Aktien des Tages

K+S-Aktie: Wovon träumen die Analysten-Wendehälse eigentlich Nachts?

Kassel (www.aktiencheck.de) - Die Aktienanalysten waren fleißig in den vergangenen zwei Tagen. Innerhalb weniger Stunden haben sie ihre kompletten Analysen des Kali- und Salzhersteller K+S (ISIN DE000KSAG888/ WKN KSAG88) radikal überarbeitet.

Die Aktienanalysten scheinen wirklich schnelle Rechenschieber zu haben. Kaum verkündet der führende Kali-Produzent der Welt Uralkali einen geplanten Produktionsanstieg von 30% im kommenden Jahr, purzeln innerhalb weniger Stunden die Kursprognosen der Analysten. Warum hat uns bloß niemand gesagt, auf welchen tönernen Füßen die Prognosen der Anlageexperten stehen? Wie kann ein einzelner Anbieter den kompletten Kali-Weltmarkt aus den Angeln heben, indem er einen Produktionsanstieg ankündigt? Warum schenken die Analysten den Aussagen eines einzelnen Managers das volle Vertrauen, statt sich selbst einmal in Ruhe ein Bild der Lage zu verschaffen. Dem K+S-Management ist es nicht möglich, direkte Schlüsse aus den Entwicklungen in Weißrussland zu ziehen. Eine genaue Analyse ist nötig. Die hat es offensichtlich bei den Analysten nicht gegeben. Aus der Pistole geschossen kamen die neuen Kursziele und Ratings. Warum das so schnell ging, ist auch klar. Die Kurse waren den Analysten schon davon gelaufen. Bloß nicht falsch liegen jetzt mit der Analyse und ab die Post runter mit dem eigenen Kursziel. Damit wurde der Schaden für die K+S-Aktie natürlich noch deutlich vergrößert. Aber so funktioniert offenbar die Börse. Mit seriöser Analyse hat das wenig zu tun.

Den Vogel abgeschossen haben Lutz Gürten von der Commerzbank und Nils-Peter Fitzle von der Privatbank Hauck & Aufhäuser:

Commerzbank-Analyst Lutz Gürten hat sein Kursziel von 43 auf 14 Euro bzw. um satte 67% gesenkt. Das Rating hat der Analyst ruck-zuck von "buy" auf "sell" herunter genommen.

Nils-Peter Fitzle von der Privatbank Hauck & Aufhäuser hat sein Kursziel für die Aktie des Düngemittel-Konzerns um 42 auf 15 Euro bzw. um rund 64% gesenkt. Das "buy"-Rating wurde fluxx in ein "sell"-Rating getauscht.

Aktienanalyst Joe Dewhurst von der Schweizer UBS hat sein Kursziel für die Aktie des Kali-Konzerns von 23 auf 16 Euro bzw. um rund 30% gesenkt. Seine Verkaufsempfehlung hat er bekräftigt.

Aktienanalystin Virginie Boucher-Ferte von der Deutschen Bank hat ihr Kursziel von 27 auf 15 Euro bzw. um 45% gesenkt und die Einstufung auf "sell" belassen.

Analystin Heidi Vesterinen von Exane BNP-Paribas hat ihre Kursziel für die K+S-Aktie von 26,50 auf 16,00 Euro bzw. um rund 40% gesenkt. Das "underperform"-Rating hat sie beibehalten.

Sie sehen, liebe Anleger, Sie müssen sich unbedingt ein eigenes Bild der Lage verschaffen. Die Analysen der Aktienanalysten habe häufig kurze Beine.

Die K+S-Aktie gewinnt aktuell im Xetra-Handel 1,00% auf 18,71 Euro. (01.08.2013/ac/e/a)

Archivbeitrag vom 01.08.2013. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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