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Qualcomm Aktie: Handygeschäft bremst Rechenzentrum-Hoffnung

Schwächere Handyerlöse und ein enttäuschender Gewinnausblick belasten Qualcomm, während Rechenzentren und Autochips noch keine kurzfristigen Gewinne bringen.

Qualcomm Aktie: Handygeschäft bremst Rechenzentrum-Hoffnung
Bild: boerse-global.de

Starke Zukunftsfelder, schwaches Kerngeschäft: Qualcomm überzeugt mit seinem Vorstoß in Rechenzentren und Autochips, doch das Smartphone-Geschäft zieht die Aktie vorbörslich spürbar nach unten. Zuletzt lag das Papier rund 9 Prozent im Minus. Würde der Verlust halten, verlöre der Konzern etwa 17,5 Milliarden Dollar Börsenwert.

Handysparte verfehlt Erwartungen

Der Umsatz der Handysparte, des größten Geschäftsbereichs, brach im Quartal um 26 Prozent auf 5,14 Milliarden Dollar ein. Das drückte die Erlöse des gesamten Chipgeschäfts um 8 Prozent auf 9,02 Milliarden Dollar. Die Smartphone-Chipumsätze lagen damit unter den Markterwartungen.

Bereinigt übertraf Qualcomm die Gewinnerwartungen zwar, der Ausblick auf den Gewinn enttäuschte jedoch. Ausschlaggebend ist ein Mix aus Belastungen: Der auslaufende Umsatz mit Apple fällt weg, hinzu kommen höhere Einkaufskosten. Der Boom bei KI-Infrastruktur bindet Speicherkapazitäten in der gesamten Branche und verteuert Speicherchips. Gleichzeitig bremst das den Smartphone-Absatz.

Amon sieht sich vorbereitet

Konzernchef Cristiano Amon zeigt sich gelassen. Qualcomm habe die Speicherknappheit früh kommen sehen und sich darauf eingestellt, sagte er. Die Nachfrage nach Android-Geräten habe sich zum Vorquartal verbessert, die Expansion über das Handygeschäft hinaus komme gut voran.

Viele Analysten sehen das vorsichtiger. Die bessere Perspektive in Rechenzentren und Automobilbereich schlage sich noch nicht in höheren kurzfristigen Gewinnen nieder. Morgan Stanley formuliert es deutlich: Es fehle die Überzeugung für einen dreijährigen Hochlauf im hart umkämpften Markt für KI-Chips.

Unklar sei zudem, ob das auf Spezialchips gebaute Fundament trägt, wenn das Geschäft zu Standardlösungen wechselt. Mindestens acht Häuser senkten nach den Zahlen ihre Kursziele.

Bewertung als Puffer

Auffällig bleibt die Bewertung. Mit dem 16,8-Fachen der erwarteten Gewinne ist Qualcomm deutlich günstiger als MediaTek mit dem 25,4-Fachen oder Intel mit dem 33,3-Fachen. Der Abschlag spiegelt die Abhängigkeit vom schwächelnden Handygeschäft wider.

Am Mittwoch hatte die Aktie noch mit einem Plus von gut 5 Prozent bei 173,19 Dollar geschlossen. Vorbörslich rutschte sie auf rund 156 Dollar. Ob Qualcomm diese Marke verteidigt, hängt davon ab, ob Käufer den Bewertungsabschlag zum Einstieg nutzen.

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