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Novo Nordisk Quartalszahlen: Die Wegovy-Pille schlägt alle Erwartungen – Prognose zum dritten Mal erhöht

Novo Nordisk Q3 2026 Zahlen: Zwei Jahre lang kannte die Novo Nordisk Aktie fast nur eine Richtung: abwärts. Gewinnwarnungen, ein Chefwechsel und der Vormarsch von Eli Lilly kosteten den einst wertvollsten Konzern Europas zeitweise fast drei Viertel seines Börsenwerts. Die Novo Nordisk Quartalszahlen zum dritten Quartal 2026 liefern jetzt das, worauf Anleger gewartet haben: Umsatz und Gewinn liegen klar über den Erwartungen der Analysten, die neue Wegovy-Pille übertrifft die Schätzungen um 17 Prozent, und die Jahresprognose steigt zum dritten Mal. Die Aktie legte zeitweise um bis zu rund 6 Prozent zu. Doch hinter den starken Novo Nordisk Zahlen lauern auch Milliarden-Abschreibungen und ein Preiskampf, der 2027 erst richtig beginnt. Jetzt alles zu den Novo Nordisk Quartalszahlen erfahren.

Maj Petersen, Biopharm at Novo Nordisk A/S, Måløv, Denmark
Bild: Novo Nordisk A/S

Novo Nordisk Quartalszahlen: Die Wegovy-Pille schlägt alle Erwartungen – Prognose zum dritten Mal erhöht Redaktion, aktiencheck.de | 04.11.2026 | Novo Nordisk A/S | ISIN: DK0062498333 | WKN: A3EU6F | Kopenhagen: NOVO B | US-Symbol (ADR): NVO (NYSE)

Novo Nordisk Quartalszahlen Q3 2026 auf einen Blick

Umsatz: 79,2 Mrd. DKK (+6 %; währungsbereinigt +4 %)

Bereinigter operativer Gewinn: 31,7 Mrd. DKK (+34 %; währungsbereinigt +27 %)

Operativer Gewinn (ausgewiesen): 23,0 Mrd. DKK, belastet durch Wertberichtigungen von 8,7 Mrd. DKK Verwässerter Gewinn je Aktie (ausgewiesen): 3,79 DKK (−16 %) Bereinigter Gewinn je Aktie: 5,79 DKK (je ADR rund 0,87 USD) Wegovy-Pille: 5,39 Mrd. DKK (+53 % zum Vorquartal), davon USA 4,18 Mrd. DKK Wegovy-Spritze: 20,4 Mrd. DKK (währungsbereinigt −2 %) Ozempic: 29,7 Mrd. DKK (währungsbereinigt −5 %) Adipositas-Geschäft gesamt: währungsbereinigt +22 %

Freier Cashflow im Quartal: mehr als 28 Mrd. DKK

Prognose 2026: bereinigter Umsatz und bereinigter operativer Gewinn jeweils −2 bis +2 % zu konstanten Wechselkursen (zuvor −6 bis 0 %); freier Cashflow 60–70 Mrd. DKK

Novo Nordisk Zahlen gegen die Erwartungen der Analysten

Umsatz: 79,2 Mrd. DKK gegenüber einem Konsens von 73,2 Mrd. DKK. Deutlich übertroffen, um rund 8 Prozent. Bereinigter operativer Gewinn: 31,7 Mrd. DKK gegenüber 28,4 bis 28,6 Mrd. DKK. Deutlich übertroffen, um rund 11 bis 12 Prozent. Wegovy-Pille: 5,39 Mrd. DKK gegenüber 4,62 Mrd. DKK im vom Unternehmen erhobenen Konsens. Übertroffen, um rund 17 Prozent. Wegovy-Spritze und Ozempic: 20,4 bzw. 29,7 Mrd. DKK. Ebenfalls über den Erwartungen, trotz Rückgängen zum Vorjahr. Bereinigter Gewinn je ADR: 0,87 USD gegenüber 0,81 USD. Übertroffen. Prognose 2026: −2 bis +2 Prozent gegenüber einem Konsens von rund −2,35 Prozent. Über den Erwartungen, erstmals mit Chance auf Wachstum. Ausgewiesener Gewinn: durch Wertberichtigungen deutlich gedrückt. Der Schwachpunkt der Novo Nordisk Quartalszahlen.

