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Magnum Ice Cream Aktie: Fokus auf Wachstum und Einsparungen

Paris (www.aktiencheck.de) - Magnum Ice Cream-Aktienanalyse der BNP Paribas:

Am 8. Dezember hat Magnum Ice Cream Company (ISIN: NL0015002MS2, WKN: A41NML, Ticker-Symbol: 7RM, Euronext Amsterdam-Symbol: MICC) sein Debüt an der Amsterdamer Börse gefeiert, zudem gab es Zweit-Listings an der London Stock Exchange und der New York Stock Exchange, so Egmond Haidt von der BNP Paribas.

Dabei hätten die Anteilseigner von Unilever für je 5 Unilever-Aktien eine von Magnum bekommen. Der ursprünglich für Mitte November geplante Börsengang des Unternehmens mit dem Motto "Das Leben schmeckt besser mit Eiscreme" habe sich wegen des Shutdowns in den USA etwas verzögert.

Die Papiere hätten den Handel am ersten Handelstag bei 12,97 Euro abgeschlossen, was einem Börsenwert von 7,94 Milliarden Euro entsprochen habe. Unilever habe 19,9 Prozent der Magnum-Aktien behalten, sie sollten innerhalb von fünf Jahren veräußert werden.

Magnum werde "agiler, fokussierter und ehrgeiziger denn je" sein, habe Vorstandschef Peter ter Kulve gesagt. Das Unternehmen sei mit Marken wie Magnum, Cornetto und Ben & Jerry’s mit einem weltweiten Marktanteil von 21 Prozent mit weitem Abstand Branchenprimus vor der Nummer zwei Froneri mit 11 Prozent.

Kurz vor dem Börsendebüt habe ter Kulve offen gesagt, was der Grund für die Abspaltung von Unilever beziehungsweise den Börsengang gewesen sei: Das Geschäft sei nicht schnell genug gewachsen, es hätte um 1 bis 2 Prozentpunkte schneller wachsen müssen und die Marge sei um 400 bis 500 Basispunkte zu niedrig gewesen.

Ehrgeizige Mittelfristziele

Genau das wolle Magnum Ice Cream nun als eigenständige Firma ändern, wie das Vorstandsteam um ter Kulve auf einem Investorentag am 9. September aufgezeigt habe.

Das Unternehmen habe 2024 den Umsatz um 4,3 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro gesteigert. Dabei sei der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 10,7 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro geklettert, damit habe sich die Marge deutlich verbessert, von 15,9 auf 16,9 Prozent. Ab 2026 strebe der Konzern auf mittlere Sicht ein organisches Wachstum, also bereinigt um Zukäufe und Währungseffekte, von 3 bis 5 Prozent pro Jahr an. Das Wachstum wäre damit leicht besser als jenes des weltweiten Eiscrememarkts, für den 3 bis 4 Prozent vorhergesagt würden.

Zudem peile der Firmenlenker auf mittlere Sicht Einsparungen von 500 Millionen Euro an. In den 18 Monaten bis Ende August 2025 habe die Firma bereits 150 Millionen Euro davon realisiert. Mit den Kostensenkungen solle die bereinigte Ebitda-Marge mittelfristig um 40 bis 60 Basispunkte pro Jahr verbessert werden. Außerdem solle in den Jahren 2028 und 2029 ein Free Cashflow zwischen 800 Millionen und 1 Milliarde Euro erwirtschaftet werden.

Allerdings bekomme das Unternehmen zunehmend Gegenwind durch Medikamente zur Gewichtsabnahme, was das Geschäft von Magnum beeinträchtige, wie der Vorstandschef selbst eingeräumt habe. Der Konzern wolle daher das Nährwertprofil seiner Produkte verbessern. Zudem liege der Konzern mit der Führung von Ben & Jerry’s im Clinch, habe diese doch politisch völlig andere Ansichten als jene von Magnum Ice Cream. Die Führung von Ben & Jerry’s habe daher Unilever wiederholt zum Verkauf aufgefordert. Ter Kulve habe zuletzt allerdings einmal mehr klargemacht, dass das nicht zur Debatte stehe.

So würden die Schätzungen aussehen

Analysten würden für 2025 für Magnum Ice Cream einen leichten Umsatzanstieg um 0,8 Prozent auf 8,0 Milliarden Euro prognostizieren. 2026 solle es um 2,9 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro nach oben gehen. Dabei werde für 2025 ein bereinigtes Ebitda von 1,32 Milliarden Euro vorhergesagt, was ein leichter Rückgang gegenüber 2024 wäre. Hingegen werde für 2026 ein Plus von 4,4 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro erwartet. Außerdem solle der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) 2025 960,8 Millionen Euro erreichen, was ein leichter Rückgang gegenüber dem 2024er-Wert von 964 Millionen Euro wäre. Hingegen solle es 2026 um 5,3 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro nach oben gehen. Damit läge die Marge 2025 bei 12,0 Prozent, um 2026 auf 12,3 Prozent leicht zu klettern.

Wie gehe es weiter mit der Aktie?

Nachdem der Aktienkurs inzwischen auf 13,77 Euro gestiegen sei, liege der Börsenwert bei 8,4 Milliarden Euro. Nachdem Haidt in den Unterlagen keine genauen Angaben zur Verschuldung gefunden habe, ziehe er zur Berechnung des Enterprise Value (EV) die von Analysten für Ende 2025 vorhergesagte Nettoverschuldung von 3,2 Milliarden Euro heran. Damit liege also der EV bei 11,6 Milliarden Euro. Das entspreche dem 11,5-Fachen des von Analysten für 2026 vorhergesagten Ebit. Haidt finde, das sei eigentlich eine ausreichende Bewertung für ein Unternehmen, dessen Umsatzwachstum 2026 gedämpft bleiben solle, während die bereinigte Ebit-Marge nur leicht verbessert werden solle. Und das 2026er-KGV liege bei 13,6.

Nach Meinung von Haidt sollte die Aktie von Magnum Ice Cream dennoch allmählich weiter nach oben tendieren. Dazu dürfe allerdings das Thema Präparate zur Gewichtsabnahme nicht weiter hochkochen. Außerdem sei es von großer Bedeutung, dass die Weltwirtschaft 2026 gut laufe und die Verbraucher damit etwas mehr Lust auf Eiscreme bekämen. (Analyse vom 17.12.2025)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (19.12.2025/ac/a/a)

Archivbeitrag vom 19.12.2025. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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