Aktien des Tages

TUI: Erhöhte Ticketsteuer - Neue Belastungen ohne negative Auswirkungen auf die Aktie - Aktienanalyse

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - TUI-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Martin Mrowka vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Aktie der TUI AG (ISIN: DE000TUAG505, WKN: TUAG50, Ticker-Symbol: TUI1, NASDAQ OTC-Symbol: TUIFF) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.

Der weltgrößte Reisekonzern müsse sich zum Ende des Monats gleich mit mehreren juristischen Angelegenheiten auseinander setzen. Da sei zum einen die Erhöhung der Ticketsteuer zum 1.Mai. Außerdem sei TUI zur Zahlung einer Entschädigung für einen wohl zu Unrecht entlassenen Manager verurteilt worden. So reagiere die Aktie.

Zum 1. Mai 2024 steige die Steuer auf Flugtickets von deutschen Abflugorten. Das habe Folgen für die Urlauber. Und für Reiseveranstalter, die Belastungen in Millionenhöhe befürchten würden. Die Airlines und Reiseanbieter dürften versuchen, die zusätzlichen Kosten an ihre Kunden weiterzugeben. Die Steuersätze würden künftig je nach Endziel der Flugreise zwischen 15,53 und 70,83 Euro pro Ticket betragen. Bislang seien in drei Entfernungsklassen zwischen 12,48 Euro und 56,91 Euro fällig gewesen.

Da Steuern und Abgaben aber nur einen Teil des Preises einer Pauschalreise ausmachen würden, würden die Auswirkungen voraussichtlich jedoch begrenzt bleiben. Zu Buche schlagen würden bei den Reiseanbietern wie TUI vor allem die Kosten für den Einkauf von Hotelkontingenten und Flugkapazitäten. Wie sich diese letztlich entwickeln würden, hänge auch von der allgemeinen Preisentwicklung im jeweiligen Urlaubsland ab.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) kritisiere die massive Erhöhung der Luftverkehrsteuer dennoch. Er fordere die Bundesregierung auf, die milliardenschweren Einnahmen wie im Koalitionsvertrag vereinbart für Klimaschutzmaßnahmen im Luftverkehr zu verwenden. "Mit der erneuten Erhöhung der Luftverkehrsteuer um rund 25 Prozent drohen weitere Einschnitte bei der Erholung des Luftverkehrs in Deutschland, welche die Anbindung wichtiger Wirtschaftsstandorte gefährden, sowie die Investitionskraft der Fluggesellschaften für die Dekarbonisierung des Luftverkehrs mindern", habe BDL-Präsident Jost Lamers am Montag gesagt.

Das Oberlandesgericht der Balearen habe den Touristik-Konzern TUI zu einer Entschädigung verdonnert - für eine Personalie, die fast zehn Jahre zurückliege. Ein leitender Angestellter des Unternehmens sei im Jahre 2015 formell entlassen worden, nachdem er sich geweigert habe, von seinem Standort in Singapur zu einer Sitzung in Palma de Mallorca zu erscheinen. Laut OLG solle TUI in dem verworrenen Fall dem Mann nun mehr als eine Million Euro zahlen.

Das Gericht werfe den Unternehmen vor, damals nicht begründet zu haben, warum die Sitzung so wichtig gewesen sei, dass die Nichtteilnahme die Kündigung gerechtfertigt habe. Der Manager habe eine Reihe von begründeten familiären Problemen geltend gemacht, um nicht nach Spanien zu reisen. Stattdessen habe er per Videokonferenz an der Sitzung teilnehmen wollen. Nun sei die Entlassung als ungerechtfertigt erachtet und der Arbeitnehmer zu einer Entschädigung und zur Zahlung des Gehalts verurteilt worden, das der Kläger seit 2015 nicht erhalten habe.

Weder die erhöhte Ticketsteuer noch die Entschädigung für den entlassenen Manager würden zum Wochenstart an der Börse für große Bewegung der TUI-Aktie sorgen. Der MDAX-Aufstiegsaspirant bewege sich in freundlichem Umfeld am Vormittag leicht aufwärts - im Xetra-Handel zuletzt plus 0,4 Prozent auf 6,77 Euro.