Quelle: Novo Nordisk, Unternehmensmitteilung und Telefonkonferenz vom 04.11.2026; Konsensschätzungen laut Reuters (vom Unternehmen erhobener Konsens), CNBC und Benzinga. Die Schätzungen weichen teilweise voneinander ab.

Das große Bild: Vom Absturz zur Aufholjagd

Um die Bedeutung dieser Novo Nordisk Quartalszahlen zu verstehen, muss man zurückblicken. Mit der Abnehmspritze Wegovy war Novo Nordisk 2023 zum wertvollsten Unternehmen Europas aufgestiegen. Dann holte Eli Lilly mit Zepbound und Mounjaro auf, in den USA überschwemmten günstige Nachahmerpräparate den Markt, und Novo musste mehrfach die Prognosen senken. Die Aktie fiel vom Hoch im Sommer 2024 bei rund 137 Euro auf zeitweise gut 30 Euro im März 2026. CEO Maziar Mike Doustdar, seit 2025 im Amt, verordnete dem Konzern einen harten Umbau mit Stellenabbau und Kostensenkungen.

Die Hoffnung ruht seitdem auf einer kleinen Tablette. Die Wegovy-Pille, Anfang Januar 2026 in den USA gestartet, ist die erste Abnehmpille auf GLP-1-Basis mit einer Wirksamkeit, die an die Spritze heranreicht. Nach nur drei Quartalen kommen mehr als acht Millionen Verschreibungen zusammen. Bei den Neuverschreibungen oraler Abnehmmittel in den USA hält die Pille laut Unternehmen rund 80 Prozent Anteil. Lillys Konkurrenzpille Foundayo, im April gestartet, erzielte im Quartal nur 184 Millionen US-Dollar und verfehlte die Schätzungen um 44 Millionen. Novo kommt mit gut 810 Millionen US-Dollar auf mehr als das Vierfache.

Die Pille macht zwar erst einen kleinen Teil des Konzernumsatzes aus, sie verändert aber das Bild. Die gesamte Wegovy-Familie wuchs in den USA um 21 Prozent, obwohl die Spritze dort um 13 Prozent schrumpfte. Die Pille holt also Patienten zurück, die Novo zuvor an Lilly verloren hatte, und gewinnt neue hinzu, die keine Spritze wollen. Bis 2027 soll sie in mehr als 20 Ländern erhältlich sein, aktuell sind es acht.

Die Prognose: Erstmals wieder Wachstum in Reichweite

Zu Jahresbeginn hatte Novo Nordisk für 2026 noch einen Rückgang von bereinigtem Umsatz und operativem Gewinn um 5 bis 13 Prozent angekündigt. Nach drei Anhebungen liegt die Spanne jetzt bei minus 2 bis plus 2 Prozent. Erstmals in diesem Jahr ist also ein Wachstum möglich. Der freie Cashflow soll 60 bis 70 Milliarden Kronen erreichen, allein im dritten Quartal waren es mehr als 28 Milliarden. Das sichert die Dividende und gibt Spielraum für Investitionen.

Außerhalb der USA läuft es ohnehin besser. Im internationalen Geschäft ist Novo nach eigenen Angaben mit 54 Prozent Marktanteil weiterhin führend bei GLP-1-Medikamenten. Neben der Pille sollen die höher dosierte Wegovy-Spritze mit 7,2 Milligramm und Ozempic in 2 Milligramm das Wachstum stützen.

Was Analysten an den Novo Nordisk Zahlen kritisch sehen

8,7 Milliarden Kronen Wertberichtigungen. Der ausgewiesene operative Gewinn sank auf 23,0 Milliarden Kronen, der verwässerte Gewinn je Aktie um 16 Prozent auf 3,79 Kronen. Grund sind Abschreibungen von 8,7 Milliarden Kronen: rund 4,6 Milliarden auf den Entwicklungskandidaten Ziltivekimab gegen Herz- und Nierenerkrankungen, rund 4,1 Milliarden im Zusammenhang mit der Neuordnung der Produktion. Dazu kamen rund 3,5 Milliarden Kronen einmalige Kosten, die auch im bereinigten Ergebnis enthalten sind.

