Aktien des Tages

Siemens Aktie weiter auf Erfolgskurs - Stellenabbau

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Siemens-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Maximilian Völkl vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Aktie von Siemens (ISIN: DE0007236101, WKN: 723610, Ticker-Symbol: SIE) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.

An der Börse sei Siemens weiter auf Erfolgskurs. Die Aktie notiere unmittelbar unter dem Rekordhoch. Doch vor allem die Sparte Digital Industries (DI) habe zuletzt geschwächelt. Deshalb wolle der Industriekonzern jetzt weltweit rund 6.000 Jobs abbauen, 2.850 davon in Deutschland.

Konzernchef Roland Busch habe bereits im Herbst einen Stellenabbau im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich angekündigt, nun gebe es konkrete Zahlen. Der Abbau solle in Deutschland ohne betriebsbedingte Kündigungen ablaufen.

5.600 Stellen – 2.600 davon in Deutschland – sollten bis Ende September 2027 im zur Sparte Digital Industries gehörenden Automatisierungsgeschäft wegfallen. Es leide seit einiger Zeit unter anderem an hohen Lagerbeständen bei Kunden und Händlern, was zu schwacher Nachfrage und schlechter Auslastung der Kapazitäten führe.

Im Automatisierungsgeschäft sei der Umsatz deutlich abgesackt. Zuletzt sei der Konzern aber von einer Verbesserung im laufenden Jahr ausgegangen. Insgesamt liefen die Geschäfte bei Siemens gut: Im ersten Quartal habe der Konzern einen Gewinn von 2,1 Milliarden Euro gemacht.

Veränderte Bedingungen in zentralen Märkten machten Anpassungen notwendig, heiße es von Siemens. "Insbesondere der deutsche Markt ist seit zwei Jahren rückläufig. Daher müssen Kapazitäten in Deutschland angepasst werden." Insgesamt werde der Personalbestand in Deutschland aber "in der Tendenz konstant" bleiben, da Siemens in anderen, wachsenden Bereichen rekrutiere.

Nähere Informationen dazu, wo in Deutschland die Stellen abgebaut werden sollten, gebe es noch nicht. Es liege aber nahe, dass Bayern besonders betroffen sein dürfte, da die meisten Werke der DI dort angesiedelt seien.

Weitere 450 Stellen sollten bis Ende September des laufenden Jahres im Geschäft mit Ladelösungen für Elektrofahrzeuge wegfallen, das Siemens ausgliedern wolle – 250 davon in Deutschland.

"Aktuell besteht im Markt ein starker Preisdruck und ein begrenztes Wachstumspotenzial für Ladesäulen im unteren Leistungsbereich. Daher fokussiert sich das Geschäft auf Marktsegmente wie die Schnell-Ladeinfrastruktur für Depot und Flotten sowie das Laden unterwegs", habe es geheißen.

Von der Arbeitnehmerseite sei Kritik gekommen. "Wir haben kein Verständnis für die geplanten Maßnahmen bei der DI und sind angesichts der massiven geplanten Abbauzahl überrascht und verärgert", habe die Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats und stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates, Birgit Steinborn, gesagt.

"Wenn die One Tech Company ein Wachstumsprogramm sein soll, dann fordern wir, dass Arbeitsplätze nachhaltig geschaffen statt zugunsten der Profitmarge abgebaut werden", habe sie gesagt. Unter diesem Titel habe Siemens vergangenes Jahr ein Programm angekündigt, mit dem unter anderem Einheiten stärker zusammengebracht werden sollten.

Die Stellenstreichungen bei Siemens seien keine Überraschung mehr. Dass gerade bei DI gekürzt werde, sei angesichts der Schwäche zuletzt ebenfalls nicht unerwartet gekommen – auch wenn der Bereich langfristig wieder zum Wachstumstreiber werden solle. Grundsätzlich gelte bei Siemens weiter: Der Umbau der vergangenen Jahre habe sich ausgezahlt. Die Siemens-Aktie bleibt ein Basisinvestment im DAX, so Maximilian Völkl von "Der Aktionär". (Analyse vom 18.03.2025)

Enthält Material von dpa-AFX

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (18.03.2025/ac/a/d)

Archivbeitrag vom 18.03.2025. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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