In der vergangenen Woche habe "Der Aktionär" hier unter der Headline "Großinvestor ist komplett raus" geschrieben, dass die französische Großbank Société Générale ihre Beteiligung am Reisekonzern TUI vollständig veräußert habe.

Die 0,00% seien jedoch nur teilweise richtig. Vielmehr seien die Gesamtstimmrechts-Anteile lediglich unter die 5-Prozent-Marke gerutscht und müssten dann nicht mehr publiziert werden. Eine Regelung, die selbst manchen Juristen irritiert. Denn auch §§ 33, 34 WpHG müssten berücksichtigt werden.

Gemäß §36 WpHG bestehe unter 5,0 Prozent keine Anzeigepflicht mehr. Laut Aussage eines TUI-Sprechers würden vor allem die passiven Anteile sowohl von der SocGen als auch von Goldman Sachs in unregelmäßigen Abständen schwanken - mal über der Marke, mal drunter. Man variiere den Umfang der Derivategeschäfte für die Kunden der Banken.

Der Reisekonzern könne die erneuten Kosten offenbar gut verdauen. An der Börse würden die neuen Belastungen aufgrund der erhöhten Ticketsteuer, die wohl an die Urlauber weitergegeben würden, ohne negative Auswirkungen auf die TUI-Aktie bleiben. Diese pendele derzeit weiterhin knapp unterhalb der 50-Tage-Linie (bei 6,90 Euro). Eine Überwindung würde den Kurs wohl schnell wieder zur Widerstandszone bei 7,40 Euro pushen.

Engagierte Börsianer halten ihre Papiere weiterhin, so Martin Mrowka von "Der Aktionär" zur TUI-Aktie. (Analyse vom 29.04.2024)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze TUI-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs TUI-Aktie:
6,78 EUR +0,30% (29.04.2024, 14:19)

XETRA-Aktienkurs TUI-Aktie:
6,784 EUR +0,50% (29.04.2024, 14:02)

ISIN TUI-Aktie:
DE000TUAG505

WKN TUI-Aktie:
TUAG50

Ticker-Symbol TUI-Aktie:
TUI1

NASDAQ OTC-Symbol TUI-Aktie:
TUIFF

Kurzprofil TUI AG:

Die TUI Group (ISIN: DE000TUAG505, WKN: TUAG50, Ticker-Symbol: TUI1, NASDAQ OTC-Symbol: TUIFF) ist einer der führenden Touristikkonzerne der Welt. Sitz des Konzerns ist Deutschland. Der TUI Konzern bietet für seine 21 Millionen Kunden integrierte Services aus einer Hand.

Die gesamte touristische Wertschöpfungskette wird unter einem Dach abgebildet. Dazu gehören über 400 Hotels und Resorts mit Premium-Marken wie RIU, TUI Blue und Robinson und 16 eigene Kreuzfahrtschiffe, von der MS Europa und der MS Europa 2 in der Luxusklasse und Expeditionsschiffen bis zur Mein Schiff-Flotte der TUI Cruises und Kreuzfahrtschiffen bei Marella Cruises in Großbritannien. Zum Konzern zählen außerdem europaweit führende Veranstaltermarken und Online-Vermarktungsplattformen, fünf Fluggesellschaften mit mehr als 130 modernen Mittel- und Langstrecken-Flugzeugen und rund 1.200 Reisebüros. Neben dem Ausbau des Kerngeschäfts mit Hotels, Kreuzfahrten über erfolgreiche Joint Ventures und Aktivitäten in den Urlaubsdestinationen setzt die TUI verstärkt auf den Ausbau digitaler Plattformen. Der Konzern wandelt sich zu einem globalen touristischen Plattformunternehmen.

Die globale Verantwortung für nachhaltiges wirtschaftliches, ökologisches und soziales Handeln ist Kern der Unternehmenskultur. Die von TUI initiierte TUI Care Foundation setzt mit Projekten in 25 Ländern auf die positiven Effekte des Tourismus, auf Bildung und Ausbildung sowie die Stärkung von Umwelt- und Sozial-Standards. Sie unterstützt so Urlaubsdestinationen in ihrer Entwicklung. Die weltweit tätige TUI Care Foundation initiiert Projekte, die neue Chancen für die kommende Generation schaffen. (29.04.2024/ac/a/nw)

Archivbeitrag vom 29.04.2024. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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