Paris (www.aktiencheck.de) - Palantir-Aktienanalyse der BNP Paribas:
Auf eine Berg- und Talfahrt ist die Aktie von Palantir Technologies (ISIN: US69608A1088, WKN: A2QA4J, Ticker-Symbol: PTX, NASDAQ-Symbol: PLTR) nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen am Montagabend, dem 3. November, nach Börsenschluss in den USA gegangen, so Egmond Haidt von der BNP Paribas.
Nachdem das Papier anfänglich auf neue Rekordhochs gestiegen sei, habe es anschließend deutlich nach unten gedreht und notiere aktuell mit 191,60 Dollar um 7,5 Prozent unter dem Schlusskurs vom 3. November. Dabei habe die US-Softwarefirma nicht nur hervorragende Ergebnisse vorgelegt, sondern auch die Jahresprognose angehoben.
Im dritten Quartal sei der Umsatz von Palantir um 63 Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar gestiegen. Das habe nicht nur deutlich über den Schätzungen der Analysten von 1,09 Milliarden Dollar gelegen, sondern sei auch das stärkste Wachstum in der Unternehmensgeschichte gewesen, wie Vorstandschef Alex Karp auf der Analystenkonferenz stolz betont habe. Dabei hätten die Erlöse in den USA um 77 Prozent auf 883 Millionen Dollar zugelegt und damit rund 75 Prozent der Konzernerlöse ausgemacht. Wachstumsmotor sei das Geschäft mit heimischen Unternehmen gewesen, wobei die Einnahmen angetrieben von der boomenden Nachfrage nach KI-Lösungen um 121 Prozent auf 397 Millionen Dollar nach oben geschossen seien. Zudem seien die Umsätze mit US-Behörden um 52 Prozent auf 486 Millionen Dollar gewachsen.
Das Management habe betont, dass es sich auf den US-Markt fokussiere, zumal die Konjunktur in Europa weiterhin schwach sei. Dabei habe sich der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf Konzernebene mehr als verdoppelt, auf 600,5 Millionen Dollar, womit die Erwartungen von 498,7 Millionen Dollar geradezu pulverisiert worden seien. Damit sei die Marge von 38 auf 51 Prozent nach oben geschossen.
Prognose angehoben
Bei der Präsentation der Ergebnisse habe sich Karp wie üblich euphorisch gezeigt, zumal der Konzern im vergangenen Quartal 204 Aufträge mit einem Volumen von jeweils mehr als 1 Million Dollar an Land gezogen habe, davon 91 mit mindestens 5 Millionen Dollar sowie 52 mit mindestens 10 Millionen Dollar. Zudem habe sich Karp über viele Analysten lustig gemacht, sie seien schon länger skeptisch und hätten die Kursexplosion bei Palantir nicht kommen sehen.
Für das vierte Quartal habe der Vorstandschef einen Umsatz von 1,327 bis 1,331 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Die Mitte der Spanne (1,329 Milliarden Dollar) habe nicht nur deutlich über den Erwartungen von 1,19 Milliarden Dollar gelegen, sondern bedeute auch ein Wachstum von sensationellen 61 Prozent.
Außerdem habe Karp die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf 4,396 bis 4,400 Milliarden Dollar nach oben geschraubt, statt der zuvor geplanten 4,14 bis 4,15 Milliarden Dollar. Die Mitte der neuen Spanne bedeute ein Wachstum von sensationellen 54 Prozent. Zudem habe der Firmenlenker den Ausblick für das bereinigte Ebit auf 2,151 bis 2,155 Milliarden Dollar angehoben, statt der zuvor avisierten 1,91 bis 1,92 Milliarden Dollar. Schlussendlich habe Karp die Prognose für den bereinigten Free Cashflow auf 1,9 bis 2,1 Milliarden Dollar nach oben revidiert, statt der zuvor geplanten 1,8 bis 2,0 Milliarden Dollar. Allerdings habe Karp keine Aussagen zu 2026 machen wollen, was bei etlichen Investoren für Enttäuschung gesorgt haben könnte.
Wie gehe es weiter mit der Aktie?
