Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Deutsche Post-Aktienanalyse von "Der Aktionär":
Thorsten Küfner vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Aktie der Deutschen Post (ISIN: DE0005552004, WKN: 555200, Ticker-Symbol: DHL, NASDAQ OTC-Symbol: DPSTF) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.
Die DHL Group sollte nach Ansicht der US-Großbank J.P. Morgan stärker in den Fokus der Marktteilnehmer rücken. So seien die Papiere des Logistikriesen bei einem Kursziel von 49 Euro mit "overweight" wieder aufgenommen worden. Die Papiere der Bonner stünden als Favorit der Analystin Alexia Dogani in der Logistikbranche zudem auf der "Analyst Focus List".
Aufgrund kurzfristig positiver Kurserwartungen habe die Expertin zudem den Status "Positive Catalyst Watch" vergeben. Im europäischen Transport- und Logistiksektor setze Dogani laut ihrem am Dienstag vorliegenden Branchenkommentar auf Unternehmen mit starken Wettbewerbspositionen bei hohen Eintrittsbarrieren und deutlicher Preissetzungsmacht wie DHL und InPost. Zudem möge sie Firmen wie DSV und Kuehne + Nagel, die den Markt konsolidiert hätten, um über Skalen- und Hebeleffekte die Kostenentwicklung zu verbessern. Skeptisch sehe sie dagegen Containerreedereien wie Moller-Maersk, ZIM und Hapag-Lloyd. Über diesen zögen sich dunkle Wolken zusammen, da die Zinsen den Scheitelpunkt erreicht hätten und das Kapazitätsangebot weiter steige.
Die Deutsche Post sei aber auch aus einem anderen Grund in den Fokus gerückt: Der Konzern habe noch immer weniger Filialen auf dem Land als sie haben müsste. Im Juli habe es 141 sogenannte unbesetzte Pflichtstandorte gegeben und damit 16 mehr als im Februar, habe die Bundesnetzagentur auf dpa-Anfrage mitgeteilt. Einer gesetzlichen Regel zufolge müsse die Post in Gemeinden, die mehr als 2.000 Einwohner hätten, mindestens eine Filiale haben. In Gemeinden mit mehr als 4.000 Einwohnern dürfe die Entfernung zur Filiale in zusammenhängenden Wohngebieten nicht mehr als zwei Kilometer betragen.
Mit knapp 13.000 Postfilialen - meistens Kioske und andere Einzelhändler mit Post-Schalter - sei der Bonner Konzern bundesweit zwar stark vertreten, eine staatliche Pflicht von insgesamt 12.000 Filialen werde übertroffen. Aber auf dem Land und am Stadtrand halte die Post besagte Entfernungsregeln nicht immer ein.
Im Oktober 2023 seien es den Angaben zufolge nur 73 unbesetzte Pflichtstandorte und damit nur etwa halb so viele wie im Juli dieses Jahres gewesen. Allerdings sei kein Trend auszumachen, der Wert schwanke vielmehr seit langem - im Januar 2023 seien es mit 174 mehr als zuletzt gewesen.
Grund für die Schwierigkeiten des Logistikers sei der Strukturwandel auf dem Land: Wenn in einem Dorf der letzte Supermarkt oder Krämerladen dichtmache und kein anderer Einzelhändler mehr als Partner bereitstehe, bleibe der Filialstandort unbesetzt. Manchmal dauere es dann auch einfach etwas, bis sich doch noch ein Partner finde.
Ein Post-Sprecher habe darauf hingewiesen, dass die Einrichtung von Filialen "insbesondere in ländlichen Gebieten mit wenig ausgeprägter Einzelhandels-Infrastruktur sehr herausfordernd ist und wir immer wieder mit Geschäftsaufgaben von Filialpartnern rechnen müssen". Es sei daher nicht ungewöhnlich, dass die Zahl der Vakanzen gestiegen sei. "Wir werden auch weiterhin mit Hochdruck und im engen Dialog mit den Bürgermeistern in den betreffenden Kommunen daran arbeiten, an allen "Pflichtstandorten" präsent zu sein", so der Sprecher des Post-Konzerns DHL, dessen nationales Briefgeschäft unter Deutsche Post firmiere.
Das Problem dürfte im nächsten Jahr entschärft werden. Denn zum Jahreswechsel würden neue Regeln des Postgesetzes greifen, das unlängst novelliert worden sei. Dann würden unter bestimmten Umständen auch sogenannte Poststationen bei der Erfüllung der Pflichtvorgabe angerechnet, bislang sei das nicht der Fall. An Poststationen könnten Briefmarken gekauft, Pakete frankiert sowie Briefe und Pakete abgeben werden, außerdem gebe es eine Videoberatung. Ein Vorteil: Die Automaten seien rund um die Uhr verfügbar, bei Postfilialen müssten sich die Kunden hingegen an die Öffnungszeiten halten.
