Aktien des Tages

Volkswagen Aktie: Tarifstreit geht in die heiße Phase

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Volkswagen-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Julian Weber vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Vorzugsaktie der Volkswagen AG (VW) (ISIN: DE0007664039, WKN: 766403, Ticker-Symbol: VOW3, NASDAQ OTC-Symbol: VLKPF) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.

Runde fünf beim Tarifstreit zwischen VW und der IG Metall. Am Montag kämen in Hannover Vertreter beider Parteien zusammen, um über die drohenden Entlassungen, Werkschließungen und Gehaltsverzicht zu verhandeln. Dieses Mal seien gleich zwei Verhandlungstage angesetzt. Es sei wohl die letzte Chance, um eine Eskalation zu verhindern.

Der Tarifstreit zwischen der Volkswagen-Kernmarke VW und der IG Metall gehe in die heiße Phase. In den zweitägigen Verhandlungen würden die beiden Parteien zu einer Einigung kommen wollen. Allerdings: Die Positionen könnten kaum weiter auseinanderliegen. VW fordere eine Lohnkürzung von zehn Prozent, den Wegfall diverser Boni und Zulagen sowie die Möglichkeit betriebsbedingter Kündigungen. Die IG Metall lehne dies strikt ab und fordere eine Beschäftigungsgarantie sowie den Erhalt aller Standorte.

Trotz konstruktiver Gespräche in der vergangenen Woche seien beide Seiten von einer Lösung weit entfernt. Betriebsratschefin Daniela Cavallo habe die Atmosphäre als "bedingt gestaltungsbereit" beschrieben. Auch VW-Verhandlungsführer Arne Meiswinkel habe erklärt, eine tragfähige Einigung sei noch nicht gefunden worden. Die Zeit dränge, denn ohne Fortschritte drohe eine massive Eskalation im kommenden Jahr.

Bereits im Dezember habe die IG Metall den Druck auf VW erhöht: An zwei Warnstreiks hätten sich rund 100.000 Beschäftigte an neun der zehn deutschen Standorte beteiligt. Sollten die Gespräche scheitern, würden die Warnstreiks drohen, 2025 massiv ausgeweitet zu werden. "Entweder wird kurz vor Weihnachten die Weiche richtig gestellt, oder wir laufen in eine massive Eskalation", habe IG-Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger gewarnt.

Auch die Politik versuche sich, in die Lösungsfindung einzubringen. Bereits am Samstag habe Bundesarbeitsminister Hubertus Heil in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen vorgeschlagen, die Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes auf 24 Monate zu verlängern, um den Standort Deutschland und vor allem VW zu sichern. Die IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner habe den Vorstoß begrüßt. Allerdings habe sie gewarnt, dass dies allein nicht ausreiche, um die Krise zu lösen. Die Unternehmen müssten ebenfalls Verantwortung übernehmen.

Die Lage bei Volkswagen drohe zu eskalieren, es sei unwahrscheinlich, dass heute eine Lösung gefunden werde. Die Aktie setze am Montagvormittag um rund ein Prozent zurück. Die jüngste Aufholbewegung bleibe damit jedoch weiter intakt. Da auf dem aktuellen Niveau zusätzlich bereits ein Großteil der Sorgen eingepreist sein dürfte und die Bewertung mit einem erwartetem 2025er KGV von 4 attraktiv ist, setzt "Der Aktionär" auf der Derivate-Favoriten-Liste mit einem Call auf eine kurzfristige Fortsetzung der Erholung, so Julian Weber. (Analyse vom 16.12.2024)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Hinweis auf Interessenkonflikte:

Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz. (16.12.2024/ac/a/d)

Archivbeitrag vom 16.12.2024. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

Märkte im Blick
Weiterlesen
Börsenradar