüber dem breiten Aktienmarkt und einer engeren Peergroup. (Analyse vom 01.06.2026)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:
Offenlegungen
3. RBI oder eine mit ihr verbundene juristische Person ist Market Maker oder Specialist oder Designated Sponsor oder Stabilisierungsmanager oder sonstiger Liquiditätsspender in den Finanzinstrumenten des Emittenten.
5. Zwischen RBI oder einer mit ihr verbundenen juristischen Person und dem Emittenten war in den vorangegangenen 12 Monaten eine Vereinbarung über die Erbringung von Wertpapierdienstleistungen gemäß Anhang I Abschnitte A (Wertpapierdienstleistungen und Anlagetätigkeiten) und B (Nebendienstleistungen) der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Kraft bzw. ergab sich in diesem Zusammenhang die Verpflichtung zu einer Zahlung oder zum Erhalt einer Entschädigung; wobei eine Offenlegung nur dann erfolgt, wenn dadurch die Vertraulichkeit von Geschäftsinformationen nicht verletzt wird.
Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity (01.06.2026/ac/a/a)
Gregor Koppensteiner, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), rät in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der Wienerberger AG (ISIN: AT0000831706, WKN: 852894, Ticker-Symbol: WIB, Wiener Börse-Symbol: WIE) weiterhin zu kaufen.
Energieintensität: Trotz Dekarbonisierungsfortschritten seien Hersteller von Baustoffen wie Zement, Beton und Ziegeln weiterhin stark von fossilen Energieträgern abhängig. Würden die Energiepreise – vor allem die Erdgaspreise – hoch bleiben, würden diese Hersteller die gestiegenen Kosten wahrscheinlich an die Bauunternehmen weitergeben. Das dürfte dennoch Druck auf die Gewinnmargen ausüben, zu höheren Gesamtbaukosten führen und die Auslastung aufgrund zurückhaltender Nachfrage beeinträchtigen. Für Wienerberger sei diese Entwicklung besonders relevant, da das Unternehmen als weltweit größter Ziegelproduzent und führender Anbieter von Dach-, Rohr- und Fassadenlösungen in mehreren energieintensiven Produktbereichen aktiv sei. Die Herstellung keramischer Baustoffe erfordere hohe Temperaturen, weshalb sie trotz laufender Effizienz- und Elektrifizierungsmaßnahmen kurzfristig stark von den Energiekosten abhängig bleibe. Das zeige sich bereits im Ausblick für 2026: Wienerberger selbst verweise auf eine spezifische Energieinflation von rund EUR 30 Mio., wobei der Portfolio-Gaspreis von EUR 24/MWh auf EUR 32/MWh steige. Dieser Effekt sei laut Unternehmensangaben extern getrieben und könne in einem schwachen Marktumfeld nicht vollständig über Preiserhöhungen kompensiert werden. Aufgrund der durch den Krieg gestiegenen Erdgaspreise auf dem Spotmarkt von über EUR 45/MWh könnte der Effekt jedoch weniger stark ausfallen als noch im Frühjahr befürchtet. Im Jahr 2025 hätten sich die Energiekosten von Wienerberger auf EUR 384 Mio. bzw. 8,4% des Umsatzes belaufen. Davon seien 55% auf Erdgas entfallen, sodass sich die reinen Gaskosten auf rund EUR 200 Mio. bzw. 4,6% des Umsatzes und 7,1% der Herstellungskosten belaufen hätten. Kurzfristig versuche Wienerberger, den Kostendruck über Preiserhöhungen, Kostenmanagement und das laufende Programm "Fit for Growth" abzufedern. Zudem seien die europäischen Erdgaspositionen zu mehr als 80% abgesichert, was kurzfristig einen gewissen Schutz vor Marktvolatilität biete. Dennoch bleibe der Effekt der höheren Energiepreise für das Ergebnis relevant, da die Nachfrage in den Endmärkten weiterhin schwach sei und Preiserhöhungen nur dann vollständig durchsetzbar seien, wenn das Volumen und das Wettbewerbsumfeld dies zuließen.
