Cosmin Filker und Marcel Goldmann, Aktienanalysten der GBC AG, raten in ihrer aktuellen Aktienanalyse unverändert dazu, die Aktie der SYZYGY Gruppe (ISIN: DE0005104806, WKN: 510480, Ticker: SYZ) zu kaufen.
SYZYGY Aktie: Operative Ergebnisverbesserung erreicht - Weitere Rentabilitätsverbesserungen in Sicht
SYZYGY steigert trotz Umsatzrückgang den Gewinn, doch GBC senkt das Kursziel auf 2,30 Euro und bleibt bei "KAUFEN".
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SYZDie SYZYGY AG habe im dritten Quartal 2026 mit Umsatzerlösen in Höhe von 12,52 Mio. EUR erwartungsgemäß eine im Vergleich zu den Vorquartalen (Q1: 12,90 Mio. EUR; Q2: 12,33 Mio. EUR) konstante Umsatzentwicklung verzeichnet. Auf Sicht der ersten neun Monate würden die Umsätze mit 37,75 Mio. EUR (VJ: 43,78 Mio. EUR) damit deutlich hinter dem Vorjahreswert zurückliegen. Maßgeblich dafür seien Etatverluste gewesen, die die Gesellschaft in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 habe hinnehmen müssen und die noch in den Umsätzen des vergangenen Geschäftsjahres enthalten gewesen seien. Darüber hinaus sei das Marktumfeld der SYZYGY AG nach wie vor von einer schwachen Ausschreibungsaktivität und einer restriktiven Budgetvergabe der Kunden geprägt. Gewonnene Neuaufträge, wie etwa seitens des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), hätten den Budgetwegfall dabei nicht kompensieren können.
Der Wegfall der Etats sowie die Schwäche im Bestands- und Neukundengeschäft würden sich insbesondere bei den deutschen Gesellschaften bemerkbar machen. Mit einem Umsatzrückgang auf 29,10 Mio. EUR (VJ: 35,36 Mio. EUR) seien sie nahezu allein für die konzernweite Umsatzschwäche verantwortlich. Demgegenüber stehe die seitwärts gerichtete Entwicklung im Segment UK & US, von der das Fintech-Segment profitieren dürfte. Hier habe sich der positive Umsatztrend auch im dritten Quartal fortgesetzt, wobei insbesondere das Fintech-Geschäft zur Stabilisierung beitrage. Auch das Segment Polen habe auf Quartalsebene den Wachstumskurs fortgesetzt und liege mit Umsätzen in Höhe von 4,65 Mio. EUR (VJ: 4,82 Mio. EUR) derzeit knapp unter dem Vorjahreswert. Polen dürfte von einem etwas stärkeren Agenturgeschäft profitieren, welches zudem von einer wieder steigenden Nachfrage nach CGI-Leistungen begleitet werde.
In den vergangenen Berichtsperioden habe das Management der SYZYGY AG erfolgreich Maßnahmen zur Kostenreduktion umgesetzt. Der starke Rückgang des Personalbestands auf 432 (30.09.25: 519) im Vergleich zur Vorjahresperiode habe zu einer spürbaren Reduktion der operativen Kosten geführt. Trotz der rückläufigen Umsatzentwicklung sei die Gesellschaft dadurch in der Lage gewesen, das EBIT auf 0,89 Mio. EUR (VJ: 0,01 Mio. EUR) zu steigern. Die Kostenspareffekte hätten insbesondere im abgelaufenen dritten Quartal 2026 zu einem starken Anstieg des EBIT auf 0,47 Mio. EUR geführt, nachdem in den beiden vorangegangenen Quartalen ebenfalls positive EBIT-Beiträge erzielt worden seien (Q1 26: 0,25 Mio. EUR; Q2 26: 0,17 Mio. EUR). Unterjährig liege hier damit eine klar positive Ergebnistendenz vor.
