Aktien des Tages

Volkswagen Aktie: Erneute Probleme durch Cariad

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Volkswagen-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Julian Weber vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Vorzugsaktie der Volkswagen AG (VW) (ISIN: DE0007664039, WKN: 766403, Ticker-Symbol: VOW3, NASDAQ OTC-Symbol: VLKPF) unter die Lupe.

China-Schwäche, US-Zölle, schwache Elektroautos und mehr. Aufgrund zahlreicher Probleme seien die Volkswagen-Vorzüge in den letzten Jahren deutlich eingebrochen. Zuletzt habe sich der Titel zwar von seinem Mehrjahrestief lösen können, doch schon gebe es den nächsten Aufschrei: Und einmal mehr hänge dieser mit der Problemtochter Cariad zusammen.

Wie der Spiegel am Freitag berichte, seien über Monate von rund 800.000 Elektroautos des VW-Konzerns gesammelte sensible Daten ungeschützt in einem Amazon-Cloudspeicher zu finden gewesen. Betroffen seien Fahrzeuge der Marken VW, Seat, AUDI und Skoda aus Deutschland, Europa und anderen Teilen der Welt. Besonders brisant: Zu 460.000 Fahrzeugen seien präzise Standortdaten einsehbar gewesen, die potenziell Bewegungsprofile der Besitzer offenlegen würden. Darunter Politiker, Wirtschaftsbosse und sogar Polizei- und Nachrichtendienstmitarbeiter.

Verantwortlich für die Datenpanne sei Cariad, die Software-Tochter des VW-Konzerns. Ein Fehler in der Software habe dazu geführt, dass die Daten ungeschützt gespeichert worden seien. Gemeldet worden sei die Sicherheitslücke vom Chaos Computer Club (CCC), der die Schwachstelle an VW weitergeleitet habe. Cariad habe schnell reagiert und die Lücke innerhalb weniger Stunden geschlossen. Laut eigener Aussage habe es sich um eine "Fehlkonfiguration", nicht um eine Sicherheitslücke gehandelt.

Cariad betone, dass die Daten pseudonymisiert gewesen seien und eine Rückverfolgung zu einzelnen Personen innerhalb des Systems nicht möglich gewesen sei. Den IT-Sicherheitsexperten des CCC sei es allerdings gelungen, die Daten so zu kombinieren, dass Bewegungsprofile und sensible Informationen ersichtlich worden seien. Für Kunden bestehe laut VW jedoch kein Handlungsbedarf, da keine Zahlungs- oder Login-Daten betroffen seien.

Das Datenleck sei ein weiteres Kapitel in der Problemgeschichte von Cariad. Die Software-Tochter kämpfe seit ihrer Gründung mit Verzögerungen und ineffizienten Prozessen, die die Entwicklung neuer Elektrofahrzeuge bremsen würden. Die schleppende Arbeit bei Cariad sei einer der Hauptgründe für die stockende Elektrifizierung des VW-Konzerns und damit auch für die schwachen Absatzzahlen, v.a. in China. Die Software-Rückstände würden nicht nur operative Probleme mit sich bringen, sondern VW jährlich Milliarden kosten.

Die Software-Panne sei ärgerlich, da sie das Vertrauen in den ohnehin angeschlagenen Konzern und v.a. in die von Problemen belastete IT-Kompetenz schädige. Auf die Aktie oder das operative Geschäft sollte sie allerdings keine negativen Auswirkungen haben. Die VW-Vorzüge seien derzeit kein Kauf, so Julian Weber vom Anlegermagazin "Der Aktionär" in einer aktuellen Aktienanalyse. (Analyse vom 27.12.2024)

Hinweis auf Interessenkonflikte:

Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz.

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (27.12.2024/ac/a/d)

Archivbeitrag vom 27.12.2024. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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