Unabhängigkeit vom Zyklus durch M&A und Portfolio-Transformation: Positiv sei, dass Wienerberger im Vergleich zu rein zyklischen Neubauzulieferern deutlich breiter aufgestellt sei und durch eine aktive M&A-Strategie den Anteil weniger zyklischer bzw. margenträchtigerer Geschäftsfelder kontinuierlich erhöhe. Der Konzern habe sein Produkt- und Lösungsportfolio in den vergangenen Jahrzehnten gezielt in Richtung Renovierung und Infrastruktur verbreitert. Mittlerweile würden mehr als 50% der Umsätze aus Übernahmen stammen, die die Resilienz, Profitabilität und Skalierbarkeit der Systemlösungen verbessern sollten. Gleichzeitig sei der Anteil von Systemlösungen am Konzernumsatz von 15% im Jahr 2021 auf 32% im Jahr 2025 gestiegen. Dies unterstreiche die strategische Verschiebung von reinen Produktmärkten hin zu stärker differenzierten Lösungsgeschäften mit höherer Preissetzungsmacht. Diese Entwicklung sei vor allem vor dem Hintergrund der anhaltenden Schwäche im Wohnneubau relevant. M&A werde damit zu einem zentralen Gegengewicht zum Zyklus: Während klassische Neubauprodukte durch hohe Zinsen und geringe Leistbarkeit belastet bleiben würden, würden die Zukäufe auf Renovierung zielen (Dachsysteme, Infrastruktur, Wassermanagement und smarte Rohrlösungen) – also Segmente mit strukturell höherem Wachstum und geringerer Neubauabhängigkeit – ab. Italcer sei dabei der wichtigste aktuelle Baustein: Die Transaktion stärke das Renovierungsgeschäft, solle ab dem ersten Tag margenstärkend wirken und biete rund EUR 10 Mio. identifizierte Synergien. Zusätzlich sehe Wienerberger bei Italcer mittelfristig ein EBITDA-Potenzial von über EUR 100 Mio., inklusive Synergien. Das Unternehmen nutze die Plattform für eine fortgesetzte Buy-and-Build-Strategie. Auch die Übernahme der schwedischen NEWS Group im Bereich Wassermanagement in Nordeuropa passe strategisch in die weniger zyklischen Infrastruktur- und ESG-getriebenen Nachfragebereiche. Entscheidend sei, dass Wienerberger diese Transformation (insgesamt 46 M&A-Deals seit 2010) bislang weitgehend selbst finanziert habe. Das Unternehmen verweise auf 16 Jahre selbstfinanziertes Wachstum ohne Kapitalerhöhung sowie einen soliden Free Cashflow bei einer Verschuldungsquote im Branchendurchschnitt.
Schwaches Q1 und keine Entspannung in der Endmarktnachfrage: Die Q1-Zahlen 2026 seien wie erwartet schwach ausgefallen und zeigten, dass Wienerberger derzeit mit niedriger Auslastung und Kosteninflation gleichzeitig konfrontiert sei. So sei der Umsatz um 7% gesunken, während das operative EBITDA um 26% zurückgegangen sei. Die EBITDA-Marge sei somit von 11,8% auf 9,4% gefallen. Hauptgrund hierfür seien die weiterhin verhaltene Neubauaktivität sowie ein wetterbedingt schwacher Start in den Monaten Januar und Februar gewesen, während sich die Volumina im März deutlich erholt hätten. Der Ausblick bleibe jedoch nur bedingt positiv: Wienerberger erwarte für 2026 keine strukturelle Erholung im Wohnbau, stabile Infrastruktur- und Renovierungsmärkte sowie zusätzliche Belastungen durch Lohn- und Energiekosten. Dennoch sollten die kommenden Quartalszahlen wieder etwas besser ausfallen. Die bestätigte EBITDA-Guidance von rund EUR 810 Mio. werde maßgeblich durch Italcer gestützt. Im laufenden Geschäft wirkten sich die erwartete Energieinflation von rund EUR 30 Mio. und die ausbleibende Markterholung weiterhin dämpfend aus. Im Frühjahr sei das EBITDA des Konsensus kontinuierlich nach unten korrigiert worden. Derzeit werde es bei rund EUR 793 Mio. als realistisch angesehen.
