Aktien des Tages

Scout24 Aktie: Starker Q3-Run, aber schwacher Chart - Wie passt das zusammen?

Im Artikel
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Scout24-Aktienanalyse von XTB:

Die Experten von XTB nehmen die Aktie der Scout24 SE (ISIN: DE000A12DM80, WKN: A12DM8, Ticker-Symbol: G24) in einer aktuellen Marktanalyse unter die Lupe.

Scout24 bleibe auf Wachstumskurs: Auch im 3. Quartal habe das Unternehmen bei Umsatz und operativem Ergebnis zweistellig zugelegt. Die Scout24 Prognose für das laufende Geschäftsjahr sei bestätigt worden - sowohl für den Umsatz als auch für das operative Ergebnis. Damit bleibe die Aktie im Fokus von Anlegern, die auf stabile Margen und verlässliche Guidance achten würden.

Drei Key Takeaways


1️⃣ Scout24 Prognose bestätigt: Das Management halte den Ausblick (Umsatzwachstum 14% bis 15%) im oberen Prognosebereich - Q3 sei mit zweistelligem Umsatz- und EBITDA-Wachstum verlaufen.

2️⃣ Aktie im Fokus durch Rückkauf und Bewertung: Ein neues Aktienrückkaufprogramm bis zu 500 Mio. EUR sei geplant, gleichzeitig bleibe die Aktie wegen KI-Einfluss und hoher Multiples umstritten.

3️⃣ Chartbild weiter bärisch: Der Kurs liege unter wichtigen Durchschnitten (SMA20/SMA50) - das Risiko weiterer Schwäche bestehe mit möglichen Zielen um 80,50 EUR bzw. 75,75 EUR (Gap).

Fundamentaldaten

• Aktueller Preis: 83,20 EUR
• Marktkapitalisierung: 6,01 Mrd. EUR
• Umsatz 2024: 655,34 Mio. EUR
• Eigenkapitalquote (2024): 67,80%
• KGV: 39,48
• 4 Wochen Performance: -6,08%
• Bewertung: leicht unterbewertet
• Div. Rendite 2025*: 1,96%
• Branche: Digitale Medien
* Prognose

Parkettgeflüster: Scout24 Prognose und Aktienrückkauf im Blick

Der Immobilien-Marktplatzbetreiber Scout24 weite sein Aktienrückkaufprogramm aus. Dazu werde das Ende des aktuell laufenden Programms auf Ende Januar vorgezogen. Im Rahmen dieses Programms seien bisher 721.570 Aktien zurückgekauft worden. Anschließend solle ein neues Programm mit einem Volumen von bis zu 500 Mio. EUR aufgelegt werden. Die Laufzeit sei bis Mitte 2028 geplant.

Die Scout24 Aktie stehe seit einiger Zeit unter Druck. Analysten würden argumentieren, dass der Einfluss von KI auf das Geschäftsmodell aktuell nur schwer vollständig einzuschätzen sei. Zudem lägen die Bewertungsmultiplikatoren weiterhin über dem Marktdurchschnitt. Gleichzeitig hätten mehrere Führungskräfte in den vergangenen Monaten die Aktie in ihr Depot genommen oder bestehende Positionen ausgebaut - ein Signal, das am Markt aufmerksam verfolgt werde.

Mit den Zahlen zum 3. Quartal habe das Management den Ausblick für das Gesamtjahr, der bereits im August angehoben worden sei, im oberen Bereich der Prognose bestätigt. Die Scout24 Prognose sehe ein Umsatzwachstum von 14 bis 15 Prozent vor. Im 3. Quartal sei der Umsatz auf 166 Mio. EUR gestiegen, was einem organischen Wachstum von 11,1 Prozent entspreche. Das EBITDA habe ebenfalls zweistellig um 15 Prozent auf 104 Mio. EUR zugelegt. Die EBITDA-Marge sei mit 62,9 Prozent stabil geblieben (Analystenerwartung: 63,1 Prozent).

Chartcheck - Betrachtung im Tageschart



Einschätzung Tageschart, Prognose: bärisch
Quelle: xStation5 von XTB, aufgenommen am 22.01.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Das Handelsinstrument notiert in EUR. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.

Die Aktie habe sich bis Mitte 2024 deutlich erholen können. Selbst der Rücksetzer im April sei vergleichsweise moderat ausgefallen. Das Hoch bei 122,40 EUR Anfang Juni sei zwar abverkauft worden, die Abgaben seien jedoch zunächst überschaubar geblieben. Nach dem Rücklauf habe das Papier versucht, das Juni-Hoch zu übertreffen, was Ende Juli nur minimal gelungen sei. Das Jahreshoch 2024 sei bei 122,70 EUR markiert worden.

Die nachfolgende Schwächephase sei deutlich ausgeprägt gewesen und habe die Aktie klar unter die 100-EUR-Marke geführt, unter der sich der Kurs inzwischen festgesetzt habe. Damit bleibe die Aktie im Fokus, weil technische Erholungsversuche zuletzt mehrfach gescheitert seien.

