Aktien des Tages

Volkswagen Aktie: Trotz der Abschreibung bleibt VW eng mit Northvolt verbunden

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Volkswagen-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Julian Weber vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Vorzugsaktie der Volkswagen AG (VW) (ISIN: DE0007664039, WKN: 766403, Ticker-Symbol: VOW3, NASDAQ OTC-Symbol: VLKPF) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.

Ende vergangener Woche habe Northvolt Insolvenz beantragt. Ein herber Rückschlag für Europas Ambitionen für E-Autobatterien. Doch nicht nur die Batteriebranche leide. Auch Volkswagen sei von der Pleite betroffen - und das gleich doppelt. Wie Medienberichte nun zeigen würden, müsse VW als größter Aktionär Millionensummen abschreiben.

Laut Berichten von Reuters sei der Wert der 21-prozentigen Beteiligung im Jahr 2024 kontinuierlich angepasst worden. Allerdings ohne, dass der aktuelle Restwert bekannt gegeben worden sei. Im Geschäftsbericht für 2023 habe der Autobauer den Buchwert noch auf 693 Millionen Euro beziffert, was allerdings bereits einen Rückgang von einem Viertel im Vergleich zu 2022 bedeutet habe. Damals sei die Beteiligung noch über 900 Millionen Euro wert gewesen.

Die drastische Korrektur sei eine Folge der anhaltenden Krise bei Northvolt. Der Batteriehersteller, einst als Hoffnungsträger der europäischen E-Mobilitätsindustrie gefeiert, habe vergangene Woche Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts beantragt. Produktionsprobleme, der Verlust eines Großauftrags von BMW im Wert von zwei Milliarden Euro sowie eine massive Unterauslastung des Werks in Skellefteå hätten den einst ambitionierten Konzern in die Zahlungsunfähigkeit getrieben.

Laut einem weiteren Bericht der Financial Times plane auch Goldman Sachs, der nach VW zweitgrößte Aktionär bei Northvolt, seine 19,2-prozentige Beteiligung im Wert von 900 Millionen Dollar bis Jahresende komplett abzuschreiben. Ein ähnliches Vorgehen bei Volkswagen sei nicht bestätigt, jedoch keineswegs ausgeschlossen.

Ein Sprecher der Wolfsburger habe erklärt, dass die Entwicklungen um Northvolt keine Auswirkungen auf das Jahresergebnis des Wolfsburger Konzerns haben würden. Das Unternehmen gehe weiterhin von einer operativen Gewinnmarge von 5,6 Prozent sowie einem Netto-Cashflow von zwei Milliarden Euro in der Automobilsparte für 2024 aus.

Trotz der Abschreibung bleibe Volkswagen eng mit Northvolt verbunden. Neben der Beteiligung halte VW Forderungen in Höhe von 330 Millionen Dollar aus einer Wandelanleihe. Zudem sei Northvolt ein Schlüssellieferant für Batteriezellen. Über ein Joint Venture solle eine Batteriefabrik aufgebaut werden. Die Insolvenz bringe jedoch Unsicherheiten für diese strategische Partnerschaft mit sich.

Mit der Northvolt-Inflation breche VW ein wichtiger Partner bei der Elektrifizierung weg. Die Abschreibung dürfte den Autobauer dagegen nicht allzu hart treffen. Allerdings zeige sich einmal mehr, welche Probleme die gesamte europäische Branche habe.

Die Volkswagen-Vorzüge sind derzeit kein Kauf, so Julian Weber von "Der Aktionär". (Analyse vom 25.11.2024)

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Hinweis auf Interessenkonflikte:

Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz. (25.11.2024/ac/a/d)

Archivbeitrag vom 25.11.2024. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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