Aktien des Tages

Deutsche Telekom Aktie: KI-Cloud in Betrieb genommen

Wien (www.aktiencheck.de) - Deutsche Telekom-Aktienanalyse der Raiffeisen Bank International AG:

Andreas Schiller, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), rät in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der Deutsche Telekom AG (ISIN: DE0005557508, WKN: 555750, Ticker-Symbol: DTE, NASDAQ OTC-Symbol: DTEGF) weiterhin zu kaufen.

Der Konzernumsatz der Deutschen Telekom sei im vierten Quartal 2025 um 2,5% auf EUR 31,72 Mrd. gestiegen und habe damit sowohl den Vorjahreswert von EUR 30,93 Mrd. als auch die Analystenschätzungen von EUR 31,50 Mrd. übertroffen. Auf organischer Basis, die Wechselkurseffekte und Änderungen im Konsolidierungskreis ausschließe, habe sich das Wachstum auf 5,5% beschleunigt. Das bereinigte EBITDA nach Leasingzahlungen (EBITDA AL) habe im Berichtsquartal um 1,9% auf EUR 10,83 Mrd. zugelegt. Der bereinigte Gewinn je Aktie habe mit EUR 0,44 über dem Niveau der Markterwartungen (EUR 0,42) gelegen, sei jedoch um 8% hinter dem Vorjahreswert zurückgeblieben. Im Gesamtjahr 2025 sei der bereinigte Gewinn je Aktie um 5,2% auf EUR 2,00 gestiegen. Die bereinigte EBITDA-Marge nach Leasingausgaben habe im Gesamtjahr 2025 unverändert bei 37,2% gelegen.

Im operativen Segment USA habe T-Mobile ein starkes Umsatzwachstum von 11,7% auf USD 24,36 Mrd. verzeichnet, welches maßgeblich durch einen Anstieg der Vertragskundenumsätze um 13,9% getrieben worden sei. Das bereinigte EBITDA AL habe um 9% zulegen können. Die Integration von UScellular sowie Investitionen in Glasfaser-Joint Ventures hätten die strategische Entwicklung im US-Markt geprägt. In Deutschland sei das Unternehmen auf den Wachstumspfad zurückgekehrt; der Umsatz sei um 2,7% auf EUR 6,76 Mrd. gestiegen und das bereinigte EBITDA AL um 2,5% auf EUR 2,72 Mrd., was vor allem auf die Erholung im Endgerätegeschäft und das kontinuierliche Wachstum im Service-Bereich zurückzuführen gewesen sei. Das Segment Europa habe seine Erfolgsserie mit einem Umsatzplus von 3,1% auf EUR 3,30 Mrd. fortgesetzt, wobei das bereinigte EBITDA AL mit 5,3% deutlich stärker als der Umsatz gewachsen sei.

Kundenwachstum 2025: In Deutschland sei die Anzahl der Mobilfunk Vertragskund:innen um 4,6% auf 27,74 Mio. gestiegen, während die Glasfaseranschlüsse um 1,2% auf 13,37 Mio. zugenommen hätten. Allerdings sei die Anzahl der Festnetzanschlüsse leicht um 2,1% auf 16,80 Mio. gesunken. In den USA habe T-Mobile US einen Anstieg der Mobilfunk Vertragskund:innen um 11,8% auf 116,45 Mio. verzeichnet und auch in Gesamt-Europa habe die Anzahl der Mobilfunk-Vertragskund:innen - bereinigt um den Verkauf des rumänischen Mobilfunkgeschäfts zum 01.10.2025 - um 3,0% auf nunmehr 25,59 Mio. erhöht werden können.

Churn-Rate: Die Kundentreue sei weiterhin hoch gewesen, wenngleich im Jahresvergleich in Deutschland die Wechselrate im Q4 2025 von 0,8% auf 0,9% zugenommen habe. In den USA habe sie sich von 0,92% auf 1,02% erhöht. Eine niedrige Churn-Rate bedeute, dass weniger Kunden abwanderten, was sich positiv auf die Umsatzstabilität und die Profitabilität auswirke. Besonders im Mobilfunkgeschäft seien die Akquisitionskosten für Neukunden hoch – daher sei die Bindung bestehender Kunden entscheidend für die Margen. Die Telekom nutze hier gezielt Upselling-Strategien (z. B. Glasfaser, Premium-Tarife) und digitale Services, um die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.

Zunehmender Wettbewerbsdruck: Im deutschen Heimatmarkt bleibe das Wettbewerbsumfeld dynamisch. Während Spekulationen über eine Fusion von Telefónica Deutschland und 1&1 zuletzt die Branche bewegt hätten, habe 1&1-Chef Ralph Dommermuth diesen Verkaufsgerüchten im März 2026 eine Absage erteilt. Dennoch sorge der voranschreitende Netzausbau von 1&1 für eine Belebung des Wettbewerbs. Die Deutsche Telekom reagiere darauf mit einer massiven Investitionsoffensive: Allein für den Glasfaserausbau seien die Budgets für die kommenden Jahre um weitere EUR 800 Mio. aufgestockt worden, um die Marktführerschaft zu zementieren. In den USA, dem wichtigsten Gewinnbringer des Konzerns, festige T-Mobile US seine Position, sehe sich aber einer disziplinierten, jedoch aggressiven Strategie von Verizon gegenüber. Verizon habe zuletzt durch gezielte Werbemaßnahmen und Umstrukturierungen wieder deutlich mehr Neukunden gewinnen können.