Bewertung: Im Vergleich zum zuletzt gut gelaufenen österreichischen Aktienmarkt gelte Wienerberger wenig überraschend als unterbewertet, ebenso im Hinblick auf die eigene Historie. Gegenüber europäischen Bau- und Baustofftiteln sowie gegenüber einer spezifischeren Peer Group sei nach wie vor ein gewisser Bewertungsabschlag festzustellen. Dieser könne nur zum Teil durch die unterdurchschnittlichen Gewinnmargen erklärt werden.
Für Wienerberger seien die Energiekosten kein rein temporäres Thema, sondern würden ein struktureller Margenfaktor bleiben. Zwar würden Hedging, Effizienzprogramme, Preiserhöhungen und Portfolioeffekte die kurzfristige Ergebnisvolatilität reduzieren. In einem Umfeld ohne echte Neubauerholung würden sie jedoch das organische Ergebnispotenzial limitieren und die Bedeutung von Portfolio-Optimierung, Renovierung, Infrastruktur/Wassermanagement sowie wertschaffenden Zukäufen erhöhen. M&A werde damit zu einem zentralen Gegengewicht zum Zyklus: Während klassische Neubauprodukte durch hohe Zinsen und schwache Leistbarkeit belastet bleiben würden, würden Zukäufe vor allem auf den Renovierungssektor abzielen. Für die Equity Story sei daher weniger entscheidend, ob der Wohnneubau kurz- bis mittelfristig anspringe, sondern ob Wienerberger die Transformation in Richtung Renovierung, Infrastruktur und Systemlösungen weiter erfolgreich fortsetzen könne.
Nach dem enttäuschenden Q1 hätten die kommenden Berichte das Potenzial, besser auszufallen und positiv zu überraschen, da der Konsens zuletzt kontinuierlich nach unten revidiert worden sei. Zwar beträfen die negativen Faktoren das Bottom-Line-Ergebnis, jedoch halte Koppensteiner die Preissetzungsmacht und den Produktmix von Wienerberger für unterschätzt.
Insgesamt bestätige Koppensteiner die KAUF-Empfehlung. Aufgrund der nach unten revidierten Gewinnaussichten bedürfe es jedoch einer Anpassung des Kursziels auf EUR 28,00, welches sich aus einem Discounted-Cashflow-Modell und einem relativen Bewertungsansatz ergebe. Letzterer berücksichtige einen im historischen Kontext angemessenen Aufschlag gegenüber dem breiten Aktienmarkt und einer engeren Peergroup. (Analyse vom 01.06.2026)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:
Offenlegungen
3. RBI oder eine mit ihr verbundene juristische Person ist Market Maker oder Specialist oder Designated Sponsor oder Stabilisierungsmanager oder sonstiger Liquiditätsspender in den Finanzinstrumenten des Emittenten.
5. Zwischen RBI oder einer mit ihr verbundenen juristischen Person und dem Emittenten war in den vorangegangenen 12 Monaten eine Vereinbarung über die Erbringung von Wertpapierdienstleistungen gemäß Anhang I Abschnitte A (Wertpapierdienstleistungen und Anlagetätigkeiten) und B (Nebendienstleistungen) der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Kraft bzw. ergab sich in diesem Zusammenhang die Verpflichtung zu einer Zahlung oder zum Erhalt einer Entschädigung; wobei eine Offenlegung nur dann erfolgt, wenn dadurch die Vertraulichkeit von Geschäftsinformationen nicht verletzt wird.
Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity (01.06.2026/ac/a/a)
Archivbeitrag vom 01.06.2026. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.