Bereinigtes Wachstum durch niedrige Vergleichsbasis geschönt. Das Plus von 27 Prozent beim bereinigten operativen Gewinn wirkt beeindruckend. Im Vorjahresquartal hatten allerdings rund 9 Milliarden Kronen Umbaukosten das Ergebnis gedrückt. Der Vergleich ist daher geschönt.

Das Kerngeschäft schrumpft. Die Wegovy-Spritze verlor währungsbereinigt 2 Prozent, Ozempic 5 Prozent, das gesamte Diabetesgeschäft ebenfalls 5 Prozent. In den USA brach die Wegovy-Spritze um 13 Prozent ein. Die Pille gleicht das derzeit aus, kannibalisiert aber teilweise das eigene Geschäft.

Der Preisschock 2027. Zum 1. Januar 2027 sinken die US-Listenpreise für Wegovy, Ozempic und die Ozempic-Pille auf 675 US-Dollar pro Monat. Das ist nach Einschätzung von Analysten der größte Gegenwind für das kommende Jahr. Eine formale Prognose für 2027 gab das Management noch nicht.

Kein klarer Wegovy-Nachfolger. Citi bestätigte nach den Novo Nordisk Zahlen die neutrale Einstufung. Die Analysten verweisen auf die anhaltende Unsicherheit bei den Preisen für Abnehmmittel und darauf, dass in der Pipeline kein klarer Nachfolger für Wegovy erkennbar sei. Der Hoffnungsträger CagriSema verfehlte im Februar 2026 im direkten Vergleich mit Lillys Wirkstoff Tirzepatid das Hauptziel. Die Entscheidung der US-Zulassungsbehörde FDA wird noch im vierten Quartal erwartet, ein US-Start ist für Anfang 2027 geplant.

Finanzchef geht. Karsten Munk Knudsen verlässt Novo Nordisk Ende 2026 nach 27 Jahren, davon neun als Finanzchef. Nachfolger wird Luigi La Corte, bisher Finanzchef des Schweizer Dermatologiekonzerns Galderma. Nach dem Wechsel an der Konzernspitze 2025 ist es ein weiterer Umbruch im Top-Management.

Bewertung: Ein Pharmariese zum Discountpreis? Vor den Novo Nordisk Quartalszahlen schloss die Aktie in Kopenhagen bei 270,15 Kronen. Seit Jahresbeginn lag sie damit rund 22 Prozent im Minus, nach dem heutigen Kurssprung noch etwa 13 bis 15 Prozent. In Deutschland notierte das Papier am Nachmittag bei Lang & Schwarz bei rund 37,75 Euro, nach knapp 36 Euro am Vortag. Die ADRs in New York stiegen vorbörslich um gut 5 Prozent auf über 42 US-Dollar.

Bei einem erwarteten bereinigten Gewinn je Aktie für 2026 von rund 22 bis 23,50 Kronen liegt das KGV damit bei nur rund 12. Die Dividendenrendite beträgt rund 4 Prozent. Zum Vergleich: Eli Lilly wird an der Börse deutlich höher bewertet. Der Abschlag spiegelt die Sorge wider, dass Novo in den kommenden Jahren eher stagniert. Gelingt es dem Konzern, mit der Pille und CagriSema wieder nachhaltig zu wachsen, wäre die Bewertung zu niedrig. Bleibt der Preisdruck übermächtig, ist sie fair.

Stimmen der Analysten

Die Analysten waren vor den Novo Nordisk Quartalszahlen auffallend zurückhaltend. Selbst die optimistischsten Häuser sprachen keine Kaufempfehlung aus. Die Bank of America sah den fairen Wert mit einem Kursziel von umgerechnet rund 46,83 Euro am höchsten, stufte die Aktie aber nur mit Halten ein. JPMorgan bewertete sie mit Neutral und einem Kursziel von 275 Kronen. BMO senkte das Kursziel vor den Zahlen von 47 auf 40 US-Dollar (Market Perform). Am pessimistischsten waren Bernstein (Verkaufen, umgerechnet rund 26,76 Euro) und die Deutsche Bank (Verkaufen, rund 30,10 Euro). Citi bestätigte nach den Zahlen die neutrale Haltung. Ob die starken Novo Nordisk Zahlen eine Welle von Hochstufungen auslösen, bleibt abzuwarten.