KI-Strategie: DT integriere künstliche Intelligenz konsequent in ihre operativen Prozesse und die strategische Infrastruktur. Ein zentraler Pfeiler sei die neu geschlossene Partnerschaft mit Nvidia zur Etablierung der ersten industriellen KI-Cloud Europas am Standort München. Die Zusammenarbeit sei im Juni 2025 angekündigt, im November 2025 offiziell vorgestellt und Anfang Februar 2026 in München in Betrieb genommen worden. Technisch basiere die Plattform laut Telekom und NVIDIA auf bis zu 10.000 NVIDIA-Blackwell-GPUs sowie NVIDIA-Software und sei in deutsche Rechenzentren eingebettet. Ziel sei es, industrielle Anwendungen wie Engineering, Simulation, digitale Zwillinge, Robotik und weitere Enterprise-KI-Anwendungen unter hohen Anforderungen an Datensouveränität, Sicherheit und Verfügbarkeit zu ermöglichen.

Für das Geschäftsjahr 2025 sei eine Dividende von EUR 1,00 je Aktie (+11%) geplant, was einer aktuellen Dividendenrendite von 3,2% entspreche. Die Ausschüttung sei für den 08.04.2026 angesetzt. Zusätzlich sollten Aktienrückkäufe im Volumen von bis zu EUR 2 Mrd. erfolgen.

Moderate Bewertung: Verglichen mit dem Sektor notiere DT bei den meisten Forward Multiples mit einem Aufschlag gegenüber den europäischen Mitbewerbern, was vor allem auf die solide Profitabilität zurückzuführen sei. Auf Basis ausgewählter Forward-Kennzahlen (KGV, EV/Sales, EV/EBITDA etc.) notiere die Aktie aktuell im Bereich ihres eigenen langfristigen Durchschnitts. Verglichen mit dem zehnjährigen durchschnittlichen Bewertungsaufschlag in Bezug auf den Markt sowie den eigenen Sektor sei aber noch Luft nach oben vorhanden.

Ausblick: Deutsche Telekom erwarte für das Jahr 2026 eine insgesamt positive Geschäftsentwicklung. Der Konzern rechne mit steigenden Umsätzen sowie einem erneuten Anstieg der Service-Umsätze, was die zugrunde liegende operative Stärke des Geschäfts unterstreiche. Beim bereinigten EBITDA AL stelle das Unternehmen einen Anstieg auf rund EUR 47,4 Mrd. in Aussicht, nachdem im Vorjahr EUR 44,2 Mrd. beziehungsweise EUR 44,7 Mrd. auf vergleichbarer Basis erreicht worden seien. Auch beim freien Cashflow AL werde ein moderater Zuwachs erwartet, der sich auf rund EUR 19,8 Mrd. belaufen solle, nach EUR 19,5 Mrd. im Jahr 2025 beziehungsweise EUR 19,3 Mrd. auf vergleichbarer Basis. Ergänzend prognostiziere die Telekom für das bereinigte Ergebnis je Aktie einen Wert von etwa EUR 2,20.

Die Deutsche Telekom habe im vierten Quartal eine solide operative Entwicklung gezeigt, getragen von starkem Wachstum in den USA und einer stabilen Performance in Europa. In Deutschland bleibe das Umfeld angesichts hoher Investitionen in Glasfaser und 5G sowie eines intensiven Wettbewerbs herausfordernd. Gleichzeitig setze der Konzern verstärkt auf Zukunftstechnologien: KI-Initiativen wie die Industrial AI Cloud mit Nvidia sollten Effizienzpotenziale heben und neue Geschäftsfelder erschließen. Die Wachstumsperspektiven erschienen weiterhin intakt, auch wenn die Bewertung noch moderates Aufwärtspotenzial biete.

Schiller bestätige seine bisherige KAUF-Empfehlung und erhöhe sein bisheriges Kursziel auf nunmehr EUR 34 je Aktie. Das Kursziel basiere auf einem Multiple-Ansatz, die Zahlen auf Konsens- und eigenen Schätzungen. Der relative Bewertungsansatz berücksichtige eine historisch faire Bewertung inklusive einer leicht reduzierten Prämie im Vergleich zur eigenen 10-Jahres-Historie sowie zum Gesamtmarkt und Sektor. (Analyse vom 23.03.2026)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegungen

3. RBI oder eine mit ihr verbundene juristische Person ist Market Maker oder Specialist oder Designated Sponsor oder Stabilisierungsmanager oder sonstiger Liquiditätsspender in den Finanzinstrumenten des Emittenten.

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity (23.03.2026/ac/a/d)

Archivbeitrag vom 23.03.2026. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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