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Apple Aktie: KI-Budgets werden gekappt

Höhere Entwicklungs- und Betriebskosten sowie teurere Speicherchips belasten Apples Margenaussichten und setzen die Aktie unter Druck.

Apple Aktie: KI-Budgets werden gekappt
Bild: boerse-global.de

Apple dreht an der Kostenschraube, und zwar dort, wo der Konzern selbst sein Wachstum vermutet: bei der Nutzung künstlicher Intelligenz im eigenen Haus. Mitarbeiter bekommen weniger Spielraum für KI-Modelle, obwohl die Technologie überall im Unternehmen stärker zum Einsatz kommen soll.

Tageslimits für Tokens sinken

Im Oktober senkte Apple die tägliche KI-Ausgabengrenze für manche Entwickler von 300 auf 200 Dollar. Für einige Engineering-Teams sind weitere Kürzungen auf 100 Dollar im Gespräch. In Bereichen außerhalb der Technik gilt bereits ein Limit von 100 Dollar, das teils auf 25 Dollar fallen könnte.

Die Budgets decken sogenannte Tokens ab, also die Dateneinheiten, die KI-Modelle bei Anfragen verarbeiten. Anbieter rechnen danach ab. Aufwendige Aufgaben wie das Schreiben und Debuggen von Code verbrauchen davon besonders viel. Wer mehr braucht, kann bei Führungskräften eine Ausnahme beantragen. Manche Teams sollen zudem auf günstigere oder lokal auf Geräten laufende Modelle umsteigen.

Intern fallen die Reaktionen gemischt aus. Einige Beschäftigte halten die alten Limits für großzügig, kaum jemand habe die 300 Dollar ausgeschöpft. Andere werten die Kürzungen als Teil eines breiteren Sparkurses und fürchten Stellenabbau. Einzelne Abteilungen haben externe Berater hinzugezogen. CEO John Ternus will den Konzern mit weniger Managementebenen schlanker und schneller aufstellen. Wie hoch die tatsächliche Ersparnis ausfällt, ist offen.

Kosten steigen an mehreren Fronten

Der Hintergrund ist handfest. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben legten im Geschäftsjahr 2026 um 32 Prozent zu, getrieben von Infrastruktur und KI. Die gesamten Betriebskosten stiegen um 22 Prozent auf 75,5 Milliarden Dollar.

Hinzu kommt der Druck bei Bauteilen. Ternus nannte den Preisanstieg bei Speicherchips beispiellos und erwartet weitere Erhöhungen über das Dezemberquartal hinaus. Für diesen Zeitraum rechnet Apple mit einer Bruttomarge von 45 bis 46 Prozent, nach 47,9 Prozent zuletzt. Die Ursache liegt in der KI-Nachfrage: Speicherhersteller verlagern Kapazitäten zu margenstarken Rechenzentrumschips, für Smartphones und PCs bleibt weniger übrig.

Die Aktie reagierte auf die Zahlen mit Abschlägen. Nach dem Rekordquartal mit 114,5 Milliarden Dollar Umsatz und einem starken iPhone-Geschäft belasteten die Margenwarnung und ein langsameres Servicewachstum. Zuletzt gab das Papier knapp 2 Prozent nach.

Charttechnik als Gradmesser

Marktbeobachter blicken auf die Marke um 325 Dollar. Hält sie nicht, könnte der intakte Aufwärtstrend kippen, mit möglichen Rücksetzern in Richtung 280 bis 300 Dollar. Springt die Aktie dagegen über die Oktober-Hochs, wäre dieses Szenario vom Tisch. Das Aufwärtsmomentum zeigt laut Chartanalyse bereits negative Divergenzen im RSI.

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