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Bitcoin: JPMorgan wagt die Zehn-Jahres-Prognose

JPMorgan kalkuliert für Bitcoin im Basisszenario zehn Prozent Jahresrendite, nimmt den Vermögenswert wegen hoher Volatilität jedoch nicht ins Modellportfolio auf.

Bitcoin: JPMorgan wagt die Zehn-Jahres-Prognose
Bild: boerse-global.de

Erstmals in der Geschichte ihrer Langfristannahmen nennt JPMorgan Asset Management eine Renditespanne für Bitcoin. Schon im Basisszenario liegt die Kryptowährung vor Aktien und Gold. In ein Modellportfolio nimmt die Bank sie trotzdem nicht auf.

Drei Szenarien bis 2036

Im Basisfall erwarten die Strategen zehn Prozent Rendite pro Jahr über die kommenden zehn bis 15 Jahre. Für US-Standardwerte rechnen sie mit 7,5 Prozent, für Gold mit 5,5 Prozent. Der optimistische Fall unterstellt 16,6 Prozent jährlich, der pessimistische ein Minus von 11,2 Prozent.

Ausgangspunkt ist ein Kurs von 83.000 Dollar zum 30. September. Hochgerechnet ergibt das für 2036 eine Spanne von rund 25.000 bis rund 386.000 Dollar, im Basisfall etwa 215.000 Dollar. Aktuell notiert Bitcoin bei rund 79.900 Dollar.

Drei Modelle, ein Bewertungsproblem

Da Bitcoin keine Cashflows abwirft, kombiniert JPMorgan drei gewichtete Ansätze. Am stärksten zählt mit 65 Prozent ein Vergleich des Angebotswachstums mit der globalen Geldmenge. Ein Goldumschichtungsmodell kommt auf 30 Prozent Gewicht. Das Netzwerkmodell wiegt nur fünf Prozent und drückt im Basisfall mit minus 3,2 Prozent.

Den höchsten Einzelwert liefert das Szenario, in dem eine Zentralbank Bitcoin in ihre Reserven aufnimmt: 17,3 Prozent jährlich.

Warum Bitcoin draußen bleibt

Die Risikokennzahlen bremsen die Euphorie. JPMorgan unterstellt eine Volatilität von 55 Prozent, mehr als das Dreifache von US-Standardwerten. Die Korrelation zu Gold beträgt lediglich 0,10. Bitcoin gilt den Analysten daher als Risikoanlage mit hohem Beta, die meist der Geldmenge folgt und nur zeitweise als digitales Gold taugt.

Deshalb steht die Kryptowährung nur in einer separaten Tabelle. Sinke die Volatilität und stabilisierten sich die Korrelationen, könne der Portfolionutzen steigen, schreibt das Haus.

Die Praxis hinkt dem Signal hinterher. Laut dem Family-Office-Report der JPMorgan Private Bank hielten 89 Prozent der befragten Family Offices keine Kryptowerte. Die durchschnittliche Allokation lag bei 0,4 Prozent.

Technik: Aufräumen statt Umbau

Auch im Protokoll rückt Pragmatismus in den Vordergrund. Der nächste Soft Fork soll voraussichtlich der „Great Consensus Cleanup“ (BIP-54) werden. Er beseitigt Schwachstellen, etwa in der Anpassung der Schwierigkeit und bei Denial-of-Service-Vektoren unter Minern.

Entwickler Matt Corallo sieht eine Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent, dass dieses Update als Nächstes kommt. Ein formaler Zeitplan fehlt. Bei einer Umfrage unter Entwicklern lag die früheste Schätzung bei September 2027, die meisten nannten 2028 oder später.

Ob Bitcoin aus der Sondertabelle in die zentralen Risikomodelle aufrückt, zeigt sich frühestens in der nächsten Ausgabe der JPMorgan-Studie.

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