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Nach den Midterms – Wer kauft Bitcoin nach der Wahl?

Bitcoin steigt über 80.000 US-Dollar, doch für eine nachhaltige Erholung fehlen laut Adrian Fritz stabile ETF-Zuflüsse.

Nach den Midterms – Wer kauft Bitcoin nach der Wahl?
Bild: 21shares

Bitcoin ist nach den US-Zwischenwahlen wieder auf über 80.000 US-Dollar gestiegen, doch die eigentliche Bewährungsprobe steht noch bevor, so Adrian Fritz, Vice President und Chief Investment Strategist des Krypto-ETP-Emittenten 21shares.

Während die neuen Mehrheitsverhältnisse im Kongress die weitere Kryptoregulierung verlangsamen könnten, zeige sich die institutionelle Nachfrage weiterhin zurückhaltend. Die Frage sei deshalb nicht nur, wie die Märkte auf den Wahlausgang reagieren würden, sondern vor allem, wer die nächste Bitcoin-Rallye finanzieren solle. Fritz' aktueller November Outlook analysiere dazu die ETF-Kapitalströme und die entscheidenden Faktoren für eine nachhaltige Kurserholung.

Die Demokraten hätten bei den Midterms am 3. November die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewonnen. In der Wahlnacht sei Bitcoin zunächst auf rund 75.600 US-Dollar gefallen, am Mittwoch sei der Kurs wieder über 80.000 US-Dollar gestiegen. Getragen worden sei die Erholung weniger vom Ergebnis selbst, das die Prognosemärkte weitgehend erwartet hätten, als vom Ende der Unsicherheit und der Auflösung von Short-Positionen. In Sachen Pro-Krypto-Regulierung könnte die Sache jedoch komplexer werden: Der CLARITY Act, ein 2025 erstmals vom Kongress verabschiedetes, umfassendes Marktstrukturgesetz für digitale Vermögenswerte, brauche nun parteiübergreifende Kompromisse und müsse im neuen Kongress ab Januar wohl neu anlaufen. Die ebenfalls laufenden Krypto-Regulierungsvorhaben der Aufsichtsbehörden SEC, CFTC und OCC würden davon allerdings nicht abhängen und könnten ungestört weitergehen. Und die wichtigste Bitcoin-Käufergruppe der vergangenen Jahre halte sich aktuell zurück. Nach Zuflüssen von 2,6 Milliarden US-Dollar im September hätten die US-Spot-Bitcoin-ETFs im Oktober Nettoabflüsse von rund 290 Millionen US-Dollar verzeichnet.

Auch rund um die Wahl hätten die Abflüsse überwogen: In den fünf Handelstagen bis zum 4. November hätten sich die Nettoabflüsse laut Daten von Trader T auf rund 1,07 Milliarden US-Dollar summiert, so viel wie seit Anfang Juli nicht mehr. Am 4. November, dem Tag nach der Wahl, seien zwar erstmals seit drei Handelstagen wieder netto rund 75 Millionen US-Dollar zugeflossen, der größte Fonds, BlackRocks IBIT, habe jedoch zugleich rund 200 Millionen US-Dollar verloren. Hinzu komme: Der durchschnittliche Einstiegspreis der ETF-Anleger liege bei rund 82.000 US-Dollar, also knapp über dem aktuellen Kurs. Ob diese Anleger beim Erreichen ihrer Gewinnschwelle verkaufen oder nachkaufen würden, sei aus Fritz' Sicht der wichtigste Indikator für die kommenden Wochen.

Auch die Bitcoin-Treasury-Unternehmen, die zuletzt große Mengen gekauft hätten, stünden unter Druck. Ihr durchschnittlicher Einstiegspreis liege bei rund 80.000 US-Dollar. Am 11. November entscheide zudem der Indexanbieter MSCI, ob Unternehmen wie Strategy aus seinen Indizes entfernt würden, das könnte deren weitere Käufe bremsen. Am Derivatemarkt sei zuletzt wieder mehr Hebel aufgebaut worden, gleichzeitig sei die Nachfrage nach Absicherung gegen Kursverluste gestiegen. Kursgewinne, die vor allem aus aufgelösten Short-Positionen entstehen würden, würden jedoch keine nachhaltige Nachfrage ersetzen.

Die Wahl habe eine Unsicherheit beseitigt, aber keine neuen Käufer gebracht. Für eine nachhaltige Erholung brauche es aus Fritz' Sicht vor allem eines: die Rückkehr stabiler ETF-Zuflüsse. Gelinge das und überwinde Bitcoin die Marke von 82.000 US-Dollar, verbessere sich das Bild deutlich. Entscheidend seien dabei auch die US-Arbeitsmarktdaten am 6. und die Inflationsdaten am 10. November, die die Erwartungen an eine Zinserhöhung im Dezember prägen dürften. Falle Bitcoin dagegen unter die Zone zwischen 76.000 und 78.000 US-Dollar zurück, wäre ein Test des 200-Tage-Durchschnitts bei rund 73.000 US-Dollar wahrscheinlich.

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