Nach dem Kurseinbruch nach der Zahlenvorlage liege der Börsenwert bei 455,1 Milliarden Dollar. Abzüglich des Nettto-Cash-Bestands von 6,4 Milliarden Dollar liege der Enterprise Value (EV) bei 448,7 Milliarden Dollar. Das entspreche dem 170,3-Fachen des von Analysten für 2026 vorhergesagten Ebit. Damit sei Palantir die mit weitem Abstand am höchsten bewertete Aktie im S&P 500. Selbst wenn die Finanzprofis die aktuelle 2026er-Schätzung zum Ebit von 2,6 Milliarden auf 3,0 Milliarden Dollar nach oben schrauben würden, was ein Anstieg um knapp 40 Prozent gegenüber dem erwarteten 2025er-Wert wäre, würde das Multiple auf "nur" 149,5 zurückgehen. Auch das wäre immer noch eine astronomische Bewertung.
Umso gespannter werde Haidt beobachten, wie sehr die Analysten in den nächsten Tagen und Wochen ihre Umsatz- und Gewinnschätzungen, gerade für 2026 und 2027, nach oben anpassen würden. Und das 2026er-KGV liege auf Basis der aktuellen Schätzungen bei astronomischen 204,8. In diesem Zusammenhang möchte Haidt auch erwähnen, dass lediglich 9 von 29 Analysten, die die Palantir-Aktie covern würden, sie zum Kauf empfehlen würden. Dabei liege das durchschnittliche Kursziel sämtlicher Finanzprofis bei lediglich 160 Dollar und damit um 16,5 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Dennoch bleibe Haidt bullisch für die Palantir-Aktie. Die Quartalszahlen würden zeigen, dass das Geschäft stärker brummt als je zuvor, gerade mit US-Unternehmen. Zudem sollte der hervorragende weltweite Auftragseingang dafür sorgen, dass das rasante Wachstum anhalte.
Vor diesem Hintergrund sollte nach Meinung von Haidt das Papier - trotz der astronomischen Bewertung - bald wieder auf Rekordfahrt gehen, zumal in einem Umfeld, in dem der KI-Hype erst einmal anhalten dürfte, wobei NVIDIA, Oracle, Amazon.com und OpenAI weiterhin regelmäßig immer neue milliardenschwere Deals ankündigen dürften. (Analyse vom 04.11.2025)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (05.11.2025/ac/a/n)
Auf eine Berg- und Talfahrt ist die Aktie von Palantir Technologies (ISIN: US69608A1088, WKN: A2QA4J, Ticker-Symbol: PTX, NASDAQ-Symbol: PLTR) nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen am Montagabend, dem 3. November, nach Börsenschluss in den USA gegangen, so Egmond Haidt von der BNP Paribas.
Nachdem das Papier anfänglich auf neue Rekordhochs gestiegen sei, habe es anschließend deutlich nach unten gedreht und notiere aktuell mit 191,60 Dollar um 7,5 Prozent unter dem Schlusskurs vom 3. November. Dabei habe die US-Softwarefirma nicht nur hervorragende Ergebnisse vorgelegt, sondern auch die Jahresprognose angehoben.
Im dritten Quartal sei der Umsatz von Palantir um 63 Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar gestiegen. Das habe nicht nur deutlich über den Schätzungen der Analysten von 1,09 Milliarden Dollar gelegen, sondern sei auch das stärkste Wachstum in der Unternehmensgeschichte gewesen, wie Vorstandschef Alex Karp auf der Analystenkonferenz stolz betont habe. Dabei hätten die Erlöse in den USA um 77 Prozent auf 883 Millionen Dollar zugelegt und damit rund 75 Prozent der Konzernerlöse ausgemacht. Wachstumsmotor sei das Geschäft mit heimischen Unternehmen gewesen, wobei die Einnahmen angetrieben von der boomenden Nachfrage nach KI-Lösungen um 121 Prozent auf 397 Millionen Dollar nach oben geschossen seien. Zudem seien die Umsätze mit US-Behörden um 52 Prozent auf 486 Millionen Dollar gewachsen.
Das Management habe betont, dass es sich auf den US-Markt fokussiere, zumal die Konjunktur in Europa weiterhin schwach sei. Dabei habe sich der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf Konzernebene mehr als verdoppelt, auf 600,5 Millionen Dollar, womit die Erwartungen von 498,7 Millionen Dollar geradezu pulverisiert worden seien. Damit sei die Marge von 38 auf 51 Prozent nach oben geschossen.