Von den 141 unbesetzten Pflichtstandorten im Juli hätten 27 Standorte einen Automaten - dort sei es also durchaus möglich gewesen, postalische Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Das zeige, dass der Wert im kommenden Jahr vermutlich sinken werde. Allerdings müsse sich die Post hierbei mit Kommunalvertretern abstimmen und sie brauche bei der Anrechnung eines Automaten auf die Filialpflicht die Zustimmung der Bundesnetzagentur. Es wäre eine Überraschung, wenn die Behörde sich bei dem Thema querstelle: Dessen Chef Klaus Müller habe sich unlängst grundsätzlich positiv über die Automaten geäußert.
Auch "Der Aktionär" sei für die Anteilscheine der DHL Group zuversichtlich gestimmt. Denn der DAX-Konzern sei grundsätzlich gut aufgestellt, verfüge über eine solide Bilanz sowie gute Perspektiven und sei immer noch relativ günstig bewertet. Der Stoppkurs sollte nach wie vor bei 34,00 Euro belassen werden, so Thorsten Küfner. (Analyse vom 10.09.2024)
Mit Material von dpa-AFX
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: DHL Group.
Der Vorstand der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Leon Müller, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: DHL Group.
Börsenplätze Deutsche Post-Aktie:
Tradegate-Aktienkurs Deutsche Post-Aktie:
39,18 EUR +0,31% (10.09.2024, 09:02)
XETRA-Aktienkurs Deutsche Post-Aktie:
39,00 EUR +1,38% (09.09.2024)
ISIN Deutsche Post-Aktie:
DE0005552004
WKN Deutsche Post-Aktie:
555200
Ticker-Symbol Deutsche Post-Aktie:
DHL
NASDAQ OTC-Symbol Deutsche Post-Aktie:
DPSTF
Kurzprofil DHL Group:
DHL Group (ISIN: DE0005552004, WKN: 555200, Ticker-Symbol: DHL, NASDAQ OTC-Symbol: DPSTF) vereint zwei starke Marken: DHL bietet umfangreiche Lösungen in den Bereichen Paketversand, Expressversand, Frachttransport, Supply-Chain-Management und E-Commerce. Deutsche Post ist der größte Postdienstleister Europas und Marktführer im deutschen Briefmarkt. Der Konzern beschäftigt weltweit ca. 600.000 Mitarbeiter*innen. Im Jahr 2023 erzielte der Konzern einen Umsatz von 81,8 Milliarden Euro. (10.09.2024/ac/a/d)
Thorsten Küfner vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Aktie der Deutschen Post (ISIN: DE0005552004, WKN: 555200, Ticker-Symbol: DHL, NASDAQ OTC-Symbol: DPSTF) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.
Die DHL Group sollte nach Ansicht der US-Großbank J.P. Morgan stärker in den Fokus der Marktteilnehmer rücken. So seien die Papiere des Logistikriesen bei einem Kursziel von 49 Euro mit "overweight" wieder aufgenommen worden. Die Papiere der Bonner stünden als Favorit der Analystin Alexia Dogani in der Logistikbranche zudem auf der "Analyst Focus List".
Aufgrund kurzfristig positiver Kurserwartungen habe die Expertin zudem den Status "Positive Catalyst Watch" vergeben. Im europäischen Transport- und Logistiksektor setze Dogani laut ihrem am Dienstag vorliegenden Branchenkommentar auf Unternehmen mit starken Wettbewerbspositionen bei hohen Eintrittsbarrieren und deutlicher Preissetzungsmacht wie DHL und InPost. Zudem möge sie Firmen wie DSV und Kuehne + Nagel, die den Markt konsolidiert hätten, um über Skalen- und Hebeleffekte die Kostenentwicklung zu verbessern. Skeptisch sehe sie dagegen Containerreedereien wie Moller-Maersk, ZIM und Hapag-Lloyd. Über diesen zögen sich dunkle Wolken zusammen, da die Zinsen den Scheitelpunkt erreicht hätten und das Kapazitätsangebot weiter steige.
Die Deutsche Post sei aber auch aus einem anderen Grund in den Fokus gerückt: Der Konzern habe noch immer weniger Filialen auf dem Land als sie haben müsste. Im Juli habe es 141 sogenannte unbesetzte Pflichtstandorte gegeben und damit 16 mehr als im Februar, habe die Bundesnetzagentur auf dpa-Anfrage mitgeteilt. Einer gesetzlichen Regel zufolge müsse die Post in Gemeinden, die mehr als 2.000 Einwohner hätten, mindestens eine Filiale haben. In Gemeinden mit mehr als 4.000 Einwohnern dürfe die Entfernung zur Filiale in zusammenhängenden Wohngebieten nicht mehr als zwei Kilometer betragen.