Die SMA20 (85,39 EUR) sowie die SMA50 (87,08 EUR) hätten bis Anfang August gestützt, seien dann jedoch aufgegeben worden. In der Folge sei es entlang der SMA20 abwärts gegangen. Mehrere Anläufe über diese Linie seien misslungen. Auch die SMA200 (104,90 EUR) habe nur begrenzten Support geboten. Das Papier habe den Kontakt zu dieser langfristigen Durchschnittslinie verloren und die Abwärtsbewegung fortgesetzt.

Im Zuge von Erholungsbewegungen sei die SMA20 erst im Dezember wieder erreicht worden, anschließend sei die Aktie erneut unter dieser Linie gelaufen. Zwar sei zwischenzeitlich ein Schub über die SMA20 gelungen, doch dieser sei sofort von Gewinnmitnahmen gekontert worden. Dieses Kursmuster sei im Chart klar erkennbar.

Interpretation: Das Tageschart sei bärisch zu werten. Solange die Aktie unter der SMA20 notiere, bleibe die Abwärtsbewegung intakt.

Mögliche Ziele auf der Unterseite seien 80,50 EUR bzw. 75,75 EUR (GAP).

Erholungen hätten kurzfristig Potenzial bis in den Bereich der SMA20. Sollte diese Linie erneut angelaufen werden, sollten Kursmuster rund um die SMA20 besonders genau beobachtet werden. Eine Aufwärtsbewegung könne dort erneut auslaufen.

Eine nachhaltige Entspannung würde erst dann entstehen, wenn ein Tagesschluss über der SMA50 gelinge, dieser am Folgetag bestätigt werde und sich die Aktie anschließend dynamisch nach oben absetzen könne. Ob die Aktie dafür aktuell genügend Substanz habe, bleibe abzuwarten.

Übergeordneter Ausblick Tageschart (12-18 Monate)

Für langfristig orientierte Anleger gelte: Die Aktie müsse sich über der SMA50 etablieren und rasch weiter nach Norden laufen, um das Chartbild wieder aufzuhellen. Solange jedoch Tagesschlusskurse unter der SMA20 dominieren würden, bleibe mit weiterer Schwäche zu rechnen.

Die Experten von XTB würden auf Basis ihrer Analyse mit einer seitwärts/abwärts gerichteten Entwicklung rechnen. Daraus würden sich folgende Wahrscheinlichkeiten ergeben:

• Bull-Szenario: 40%
• Bear-Szenario: 60%

Betrachtung im 4h-Chart



Einschätzung 4h-Chart, Prognose: bärisch
Quelle: xStation5 von XTB, aufgenommen am 22.01.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Das Handelsinstrument notiert in EUR. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.

Im 4h-Chart lasse sich die Abwärtsbewegung und die anschließende Seitwärtsphase der letzten Handelswochen noch klarer nachvollziehen. Die Aktie sei zwar über die SMA20 (84,95 EUR) gelaufen, doch die SMA50 (85,09 EUR) habe bei den letzten Bewegungen jeweils als Deckel gewirkt. Nach dem Überschreiten der SMA50 habe die Dynamik schnell nachgelassen.

Zusätzlich lägen beide Durchschnittslinien aktuell eng zusammen, was einen Ausbruch erschwere. Solange die Aktie unter der SMA20 notiere, bleibe das Risiko weiterer Schwäche bestehen. Die möglichen Unterseitenziele seien bereits in der Tagesbetrachtung beschrieben worden.

Erholungsbewegungen könnten erneut an der SMA20/SMA50 auslaufen. Erst bei einer stabilen Etablierung über der SMA50 wäre eine Fortsetzung der Erholung bis zur SMA200 (93,53 EUR) denkbar.

Übergeordneter Ausblick 4h-Chart (nächste 3 Monate)

Das Chartbild bleibe angeschlagen. Solange die Aktie unter SMA20/SMA50 notiere, bestehe das Risiko weiterer Abgaben. Bullisch würde es erst wieder werden, wenn sich die Aktie über der SMA200 festsetze.

Die Experten von XTB würden auf Basis ihrer Analyse mit einer seitwärts/abwärts gerichteten Entwicklung rechnen. Daraus würden sich folgende Wahrscheinlichkeiten ergeben:

• Bull-Szenario: 35%
• Bear-Szenario: 65%

Widerstände

• 84,49
• 84,95
• 85,09
• 85,28
• 85,39
• 87,08
• 88,80
• 90,64
• 98,10 (GAP)

Unterstützungen

• 82,90
• 80,60
• 75,75 (GAP)
• 70,75
• 65,90

Quelle: Daten/Charts aus xStation5

(Analyse vom 22.01.2026)

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Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (22.01.2026/ac/a/d)

Archivbeitrag vom 22.01.2026. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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