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TUI Aktie: 140 Stellen im Service wackeln

Rund 140 Servicejobs sollen entfallen, während TUI Führungsaufgaben neu verteilt und der Vorstandschef die Kreuzfahrtnachfrage als hoch einschätzt.

TUI Aktie: 140 Stellen im Service wackeln
Bild: boerse-global.de

TUI plant Medienberichten vom Montag zufolge den Abbau von rund 140 Stellen im Kundenservice. Der Schwerpunkt soll in Großbritannien liegen. In Hannover wären acht bis zehn Beschäftigte betroffen. Für Anleger rückt damit die operative Organisation des Konzerns in den Fokus: Neben den geplanten Einschnitten im Service verändert TUI auch die Zuständigkeiten im Management.

Reisebüroservice soll ausgenommen bleiben

Der geplante Stellenabbau betrifft dem Bericht zufolge nicht den Service für Reisebüros. Diese Abgrenzung ist wichtig: Die Meldung beschreibt keinen pauschalen Rückzug aus der Betreuung der Vertriebspartner. Vielmehr soll dieser Bereich von den personellen Einschnitten ausgenommen bleiben.

Ebenso entscheidend ist der Verfahrensstand. Berichtet wird über einen geplanten Abbau, nicht über bereits vollzogene Entlassungen. Für eine Bewertung der Maßnahme zählt deshalb deren Umsetzung. Aus der Zahl der betroffenen Stellen allein lässt sich noch kein konkreter Ergebnisbeitrag ableiten.

Der personelle Schwerpunkt der Pläne liegt damit außerhalb Deutschlands. Der Standort Hannover wäre allerdings ebenfalls betroffen. Die Ausnahme für den Reisebüroservice begrenzt zugleich den Umfang der angekündigten Veränderung.

Neue Zuständigkeiten in Deutschland und Hotelsparte

Parallel dazu hat TUI Führungsaufgaben neu verteilt. Medienberichten vom Sonntag zufolge übernahm Christian Bärwind die Leitung der DACH-Region und den Vorsitz der Geschäftsführung von TUI Deutschland. Benjamin Jacobi wechselte in die Hotelsparte und übernahm dort die Bereiche Commercial, Marketing und Sales.

Anders als beim geplanten Stellenabbau handelt es sich hier um bereits übernommene Aufgaben. Beide Meldungen betreffen die Organisation des Konzerns. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den Personalplänen im Kundenservice und dem Wechsel der Führungskräfte ist damit jedoch nicht belegt.

Kreuzfahrtnachfrage als operatives Gegengewicht

Für die Anlegerbewertung bleibt neben den organisatorischen Veränderungen das laufende Geschäft wichtig. Vorstandschef Sebastian Ebel erklärte am Samstag, er erwarte keine langfristigen Folgen des Unfalls der „Mein Schiff 3“ für das Kreuzfahrtgeschäft. Die Nachfrage sei unverändert hoch.

Die Kollision mit zwei Containerschiffen in Bremerhaven am 25. Oktober hatte dennoch konkrete Folgen: Reparaturen waren erforderlich. Die geplante mehrwöchige Kanarenreise wurde abgesagt und den Gästen der Reisepreis erstattet.

Damit stehen bei TUI unterschiedliche operative Entwicklungen nebeneinander. Die geplanten Serviceeinschnitte und die Neuverteilung von Führungsaufgaben betreffen die Organisation. Ebels Nachfrageeinschätzung betrifft dagegen das Kreuzfahrtgeschäft. Sie ist eine Einordnung des Vorstandschefs – keine Garantie dafür, dass der Unfall wirtschaftlich folgenlos bleibt.

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