Mit knapp 13.000 Postfilialen - meistens Kioske und andere Einzelhändler mit Post-Schalter - sei der Bonner Konzern bundesweit zwar stark vertreten, eine staatliche Pflicht von insgesamt 12.000 Filialen werde übertroffen. Aber auf dem Land und am Stadtrand halte die Post besagte Entfernungsregeln nicht immer ein.
Im Oktober 2023 seien es den Angaben zufolge nur 73 unbesetzte Pflichtstandorte und damit nur etwa halb so viele wie im Juli dieses Jahres gewesen. Allerdings sei kein Trend auszumachen, der Wert schwanke vielmehr seit langem - im Januar 2023 seien es mit 174 mehr als zuletzt gewesen.
Grund für die Schwierigkeiten des Logistikers sei der Strukturwandel auf dem Land: Wenn in einem Dorf der letzte Supermarkt oder Krämerladen dichtmache und kein anderer Einzelhändler mehr als Partner bereitstehe, bleibe der Filialstandort unbesetzt. Manchmal dauere es dann auch einfach etwas, bis sich doch noch ein Partner finde.
Ein Post-Sprecher habe darauf hingewiesen, dass die Einrichtung von Filialen "insbesondere in ländlichen Gebieten mit wenig ausgeprägter Einzelhandels-Infrastruktur sehr herausfordernd ist und wir immer wieder mit Geschäftsaufgaben von Filialpartnern rechnen müssen". Es sei daher nicht ungewöhnlich, dass die Zahl der Vakanzen gestiegen sei. "Wir werden auch weiterhin mit Hochdruck und im engen Dialog mit den Bürgermeistern in den betreffenden Kommunen daran arbeiten, an allen "Pflichtstandorten" präsent zu sein", so der Sprecher des Post-Konzerns DHL, dessen nationales Briefgeschäft unter Deutsche Post firmiere.
Das Problem dürfte im nächsten Jahr entschärft werden. Denn zum Jahreswechsel würden neue Regeln des Postgesetzes greifen, das unlängst novelliert worden sei. Dann würden unter bestimmten Umständen auch sogenannte Poststationen bei der Erfüllung der Pflichtvorgabe angerechnet, bislang sei das nicht der Fall. An Poststationen könnten Briefmarken gekauft, Pakete frankiert sowie Briefe und Pakete abgeben werden, außerdem gebe es eine Videoberatung. Ein Vorteil: Die Automaten seien rund um die Uhr verfügbar, bei Postfilialen müssten sich die Kunden hingegen an die Öffnungszeiten halten.
Von den 141 unbesetzten Pflichtstandorten im Juli hätten 27 Standorte einen Automaten - dort sei es also durchaus möglich gewesen, postalische Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Das zeige, dass der Wert im kommenden Jahr vermutlich sinken werde. Allerdings müsse sich die Post hierbei mit Kommunalvertretern abstimmen und sie brauche bei der Anrechnung eines Automaten auf die Filialpflicht die Zustimmung der Bundesnetzagentur. Es wäre eine Überraschung, wenn die Behörde sich bei dem Thema querstelle: Dessen Chef Klaus Müller habe sich unlängst grundsätzlich positiv über die Automaten geäußert.
Auch "Der Aktionär" sei für die Anteilscheine der DHL Group zuversichtlich gestimmt. Denn der DAX-Konzern sei grundsätzlich gut aufgestellt, verfüge über eine solide Bilanz sowie gute Perspektiven und sei immer noch relativ günstig bewertet. Der Stoppkurs sollte nach wie vor bei 34,00 Euro belassen werden, so Thorsten Küfner. (Analyse vom 10.09.2024)
Mit Material von dpa-AFX
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: DHL Group.
Der Vorstand der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Leon Müller, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: DHL Group.
Börsenplätze Deutsche Post-Aktie:
Tradegate-Aktienkurs Deutsche Post-Aktie:
39,18 EUR +0,31% (10.09.2024, 09:02)
XETRA-Aktienkurs Deutsche Post-Aktie:
39,00 EUR +1,38% (09.09.2024)
ISIN Deutsche Post-Aktie:
DE0005552004
WKN Deutsche Post-Aktie:
555200
Ticker-Symbol Deutsche Post-Aktie:
DHL
NASDAQ OTC-Symbol Deutsche Post-Aktie:
DPSTF
Kurzprofil DHL Group:
DHL Group (ISIN: DE0005552004, WKN: 555200, Ticker-Symbol: DHL, NASDAQ OTC-Symbol: DPSTF) vereint zwei starke Marken: DHL bietet umfangreiche Lösungen in den Bereichen Paketversand, Expressversand, Frachttransport, Supply-Chain-Management und E-Commerce. Deutsche Post ist der größte Postdienstleister Europas und Marktführer im deutschen Briefmarkt. Der Konzern beschäftigt weltweit ca. 600.000 Mitarbeiter*innen. Im Jahr 2023 erzielte der Konzern einen Umsatz von 81,8 Milliarden Euro. (10.09.2024/ac/a/d)
Archivbeitrag vom 10.09.2024. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.