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ServiceNow Aktie: Über 17% Kursverlust - OpenAI und NVIDIA können Absturz nicht verhindern

Schwächere Wachstumsprognosen verschrecken ServiceNow-Anleger, obwohl der Softwarekonzern seine KI-Ziele deutlich anhebt und neue Partnerschaften mit Technologieriesen verkündet - Bietet der Kurscrash eine Kaufchance oder drohen weitere Verluste?

ServiceNow Aktie: Über 17% Kursverlust - OpenAI und NVIDIA können Absturz nicht verhindern
Bild: Unsplash

Jens Klatt, Marktanalyst bei XTB, nimmt die Aktie von ServiceNow Inc. (ISIN: US81762P1021, WKN: A1JX4P, Ticker-Symbol: 4S0, NYSE-Symbol: NOW) in einer aktuellen Marktanalyse unter die Lupe.

Die ServiceNow Aktie habe am Donnerstag im vorbörslichen US-Handel einen regelrechten Einbruch von über 17% erlebt. Auslöser für diesen drastischen Abverkauf sei ein enttäuschender Ausblick auf das vierte Quartal gewesen, der die hohen Erwartungen der Wall Street deutlich verfehlt habe.

Für Anleger, die auf der Suche nach starken Technologie-Werten seien und überlegen würden, in Marktschwächen Aktien kaufen zu wollen, stelle sich nun die Frage: Sei dieser Kurssturz gerechtfertigt oder eine übertriebene Reaktion? Im Folgenden schlüssele Jens Klatt von XTB die drei wichtigsten Erkenntnisse des Quartalsberichts auf.

Die 3 Key Takeaways zur ServiceNow Aktie

1. Gemischte Q3-Ergebnisse und ein schwacher Q4-Ausblick

  • Gewinn verfehlt, Umsatz übertroffen: Im dritten Quartal habe das Unternehmenssoftware-Unternehmen einen Gewinn je Aktie von 1,00 US-Dollar gemeldet und damit knapp die Analystenschätzung von 1,02 US-Dollar verfehlt. Der Umsatz habe mit 4,11 Milliarden US-Dollar leicht über der Konsensschätzung von 4,09 Milliarden US-Dollar gelegen.

  • Prognose enttäusche: Der eigentliche Schock für die Börse sei der Ausblick gewesen: ServiceNow habe für das vierte Quartal 2026 einen Umsatz zwischen 4,25 Milliarden und 4,26 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Analysten hätten hier deutlich mehr erwartet (4,36 Milliarden US-Dollar).

2. Der Hauptgrund für den Crash: Die Leistungsverpflichtungen

  • Solides Ist-Wachstum: Die aktuellen Zahlen würden eigentlich Stärke zeigen: Der Abonnementumsatz sei im dritten Quartal um 21% auf 3,99 Milliarden US-Dollar gestiegen (20,5% währungsbereinigt). Die derzeitigen verbleibenden Leistungsverpflichtungen (cRPO) seien um 20,5% auf 13,65 Milliarden US-Dollar gestiegen.

  • Analysten-Kritik: Laut den Analysten von William Blair sei der massive Kursrückgang der Aktie vor allem auf die schwache Prognose für das vierte Quartal zurückzuführen. Hier erwarte das Unternehmen beim Wachstum der derzeit verbleibenden Leistungsverpflichtungen (cRPO) nur noch 18,5%, was unter den Erwartungen des Marktes gelegen habe.

3. KI-Fantasie und strategische Partnerschaften intakt

  • KI-Ziele angehoben: Trotz der Wachstumssorgen im Kerngeschäft habe ServiceNow sein Ziel für den jährlichen Vertragswert im KI-Bereich für 2026 auf 1,7 Milliarden US-Dollar angehoben (ein Anstieg von 70% gegenüber dem Jahresbeginn).

  • Wendepunkt: CEO Bill McDermott habe das Quartal als Wendepunkt für ServiceNow als "Super Intelligence Control Tower" bezeichnet.

  • Hochkarätige Allianzen: Das Unternehmen habe am späten Mittwoch zudem drei massive Partnerschaften bekannt gegeben: Eine erweiterte KI-Integration mit OpenAI (inklusive ChatGPT-Plugin), einen Fünfjahresvertrag mit Hewlett Packard Enterprise für Cloud- und KI-Support sowie die Gründung der "Control Tower Alliance" mit Tech-Giganten wie Anthropic, Amazon Web Services, Cisco, NVIDIA, Okta und OpenAI.

Expertenfazit von Jens Klatt: Die Wall Street verzeihe keine Schwäche

Ein enttäuschender Ausblick auf das vierte Quartal schickt die ServiceNow Aktie im vorbörslichen US-Handel um über 17 Prozent auf Talfahrt. Die massiven Kursverluste verdeutlichen, dass die Wall Street bei hoch bewerteten Technologie-Werten aktuell keine Wachstumsdellen toleriert.

Die Reaktion auf die Quartalszahlen der ServiceNow Aktie sei ein klassisches Beispiel dafür, wie hart der Markt aktuell bei hoch bewerteten Technologie- und KI-Werten durchgreife. Ein Einbruch von 17% vorbörslich sei schmerzhaft, verdeutliche aber, dass Investoren bei den künftigen Leistungsverpflichtungen (cRPO) keinerlei Wachstumsdellen tolerieren würden.

Wer angesichts dieses heftigen Rücksetzers plane, antizyklisch Aktien kaufen zu gehen, sollte zwei Dinge abwägen: Auf der einen Seite stehe die enttäuschende Q4-Umsatzprognose von 4,25 bis 4,26 Milliarden US-Dollar. Auf der anderen Seite zeige die massiv angehobene KI-Prognose (1,7 Milliarden US-Dollar Vertragswert) gepaart mit den strategischen Partnerschaften rund um OpenAI, NVIDIA und AWS, dass die fundamentale Story intakt sei.

"Mein Rat: Greifen Sie nicht sofort in das fallende Messer. Warten Sie ab, bis sich die Aktie charttechnisch einen Boden gebildet hat, bevor Sie erste spekulative Positionen aufbauen", so Jens Klatt, Marktanalyst bei XTB, in einer aktuellen Marktanalyse zu ServiceNow. Das langfristige KI-Potenzial des "Super Intelligence Control Towers" bleibe enorm. (Analyse vom 05.11.2026)


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