Worauf Anleger nach den Novo Nordisk Quartalszahlen achten sollten

  1. FDA-Entscheidung zu CagriSema: Sie wird noch im vierten Quartal erwartet und entscheidet über die zweite Säule im Abnehmgeschäft.

  2. Ausblick 2027: Mit den Jahreszahlen Anfang Februar 2027 wird sich zeigen, wie stark die Preissenkungen in den USA den Umsatz belasten.

  3. Verschreibungen der Wegovy-Pille: Die wöchentlichen US-Verschreibungsdaten sind der wichtigste Frühindikator. Hält der Vorsprung gegenüber Lillys Foundayo?

  4. Internationale Einführungen: Der Start der Pille in mehr als 20 Ländern bis 2027 muss das Wachstum außerhalb der USA tragen.

  5. Weitere Wertberichtigungen: Der Abbau von Pipeline-Projekten und Produktionskapazitäten könnte das ausgewiesene Ergebnis erneut belasten.

Novo Nordisk auf einen Blick

Novo Nordisk A/S mit Sitz in Bagsværd bei Kopenhagen ist einer der weltweit führenden Hersteller von Medikamenten gegen Diabetes und Adipositas. Bekannteste Produkte sind Ozempic, Wegovy als Spritze und Pille sowie Rybelsus. Mehrheitsaktionär ist die Novo Holdings A/S, die von der Novo Nordisk Foundation kontrolliert wird. CEO ist Maziar Mike Doustdar. Die B-Aktie wird in Kopenhagen unter NOVO B gehandelt (ISIN DK0062498333, WKN A3EU6F). In den USA ist Novo Nordisk über ADRs an der New York Stock Exchange unter dem Symbol NVO notiert.

FAQ zu den Novo Nordisk Quartalszahlen

Wie fielen die Novo Nordisk Quartalszahlen für Q3 2026 aus? Der Umsatz stieg auf 79,2 Milliarden dänische Kronen, erwartet waren 73,2 Milliarden. Der bereinigte operative Gewinn stieg währungsbereinigt um 27 Prozent auf 31,7 Milliarden Kronen. Die Wegovy-Pille erzielte 5,39 Milliarden Kronen.

Welche Prognose gab Novo Nordisk mit den Zahlen? Bereinigter Umsatz und bereinigter operativer Gewinn sollen 2026 jeweils zwischen minus 2 und plus 2 Prozent zu konstanten Wechselkursen liegen, nach zuvor minus 6 bis 0 Prozent.

Was ist die ISIN und das US-Symbol der Novo Nordisk Aktie? ISIN DK0062498333, WKN A3EU6F, Kopenhagen NOVO B, US-ADR an der NYSE: NVO.

Was sehen Analysten an den Novo Nordisk Zahlen kritisch? Die Wertberichtigungen von 8,7 Milliarden Kronen, das schrumpfende Geschäft mit Wegovy-Spritze und Ozempic, die US-Preissenkungen ab 2027, die Konkurrenz durch Eli Lilly und das Fehlen eines klaren Wegovy-Nachfolgers.

Fazit

Die Novo Nordisk Quartalszahlen markieren einen Wendepunkt in der Stimmung. Die Wegovy-Pille ist ein echter Erfolg und schlägt die Konkurrenz von Eli Lilly bislang klar. Umsatz und Gewinn liegen deutlich über den Erwartungen, und die dritte Prognoseanhebung lässt erstmals Wachstum zu. Doch die Novo Nordisk Zahlen zeigen auch die Baustellen: ein schrumpfendes Spritzengeschäft, Milliarden-Abschreibungen und ein Preisschock, der ab Januar 2027 auf den US-Umsatz drückt. Die niedrige Bewertung preist viel Skepsis ein und ließe Spielraum, falls Novo den Übergang schafft. Der Beweis dafür steht mit dem Ausblick auf 2027 und der Entscheidung zu CagriSema noch aus.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung, Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Aktien sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Die genannten Daten beruhen auf Angaben des Unternehmens sowie auf Marktdaten und Analystenschätzungen, die sich kurzfristig ändern können. Kurse: Kopenhagen-Schlusskurs vom 03.11.2026, Lang & Schwarz und vorbörslicher US-Handel vom 04.11.2026; Stand Redaktionsschluss.

Redaktion, aktiencheck.de

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