Aktien des Tages

Koenig & Bauer: Sondereffekte belasten 2024 in erheblichem Ausmaß - Aktienanalyse

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Koenig & Bauer-Aktienanalyse von der Montega AG:

Patrick Speck, Analyst der Montega AG, streicht in einer aktuellen Aktienanalyse die Kaufempfehlung für die Aktie der Koenig & Bauer AG (ISIN: DE0007193500, WKN: 719350, Ticker-Symbol: SKB) und senkt das Kursziel.

Koenig & Bauer habe in der vergangenen Woche vorab über das operative Ergebnis des abgelaufenen Quartals berichtet. Neben einer erwarteten Ergebnisflaute insbesondere infolge
der Auftragsdelle aus Q3/23 habe das Unternehmen hohe Einmalkosten im Zuge des Ergebnissteigerungs- und Optimierungsprogramms "Spotlight" kommuniziert, die zu einer spürbaren Revision des Ergebnis-Konsens für 2024 führen dürften.

Q2 unter Vorjahr und unter Q1: In Q2 habe das operative EBIT (vor Einmalkosten) bei rund -13,5 Mio. EUR gelegen, was noch unter dem schwachen Q1 (-10,2 Mio. EUR) sowie dem Vorjahreswert (Q2/23: -2,2 Mio. EUR) liege und laut Koenig & Bauer vor allem die Nachwehen der Auftragsschwäche aus Q3 des Vorjahres widerspiegele, als das größte Segment Sheetfed einen unerwartet starken Dämpfer erfahren habe (-42,0% yoy). Hinzugekommen seien wie angekündigt nicht operative Einmalkosten i.H.v. ca. 10 Mio. EUR, die hauptsächlich aus dem Auftritt bei der Weltleitmesse drupa resultiert hätten. Während der starke Auftragseingang rund um die drupa (vgl. Comment vom 12. Juni) zu einem Auftragsbestand von mittlerweile rund 1 Mrd. EUR beigetragen habe, der zugleich den höchsten Halbjahreswert in der Unternehmensgeschichte markiere, habe sich laut Vorstand auch bei der operativen Ergebnisentwicklung im Juni eine gegenüber den Vormonaten April und Mai verbesserte Lage mit einem positiven EBIT-Beitrag gezeigt.

Guidance werde aufrechterhalten: Vor diesem Hintergrund gehe Koenig & Bauer nach wie vor von einem umsatz- und ertragsstarken zweiten Halbjahr aus, sodass das Umsatzziel von 1,3 Mrd. EUR und das operative EBIT am unteren Ende der Zielspanne von 25 bis 40 Mio. EUR (vor Einmalkosten) erreicht werden sollten. Nach H1 liege das Unternehmen operativ bei einem EBIT von -23,7 Mio. EUR, womit für H2 mindestens eine Profitabilität von rund 49 Mio. EUR (Vj.: 35,3 Mio. EUR) notwendig wäre, um die Guidance ergebnisseitig zu erfüllen. Dies erachte die Montega AG zwar als ambitioniert, angesichts des traditionell ergebnisstarken Schlussquartals (EBIT Q4/23: 32,0 Mio. EUR) aber nicht als unrealistisch. Die Montega AG passe ihre Erwartungen nichtsdestotrotz moderat nach unten an und positioniere sich nun knapp unterhalb der operativen Zielbandbreite.

Spotlight verursache zusätzliche Einmalkosten: Neben der drupa werde auch das Fokusprogramm "Spotlight" das Ergebnis im laufenden Jahr außerordentlich belasten. Die Kosten seien nun erstmals konkret auf 30 bis 45 Mio. EUR beziffert worden und in dieser Höhe in den Montega-AG-Prognosen sowie dem Konsens (EBIT 2024e: 21,9 Mio. EUR) bislang nicht abgebildet gewesen. Spotlight beinhalte vor allem Maßnahmen zur Kostenverbesserung in der Holding und im Segment Digital & Webfed in Würzburg sowie im Segment Special an verschiedenen Standorten und betreffe hauptsächlich Sach- und Personalkostenanpassungen. Mit ihrer Durchführung sehe sich der Vorstand unverändert auf Kurs, spätestens im Geschäftsjahr 2026 eine EBIT-Marge von 6% bei einem Konzernumsatz von rund 1,5 Mrd. EUR zu erzielen. Letztlich dürften sämtliche Sonderfaktoren jedoch dazu führen, dass das diesjährige Jahresergebnis im deutlich negativen Bereich lande.

Fazit: Die drupa und Spotlight würden 2024 ergebnisseitig zum Übergangsjahr machen, jedoch die Weichen für stärkere Folgejahre stellen.

Patrick Speck, Analyst der Montega AG, rechnet aufgrund der notwendigen Konsens-Senkung kurzfristig allerdings mit Gegenwind für die Koenig & Bauer-Aktie und nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse das Rating von "kaufen" auf "halten" zurück sowie senkt das Kursziel von 17 auf 14 EUR. (Analyse vom 30.07.2024)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.

Börsenplätze Koenig & Bauer-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Koenig & Bauer-Aktie:
12,76 EUR +0,79% (30.07.2024, 12:19)

XETRA-Aktienkurs Koenig & Bauer-Aktie:
12,80 EUR +1,11% (30.07.2024, 09:54)

ISIN Koenig & Bauer-Aktie:
DE0007193500

WKN Koenig & Bauer-Aktie:
719350

Ticker-Symbol Koenig & Bauer-Aktie:
SKB

Kurzprofil Koenig & Bauer AG:

Seit über 200 Jahren steht die Koenig & Bauer-Gruppe (ISIN: DE0007193500, WKN: 719350, Ticker-Symbol: SKB) für Innovation und technischen Fortschritt in der globalen Druckindustrie und ist damit auch der älteste Druckmaschinenhersteller der Welt. Die konsequent auf die Kundenanforderungen zugeschnittenen Hightech-Maschinen und -Anlagen sowie umfassende Servicedienstleistungen von Koenig & Bauer ermöglichen es, dass Menschen weltweit mit gedruckten, weiterverarbeiteten sowie veredelten Produkten in Berührung kommen. Dazu zählen neben unterschiedlichen Verpackungen für die Lebensmittel-, Getränke-, Pharma- und Kosmetikindustrie auch Banknoten, Dekore und Laminate sowie Magazine und Zeitungen. Die Produkte werden den Teilmärkten Verpackungs-, Sicherheits- und Wertpapier-, Industrie-, Commercial- und Publikationsdruck zugeordnet. (30.07.2024/ac/a/nw)

Archivbeitrag vom 30.07.2024. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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