Aktien des Tages

BP Aktie: Markt überrascht - BP plant Verkauf von Raffinerieanlagen

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - BP-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Thorsten Küfner vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie von BP plc (ISIN: GB0007980591, WKN: 850517, Ticker-Symbol: BPE5, London Stock Exchange-Symbol: BP, NASDAQ OTC-Symbol: BPAQF) unter die Lupe.

Diese Meldung komme für zahlreiche Marktteilnehmer überraschend. Der Energieriese BP wolle seine Raffinerietochter Ruhr Oel mit insgesamt rund 2.235 Beschäftigten verkaufen. Man beabsichtige, den Markt für einen möglichen Verkauf der Ruhr Oel GmbH sowie der dazugehörigen Raffinerieanlagen zu durchleuchten, habe BP Europa mitgeteilt. Damit beginne das Unternehmen nun umgehend.

"Ziel ist es, noch im Jahr 2025 verbindliche Verkaufsvereinbarungen abzuschließen", habe es geheißen. Erst vor knapp einem Jahr habe BP eine Neuaufstellung des Standorts angekündigt, die mit einem Kapazitäts- und Stellenabbau verbunden sein sollte.

An zwei Raffineriestandorten in Gelsenkirchen stelle das Unternehmen Kraftstoffe, Heizöle und petrochemische Grundstoffe her. Zu Ruhr Oel gehörten beispielsweise auch ein Tanklager in Bottrop, das Spezialchemieunternehmen DHC Solvent Chemie in Mülheim/Ruhr, eine Beteiligung am Tanklager Maatschap Europort Terminal (MET) in Rotterdam sowie weitere Beteiligungen unter anderem an Pipelines.

Das Vorhaben stehe im Einklang mit der globalen Strategie von BP. "In einem sich rasant entwickelnden Energiemarkt wollen und müssen wir uns fokussieren", habe der Vorstandsvorsitzende der BP Europa SE, Patrick Wendeler, laut der Mitteilung erklärt. "Nach eingehender Prüfung sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die Ruhr Oel GmbH unter einem neuen Eigentümer ihr volles Potenzial entfalten kann."

Erst vor elf Monaten habe das Unternehmen eine Neuaufstellung der beiden Standorte in Gelsenkirchen angekündigt. Dabei habe es eine reduzierte Verarbeitungskapazität von zwölf Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr auf rund acht Millionen Tonnen in Aussicht gestellt. Ein damit verbundener Arbeitsplatzabbau sollte sozialverträglich gestaltet werden, habe es Anfang März 2024 geheißen.

Raffinerieleiter Arno Appel habe damals erklärt: "Derzeit ist unser Raffineriestandort in Gelsenkirchen nicht wettbewerbsfähig. Wir sind zu komplex und - nicht nur dadurch - mit strukturell zu hohen Kosten belastet." Der Umbau solle bis zum Ende des Jahrzehnts dauern.

BP betone jetzt, dass die Transformation zu weniger Komplexität und einer angepassten Verarbeitungskapazität beitrage. "Heute kann die Raffinerie nicht nur Rohöle aus aller Welt verarbeiten und hochwertige Kraftstoffe herstellen, sondern hat auch das Potenzial, in Zukunft Biokraftstoffe zu produzieren und in das Kunststoffrecycling einzusteigen."

Wann die Ruhr Oel in neue Hände komme, sei offen. Dies hänge von regulatorischen und behördlichen Zustimmungen ab. "Während des Verkaufsprozesses wird der Raffineriebetrieb in gewohnter Weise fortgeführt", habe BP erklärt.

DER AKTIONÄR bleibe für die BP-Anteile nach wie vor relativ zuversichtlich gestimmt: Denn die Aktie locke mit einer günstigen Bewertung und einer attraktiven Dividendenrendite. Zudem sei dem Kurs nach mehreren schwachen Monaten der Ausbruch aus dem Abwärtstrend gelungen.

Die Anteilscheine des britischen Energieriesen bleiben daher attraktiv (Stoppkurs: 3,50 Euro), so Thorsten Küfner von "Der Aktionär". (Analyse vom 06.02.2025)

Enthält Material von dpa-AFX

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (06.02.2025/ac/a/a)

Archivbeitrag vom 06.02.2025. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

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