Besonders auffällig sei die positive Entwicklung des operativen Ergebnisses der deutschen Gesellschaften. Trotz des deutlichen Umsatzrückgangs hätten sie einen Anstieg des EBIT auf 2,19 Mio. EUR (VJ: 1,83 Mio. EUR) verzeichnen können. Die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen hätten insbesondere das deutsche Beratungs- und Performance-Marketing-Geschäft betroffen. Auch die Gesellschaften des Segments "UK & US" hätten einen positiven Ergebnisbeitrag in Höhe von 0,29 Mio. EUR (VJ: -0,04 Mio. EUR) geleistet. Zudem habe sich im Segment "Polen" der positive Ergebnistrend fortgesetzt, sodass hier ebenso ein EBIT-Anstieg auf 0,33 Mio. EUR (VJ: 0,03 Mio. EUR) erreicht worden sei. Erwähnenswert sei hier die im dritten Quartal erreichte zweistellige EBIT-Marge der Segmente "UK & US" (10,0%) und "Polen" (11,5%).
Nach Abzug des Finanzergebnisses in Höhe von -0,22 Mio. EUR (VJ: -0,31 Mio. EUR), in dem größtenteils IFRS-16-Aufwendungen enthalten seien, weise die SYZYGY AG ein Periodenergebnis in Höhe von 0,48 Mio. EUR (VJ: -0,22 Mio. EUR) aus. Auch auf Ebene des Nachsteuerergebnisses zeige sich eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, was insbesondere auf die bereits umgesetzten Kosteneinsparungen zurückzuführen sei.
Mit der Veröffentlichung der 9-Monatszahlen habe das Management der SYZYGY AG die bereits im Geschäftsbericht 2025 veröffentlichte Prognose bestätigt. Demnach werde weiterhin mit Umsatzerlösen in Höhe von rund 50 Mio. EUR und einer EBIT-Marge von 3 bis 4% gerechnet. Dies würde unverändert einem voraussichtlichen EBIT in Höhe von 1,5 bis 2,0 Mio. EUR entsprechen. Im vierten Quartal 2026 müsste die Gesellschaft Umsatzerlöse in Höhe von rund 12,2 Mio. EUR erreichen, was angesichts der stabilisierten Umsatzentwicklung sehr realistisch sei. Bislang habe sich der Quartalsumsatz des laufenden Geschäftsjahres in einem engen Korridor zwischen 12,3 und 12,9 Mio. EUR bewegt. Auch die bisherige EBIT-Entwicklung spreche für eine realistische Guidance. Zwar müsse im vierten Quartal noch ein EBIT von mindestens 0,60 Mio. EUR erwirtschaftet werden, was nach einem EBIT von 0,47 Mio. EUR im dritten Quartal ebenfalls als erreichbar erscheine.
Nachdem die Schätzungen für das Geschäftsjahr 2026 weitestgehend erreicht werden dürften, würden die Analysten ihren Fokus auf die Prognosen für die darauffolgenden Geschäftsjahre 2027 und 2028 richten. Bislang hätten die Analysten für 2027 ein Umsatzwachstum in Höhe von 6,0% und eine EBIT-Marge in Höhe von 5,0% unterstellt. Angesichts der bisherigen Geschäftsentwicklung der SYZYGY AG, die unterjährig von fehlenden Wachstumsimpulsen geprägt gewesen sei, erscheine die Annahme der Analysten eines organischen Wachstums für 2027 zu hoch. Um das bislang erwartete Umsatzwachstum zu erreichen, müsste die SYZYGY AG einen spürbaren Anstieg beim Neugeschäft verzeichnen. Insbesondere in Deutschland, dem mit Abstand wichtigsten Markt der Gesellschaft, seien derzeit jedoch keine wesentlichen positiven Impulse aus den relevanten Kundenbranchen erkennbar. Die anhaltend zurückhaltende Investitionsbereitschaft und die geringe Ausschreibungsaktivität würden eine kurzfristige Kompensation der in den vergangenen Jahren weggefallenen Kundenetats erschweren.
Vor diesem Hintergrund würden die Analysten für das Geschäftsjahr 2027 ein moderates Umsatzwachstum von 2,0% auf 51,02 Mio. EUR (bisher: 53,02 Mio. EUR) unterstellen. Analog dazu würden die Analysten ihre Umsatzschätzung für das Geschäftsjahr 2028 auf 52,55 Mio. EUR (bisher: 55,68 Mio. EUR) reduzieren.
