Aktien des Tages

Boeing Aktie: Hoffnungsschimmer nach schwachen Zahlen - Analysten sehen Potenzial

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Boeing-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Martin Mrowka vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Aktie von The Boeing Company (ISIN: US0970231058, WKN: 850471, Ticker-Symbol: BCO, NYSE-Symbol: BA) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.

Obwohl der US-Luft- und Raumfahrt-Konzern schlechtere Quartalszahlen als befürchtet vorgelegt habe, zeige sich die Boeing-Aktie stabil. Nun hätten sich mehrere Analysten zu Wort gemeldet, die Licht am Ende des Tunnels sehen würden. Boeing fahre derweil die Produktion seiner Flugzeuge hoch. Auch charttechnisch helle sich das Bild auf.

Boeing habe am vergangenen Dienstag einen hohen Verlust für das vierte Quartal gemeldet, nachdem das Unternehmen vor einem Jahr einen weiteren schweren Schlag erlitten habe. Doch die Boeing-Aktie habe zugelegt. Am Donnerstag gewinne das Papier erneut 2,5 Prozent auf 178 Dollar. Der Markt habe Hoffnung, dass die ersten Anzeichen für eine Trendwende unter dem neuen CEO Kelly Ortberg Früchte tragen könnten.

CEO Kelly Ortberg habe Boeing im August in dem Wissen übernommen, dass das Unternehmen in Schwierigkeiten stecke. Diese Schwierigkeiten hätten sich im vergangenen Jahr zu einem Verlust von 11,8 Milliarden Dollar summiert, wie das Unternehmen am Dienstag mitgeteilt habe.

Während der Bilanzpressekonferenz und in Interviews mit Reuters habe Ortberg jedoch angedeutet, dass das Schlimmste hinter Boeing liege. Er habe gesagt, dass die Abteilung für Verkehrsflugzeuge anhaltende Produktionsprobleme behebe und erwarte, dass die Produktion des beliebtesten Flieger, der 737 Max, im Laufe des Jahres auf 38 Flugzeuge pro Monat hochgefahren werde, wobei weitere Steigerungen folgen sollten, sofern die Bundesbehörden zustimmen würden. Bis Dienstag habe Boeing im Januar 33 der 737 Max-Jets ausgeliefert, wie Finanzchef Brian West auf der Bilanzpressekonferenz bestätigt habe. Das habe deutlich über dem Tempo der Vormonate gelegen.

Mehrere Branchen-Analysten hätten nun mit einem hoffnungsvollen "Show-me" reagiert. So habe Gautam Khanna, ein Luft- und Raumfahrtanalyst bei TD Cowen, gesagt, es gebe Gründe für Optimismus. Seit Ortberg die Zügel in die Hand genommen habe, scheine Boeing einen bewussteren Ansatz zur Lösung von Produktionsproblemen zu verfolgen.

Für Richard Aboulafia, Analyst bei AeroDynamic Advisory, sei die Steigerung der Produktion jedoch "nicht gleichbedeutend mit der Rückkehr des Unternehmens zu einer positiven strategischen Ausrichtung". Letztendlich sei der Weg (zur Steigerung der Flugzeug-Produktion) da. "Der Markt will Boeing-Jets", so Aboulafia.

Andrew Flores, Präsident von Independent Forge, verweise jedoch auf zurückhaltende Zulieferer. Viele würden sich davor scheuen, jetzt zu investieren und damit womöglich in eine finanzielle Schieflage zu geraten. "Viele Leute halten an ihren Geldern fest", habe Flores gesagt. Das Unternehmen in Orange County, Kalifornien, liefere Aluminiumteile für die 737 Max. "Ich sehe Licht am Ende des Tunnels, aber es ist ein langer Tunnel", habe er laut Reuters gesagt.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs habe kürzlich das Kursziel für Boeing von 200 auf 213 US-Dollar angehoben und die Einstufung auf "buy" belassen. Die Signale für die Produktion der 737-Max seien positiv, habe Analyst Noah Poponak in einem Kommentar zu den Quartalszahlen geschrieben. Er glaube, dass sich die Aktien 2025 vergleichsweise gut schlagen würden. Die Schweizer Großbank UBS habe die Einstufung für Boeing nach Quartalszahlen ebenfalls auf "buy" belassen und ein Kursziel von 208 US-Dollar ausgegeben.

Die kanadische Bank RBC habe ihre Einstufung für Boeing auf "outperform" belassen und prognostiziere ein Kursziel von 200 US-Dollar. Der Gewinn je Aktie sei deutlich besser als von ihm und am Markt erwartet ausgefallen, habe Analyst Ken Herbert geschrieben. Zudem sei dem Flugzeugbauer offenbar ein starker Start ins Jahr 2025 gelungen, der das Vertrauen in eine verbesserte operative Umsetzung stütze.

Boeing habe noch einen langen Weg vor sich, um zu alten, gewinnträchtigen Zeiten zurück zu finden. Die ersten Maßnahmen des neuen CEO würden offenbar fruchten, der Optimismus auch der Analysten wachse.

Zudem bessere sich das Chartbild. Die Boeing-Aktie habe ihre Tiefstände offenbar hinter sich, in Kürze schneide zudem die 50-Tage-Linie die 200er von unten. Dieses "Golden Cross" ziehe oft weitere Kurssteigerungen nach sich. Die nachhaltige Überwindung der 180-Dollar-Marke könnte weitere Aktienkäufe auslösen, so Martin Mrowka von "Der Aktionär" zur Boeing-Aktie. (Analyse vom 30.01.2025)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (30.01.2025/ac/a/n)

Archivbeitrag vom 30.01.2025. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

Märkte im Blick
Weiterlesen
Börsenradar