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Boeing Aktie: Teure Einigung - Der US-Flugzeugbauer sichert sich Ende des Streiks mit hohen Zugeständnissen

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Boeing-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Julian Weber vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Aktie von The Boeing Company (ISIN: US0970231058, WKN: 850471, Ticker-Symbol: BCO, NYSE-Symbol: BA) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.

Seit dem 13. September befänden sich rund 33.000 von der International Association of Machinists and Aerospace Workers (IAM) vertretene Boeing-Mitarbeiter im Streik, um eine Lohnerhöhung zu erzwingen. Nun scheine es, als hätte der Streik, der den Flugzeugbauer täglich mehrere Millionen koste, ein Ende gefunden.

Nachdem die ersten beiden Boeing-Angebote, die Lohnerhöhungen von einem Viertel respektive 35 Prozent vorgesehen hätten, von einer deutlichen Mehrheit der IAM-Mitglieder abgelehnt worden seien, scheine das dritte Angebot nun den Vorstellungen zu entsprechen.

Zumindest nach Ansicht der IAM, die ihren Mitgliedern rate, die jüngste Offerte des Flugzeugbauers anzunehmen: "Bei jeder Verhandlung und jedem Streik gibt es einen Punkt, an dem wir alles Mögliche durch Verhandlungen und durch das Zurückhalten unserer Arbeit erreicht haben", habe die Gewerkschaft auf ihrer Website geschrieben. Dieser Punkt sei nun erreicht.

Mit dem dritten Angebot biete Boeing seinen Mitarbeitern eine Gehaltssteigerung von 38 Prozent über vier Jahre, was die kumulierten Lohnerhöhungen auf fast 44 Prozent bringe. Zudem hätten die Beschäftigten die Wahl zwischen einem einmaligen Abschlussbonus von 12.000 Dollar oder der ursprünglichen Option eines 7.000-Dollar-Abschlussbonus und eines 5.000-Dollar-Beitrags zum 401(k)-Rentenplan. Die großen Sprünge seien nötig gewesen, da Boeing-Mitarbeiter im vergangenen Jahrzehnt mehrere Nullrunden in Kauf genommen hätten. Wie Boeing am Donnerstag erklärt habe, werde der Durchschnittslohn der Maschinisten am Ende des Vertrags 119.309 Dollar betragen.

Sollten die IAM-Mitglieder das Angebot in der Abstimmung am Montag zustimmen, so könnten sie bereits ab Mittwoch, spätestens aber am 12. November, zur Arbeit zurückkehren.

Für das Boeing-Management rund um CEO Kelly Ortberg dürfte die Nachricht eine große Erleichterung sein. Einer Studie der Bank of America zufolge habe der Streik den Flugzeugbauer rund 50 Millionen Dollar pro Tag gekostet. Seit Beginn dürfte sich somit bereits eine Milliardensumme angehäuft haben.

Doch auch mit der Einigung komme nun viel Arbeit auf den Konzern zu. Die Produktion mehrerer Baureihen sei im Zuge der Streiks fast vollständig zum Erliegen gekommen. Nun gelte es, diese wieder sauer anlaufen zu lassen und die Lieferketten zu stabilisieren, da diese ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden seien. Zudem würden auf Boeing weiter Sorgen hinsichtlich der Qualität der Baureihe 737 Max lasten. Zuletzt sei im Januar bei einer so gut wie neuen Boeing 737-9 Max von Alaska Airlines im Steigflug ein Rumpffragment herausgebrochen. Untersuchungen hätten ergeben, dass dies auf bauliche Mängel zurückzuführen gewesen sei.

Die Aktionäre würden auf die voraussichtliche Einigung und das damit verbundene Ende der Streiks erleichtert reagieren. Die Aktie lege am Freitag im vorbörslichen Handel rund 2,5 Prozent zu. Dennoch gelte es für den Flugzeugbauer, die üblichen Probleme in den Griff zu bekommen und das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Enttäuschende Q3-Zahlenn sowie eine 21 Milliarden Dollar schwere Kapitalerhöhung hätten dieses zuletzt stark in Mitleidenschaft gezogen.

Anleger bleiben weiter an der Seitenlinie, so Julian Weber von "Der Aktionär" zur Boeing-Aktie. (Analyse vom 01.11.2024)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (01.11.2024/ac/a/n)

Archivbeitrag vom 01.11.2024. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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