Angesichts fehlender Umsatzimpulse werde die SYZYGY AG auch in den kommenden Geschäftsjahren den Fokus verstärkt auf die Verbesserung der operativen Rentabilität legen. Die bereits umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen hätten die Kostenbasis deutlich reduziert. Zusätzliches Einsparpotenzial bestehe insbesondere bei den Personal- und Standortkosten. Vor allem die schrittweise Reduzierung überschüssiger Büroflächen dürfte in den kommenden Jahren zu weiteren Ergebnisverbesserungen führen. Trotz der nur moderat erwarteten Umsatzentwicklung würden die Analysten daher mit einer sukzessiven Steigerung der EBIT-Marge auf 4,1% (2027) bzw. 5,0% (2028) rechnen. Aufgrund der niedrigeren Umsatzschätzungen hätten die Analysten ihre EBIT-Prognose jedoch ebenfalls nach unten angepasst. So würden sie für 2027 nun mit einem EBIT in Höhe von 2,07 Mio. EUR (bisher: 2,64 Mio. EUR) und für 2028 mit einem EBIT in Höhe von 2,63 Mio. EUR (bisher: 4,03 Mio. EUR) rechnen.
Die SYZYGY AG sei von den Analysten mittels eines dreistufigen DCF-Modells bewertet worden. Angefangen mit den konkreten Schätzungen für die Jahre 2026 bis 2028 in Phase 1, erfolge von 2029 bis 2033 in der zweiten Phase die Prognose über den Ansatz von Werttreibern. Dabei würden die Analysten Steigerungen beim Umsatz von 5,0% erwarten. Als Ziel-EBITDA-Marge hätten die Analysten 13,5% (bisher: 14,1%) angenommen. Die Steuerquote hätten sie mit 30,0% in Phase 2 berücksichtigt. In der dritten Phase werde zudem nach Ende des Prognosehorizonts ein Restwert mittels der ewigen Rente bestimmt. Im Endwert würden die Analysten eine Wachstumsrate von 2,0% unterstellen.
Die gewogenen Kapitalkosten (WACC) der SYZYGY AG würden aus den Eigenkapitalkosten und den Fremdkapitalkosten kalkuliert werden. Für die Ermittlung der Eigenkapitalkosten seien die faire Marktprämie, das gesellschaftsspezifische Beta sowie der risikolose Zinssatz zu ermitteln.
Der risikolose Zinssatz werde gemäß den Empfehlungen des Fachausschusses für Unternehmensbewertungen und Betriebswirtschaft (FAUB) des IDW aus aktuellen Zinsstrukturkurven für risikolose Anleihen abgeleitet. Grundlage dafür würden die von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Zerobond-Zinssätze nach der Svensson-Methode bilden. Zur Glättung kurzfristiger Marktschwankungen würden die Durchschnittsrenditen der vorangegangenen drei Monate verwendet und das Ergebnis auf 25 Basispunkte gerundet werden. Der aktuell verwendete Wert des risikolosen Zinssatzes betrage 3,50% (bisher: 3,50%).
Als angemessene Erwartung einer Marktprämie würden die Analysten die historische Marktprämie von 5,50% ansetzen. Diese werde von historischen Analysen der Aktienmarktrenditen gestützt. Die Marktprämie gebe wieder, um wie viel Prozent der Aktienmarkt erwartungsgemäß besser rentiere als die risikoarmen Staatsanleihen.
Gemäß der GBC-Schätzmethode bestimme sich aktuell ein Beta von 1,17 (bisher: 1,17). Unter Verwendung der getroffenen Prämissen würden sich Eigenkapitalkosten von 9,92% (bisher: 9,92%) kalkulieren (Beta multipliziert mit Risikoprämie plus risikoloser Zinssatz). Da die Analysten eine nachhaltige Gewichtung der Eigenkapitalkosten von 90% (bisher: 90%) unterstellen würden, würden sich gewogene Kapitalkosten (WACC) von 9,27% (bisher: 9,27%) ergeben.
Im Rahmen des DCF-Bewertungsmodells hätten die Analysten ein neues Kursziel in Höhe von 2,30 EUR (bisher: 2,70 EUR) ermittelt. Die Reduzierung des Kursziels sei auf ihre geringeren Prognosen für die Geschäftsjahre 2027 und 2028 sowie die darauf aufbauende Stetigkeitsphase des Modells zurückzuführen.
Cosmin Filker und Marcel Goldmann, Analysten der GBC AG, vergeben für die SYZYGY-Aktie weiterhin das Rating "KAUFEN". (Analyse vom 04.11.2026)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.
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