Aktien des Tages

Gerresheimer Aktie: Mehrheit der Analysten sieht langfristig Potenzial

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Gerresheimer-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Lukas Meyer vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der Gerresheimer AG (ISIN: DE000A0LD6E6, WKN: A0LD6E, Ticker-Symbol: GXI, NASDAQ OTC-Symbol: GRRMF) unter die Lupe.

Ein positiver Kommentar von Bernstein habe der gebeutelten Gerresheimer-Aktie am Dienstag wieder etwas Leben eingehaucht. Sonst fehle es jedoch an frischen Impulsen. In den vergangenen Monaten habe das Papier deutliche Verluste verzeichnet und befinde sich derzeit auf Bodensuche. Sollte man nun einen Fuß in die Tür stellen?

Mit einem Kursplus von drei Prozent sei die Gerresheimer-Aktie am Dienstag an der MDAX-Spitze in den Xetra-Handel gestartet. Grund sei ein positiver Kommentar von Bernstein gewesen.

So habe das Analysehaus die Gerresheimer-Aktie mit "outperform" und einem Kursziel von 100,30 Euro gestartet. Nach aktuellem Stand impliziere dies ein Potenzial von rund 35 Prozent. Analystin Delphine Le Louet sehe in den gesenkten Jahreszielen für 2024 und den vorsichtigen Prognosen für 2025 keine Belastung, sondern eine gute Einstiegsgelegenheit für langfristig orientierte Anleger. Unsicherheiten wie der noch nicht abgeschlossene Bormioli-Zukauf seien zwar zu beachten, könnten jedoch bei erfolgreicher Integration langfristig für zusätzlichen Schub sorgen.

Auch J.P. Morgan bleibe positiv gestimmt und habe zuletzt das Kursziel von 121,80 Euro bestätigt, was einem Potenzial von 63 Prozent entspreche. Die US-Bank verweise auf die günstige Bewertung der Aktie und hebe die Beteiligung eines aktivistischen Investors hervor. Am 8. Oktober habe Gerresheimer mitgeteilt, dass der Hedgefonds Eminence Capital unter der Leitung von Ricky Chad Sandler einen Anteil von 5,43 Prozent am Unternehmen erworben habe. Der Konzern stehe seit dem Sommer in konstruktivem Austausch mit dem als aktivistisch bekannten Investor, habe jedoch den Eindruck, dass keine aktivistische Agenda verfolgt werde. Zudem möge das 25er KGV von 14 günstig erscheinen, jedoch sei Gerresheimer damit immer noch acht Prozent teurer als die seine Wettbewerber.

Gerresheimer habe zuletzt mit deutlichen Herausforderungen zu kämpfen gehabt. Die Gewinnwarnung Ende September und die damit einhergehende Reduktion der Jahresziele hätten für Enttäuschung bei Anlegern gesorgt. Für 2024 erwarte das Unternehmen ein organisches Umsatzwachstum von drei bis vier Prozent (zuvor: fünf bis zehn Prozent), für 2025 von sieben bis zehn Prozent (zuvor: zehn bis 15 Prozent). Seit Jahresbeginn habe die Aktie etwa 20 Prozent an Wert verloren.

Zu den Belastungen würden unter anderem schwächer als erwartete Marktbedingungen und Produktionsausfälle zählen. Beispielsweise sei ein Werk für Injektionsfläschchen im US-amerikanischen Morganton durch den Hurrikan Helene vorübergehend lahmgelegt worden, was die Produktionskapazitäten beeinträchtigt habe.

Trotzdem zeige sich in den letzten Wochen eine leichte Erholung: Die Aktie habe sich von ihrem Tief bei unter 70 Euro um gut sechs Prozent lösen können und notiere derzeit wieder bei rund 75 Euro.

Das Management setze auf konservative Zielsetzungen, um Enttäuschungen zu vermeiden, sehe jedoch Potenzial für eine nachhaltige Verbesserung ab 2025. Der Bereich Primary Packaging Glass bleibe aufgrund der Bormioli-Integration vorerst ein Unsicherheitsfaktor. Dennoch gebe es Anzeichen, dass sich die Nachfrage langsam erhole.

Die Mehrheit der Analysten sehe langfristig Potenzial für die Gerresheimer-Aktie. Sollten die Ziele für 2025 erreicht oder gar übertroffen werden, könnte dies den Kurs nachhaltig stützen. Kurzfristig bleibe die Aktie jedoch volatil. Wichtige technische Marken seien die Unterstützung bei 70 Euro und der Widerstand bei 80 Euro.

Mit den gekappten Zielen habe Gerresheimer einiges an Anlegervertrauen verspielt. Um dieses zurückgewinnen müsse der Spezialglas- und Verpackungshersteller seine Prognosefähigkeit erst wieder unter Beweis stellen. Das Chartbild sei zudem stark angeschlagen.

Anleger sollten eine klare Trendumkehr abwarten, so Lukas Meyer von "Der Aktionär". (Analyse vom 26.11.2024)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne er Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (26.11.2024/ac/a/d)

Archivbeitrag vom 26.11.2024. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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