Prognose angehoben
Bei der Präsentation der Ergebnisse habe sich Karp wie üblich euphorisch gezeigt, zumal der Konzern im vergangenen Quartal 204 Aufträge mit einem Volumen von jeweils mehr als 1 Million Dollar an Land gezogen habe, davon 91 mit mindestens 5 Millionen Dollar sowie 52 mit mindestens 10 Millionen Dollar. Zudem habe sich Karp über viele Analysten lustig gemacht, sie seien schon länger skeptisch und hätten die Kursexplosion bei Palantir nicht kommen sehen.
Für das vierte Quartal habe der Vorstandschef einen Umsatz von 1,327 bis 1,331 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Die Mitte der Spanne (1,329 Milliarden Dollar) habe nicht nur deutlich über den Erwartungen von 1,19 Milliarden Dollar gelegen, sondern bedeute auch ein Wachstum von sensationellen 61 Prozent.
Außerdem habe Karp die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf 4,396 bis 4,400 Milliarden Dollar nach oben geschraubt, statt der zuvor geplanten 4,14 bis 4,15 Milliarden Dollar. Die Mitte der neuen Spanne bedeute ein Wachstum von sensationellen 54 Prozent. Zudem habe der Firmenlenker den Ausblick für das bereinigte Ebit auf 2,151 bis 2,155 Milliarden Dollar angehoben, statt der zuvor avisierten 1,91 bis 1,92 Milliarden Dollar. Schlussendlich habe Karp die Prognose für den bereinigten Free Cashflow auf 1,9 bis 2,1 Milliarden Dollar nach oben revidiert, statt der zuvor geplanten 1,8 bis 2,0 Milliarden Dollar. Allerdings habe Karp keine Aussagen zu 2026 machen wollen, was bei etlichen Investoren für Enttäuschung gesorgt haben könnte.
Wie gehe es weiter mit der Aktie?
Nach dem Kurseinbruch nach der Zahlenvorlage liege der Börsenwert bei 455,1 Milliarden Dollar. Abzüglich des Nettto-Cash-Bestands von 6,4 Milliarden Dollar liege der Enterprise Value (EV) bei 448,7 Milliarden Dollar. Das entspreche dem 170,3-Fachen des von Analysten für 2026 vorhergesagten Ebit. Damit sei Palantir die mit weitem Abstand am höchsten bewertete Aktie im S&P 500. Selbst wenn die Finanzprofis die aktuelle 2026er-Schätzung zum Ebit von 2,6 Milliarden auf 3,0 Milliarden Dollar nach oben schrauben würden, was ein Anstieg um knapp 40 Prozent gegenüber dem erwarteten 2025er-Wert wäre, würde das Multiple auf "nur" 149,5 zurückgehen. Auch das wäre immer noch eine astronomische Bewertung.
Umso gespannter werde Haidt beobachten, wie sehr die Analysten in den nächsten Tagen und Wochen ihre Umsatz- und Gewinnschätzungen, gerade für 2026 und 2027, nach oben anpassen würden. Und das 2026er-KGV liege auf Basis der aktuellen Schätzungen bei astronomischen 204,8. In diesem Zusammenhang möchte Haidt auch erwähnen, dass lediglich 9 von 29 Analysten, die die Palantir-Aktie covern würden, sie zum Kauf empfehlen würden. Dabei liege das durchschnittliche Kursziel sämtlicher Finanzprofis bei lediglich 160 Dollar und damit um 16,5 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Dennoch bleibe Haidt bullisch für die Palantir-Aktie. Die Quartalszahlen würden zeigen, dass das Geschäft stärker brummt als je zuvor, gerade mit US-Unternehmen. Zudem sollte der hervorragende weltweite Auftragseingang dafür sorgen, dass das rasante Wachstum anhalte.
Vor diesem Hintergrund sollte nach Meinung von Haidt das Papier - trotz der astronomischen Bewertung - bald wieder auf Rekordfahrt gehen, zumal in einem Umfeld, in dem der KI-Hype erst einmal anhalten dürfte, wobei NVIDIA, Oracle, Amazon.com und OpenAI weiterhin regelmäßig immer neue milliardenschwere Deals ankündigen dürften. (Analyse vom 04.11.2025)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (05.11.2025/ac/a/n)
Archivbeitrag vom 05.11.2025. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.